Taraniel und der schlafende Krieger-4
von
Anariel, die Nomadin
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der Aufforderung und zählte weiter Namen auf, doch Taraniel hatte nur Augen für Lushian. Dieser hatte nun die Augen geschlossen und schien irgendwie verzweifelt. Ohne es zu wissen hatte er ihr einen weiteren Hinweis gegeben. Doch eigentlich hatte der Mann den Verdacht der Prinzessin aufgrund seiner unwillkürlichen Reaktion bestätigt. Ein sanftes, beinnahe trauriges Lächeln erschien auf dem Gesicht der Prinzessin. “Du kannst aufhören, Schimmer.” Die Stimme der Frau klang leise, doch die Echse hörte sofort auf. Irgendwie klang ein seltsamer Ton in Taraniels Stimme mit und diesen hatte Schimmer wahrgenommen. Aber nicht nur die Echse hatte dahingehend ein gutes Gehör, auch der Krieger hatte es gehört. Die Augen des Mannes waren wieder offen und er sah die Prinzessin fragend an. Diese beugte sich nun über ihn, kam mit ihrem Gesicht dem seinem ganz nahe und flüsterte ihm einen Namen ins Ohr. Dann wich sie wieder zurück und sah dem Mann in die erstaunten Augen. “Ist das der richtige Name?”
Der Krieger konnte nur sprachlos nicken, doch der Zauber lies eine stumme Antwort nicht zu und zwang den Mann dazu etwas zu sagen.
“Ja,” meinte er fast flüsternd, “ja, das ist der richtige Name.”
Seine Stimme zitterte und die Prinzessin strich ihm beruhigend erneut das Haar aus dem Gesicht.
“Ich muss noch eine Frage stellen,” sagte sie leise, “aber nicht wegen dem Namen, sondern weil es sieben sein müssen und weil ich sicher sein muss, dass du mir kein Leid tun wirst.”
Lushians Gesicht verzog sich verwirrt, da zeigte ihm Taraniel den Ring und drehte die Hand ein wenig, so dass das Mondlicht auf den Stein fiel. Die Augen des Kriegers weiteten sich, als das Mondlicht die tiefdunkelblaue Farbe und die winzigen Silberfunken in dem Stein erweckten. Mit großen Augen sah er die junge Frau an, die nur leicht nickte.
“Weißt du, Isabella Rihadan war die Mutter meiner Mutter und sie hat meiner Mutter ein Geschenk gemacht in jungen Jahren und meine Mutter hat es an mich weitergegeben, kurz bevor sie in diesem Unfall umkam.” Ihr Blick wurde sehr ernst. “Lushian, wenn ich dich aus deinen Ketten und den Stein befreie, wirst du mir dann Treue schwören?”
Und so stellte die Prinzessin die siebte ihrer Fragen und Lushian, der nickte.
“Ja,” meinte er leise, “das werde ich.”
So also griff Taraniel erneut nach dem Schlüssel und diesmal ließ sich das ding auch drehen. Erst klickte es leise, dann klickte es laut in allen Fesseln und schließlich, da sprangen sie auf. Ein schweres Seufzen fand den weg über Lushians Lippen, dann stemmt er sich langsam in die Höhe und stellte zu seinem Leidwesen fest, dass ihm seine Kraft gänzlich abhanden gekommen zu sein schien. Seine Beine trugen ihn nicht so recht und so musste ihn die Prinzessin glatt stützen.
Taraniel hingegen hatte nun ein anderes Problem, denn wie sollte sie Lushian zum Schloss oder auch nur in die nächstgelegene Ortschaft bringen, wo der Krieger doch kaum stehen konnte?
Das war das eine, das andere bestand in ihrem Vater, denn wie würde der wohl reagieren, wenn sie ihm erzählte, was sie in dieser Nacht getan hatte?
Aber genau das musste sie, denn sonst würde ihr Vater, der König, Lushian glatt ins Verließ stecken. Sei seufzte leise, während sie Lushian half sich auf einen nahen Felsbrocken zu setzen. Langsam ließ sie sich neben ihm nieder und sah ihn von der Seite her nachdenklich an. Sein so feines, langes, fast schon elfenbeinfarbenes Haar und dazu die mandelförmigen, hellen Augen und die scharf geschnittenen, markanten Gesichtszüge weckten in Taraniel einen anderen Verdacht. Schon als sie ihn zum allerersten mal gesehen hatte, da war ihr bewusst geworden, dass an ihm etwas anders, ungewöhnlich war. “Du bist nicht ganz menschlich, nicht wahr, Lushian?”
Die Stimme der Prinzessin klang freundlich und sanft. Der Mann sah sie überrascht an, doch dann nickte er langsam, beinnahe zögerlich.
“Ja stimmt, ich bin ein Mischblut, aber das ihr das so schnell erkennt verwundert mich doch ein wenig.”
Ein schräges Lächeln hutschte über sein Gesicht und Taraniel beschloss, das sie dieses Lächeln mochte und noch viel öfter sehen wollte. Nun jedoch lächelte sie zurück.
“Ich habe keine Ahnung wie ich dich zum Schloss bringen kann,” gab die Prinzessin leise zu, “oder wie ich das alles meinem Vater erklären soll. Der weiß doch noch nicht einmal, dass ich hier draußen rumstreune, bin ich doch über das Spalier aus dem Fenster geklettert.”
Das ließ den Krieger nun schallendlaut auflachen.
“Oh wie rührend!” Die harte, kalte Frauenstimme ließ beide herumwirbeln.
Taraniels Augen weiteten sich, als sie sich der Hexenkönigin Faoris gegenübersah. Wie diese so lautlos und unbemerkt in die Ruine gekommen war, das war der Prinzessin schleierhaft, aber sie vermutete, dass sich die andere Frau der Magie bedient hatte. Momente später zeigten sich die Trolle und Krieger der Hexe, die ebenso im verborgenem herangekommen waren und die Prinzessin, den Krieger und die kleine Drachenechse vollständig umzingelt hatten. Taraniel war erschrocken aufgesprungen, doch nun erhob sich auch Lushian schwerfällig, schob die Prinzessin hinter sich und knurrte die Hexe böse an. “Das hätte euch mir denken können. Du Miststück hältst dich nicht einmal an deine eigenen Regeln.” Die Stimme des Kriegers klang rau und Faoris lachte laut auf.
“Oh nein, tapferer Krieger,” meinte sie höhnisch, ”ich halte mich durchaus an die Regeln. Die besagen nur, dass ich zulassen muss, dass mein Fluch über dich gebrochen wird. Nun er ist gebrochen und nun,” die Hexe funkelte Taraniel an, “weiß dieses hübsche Mädchen auch, wem das Juwel anvertraut wurde.” Die Feuerhaarige Frau lachte wieder laut.
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Kommentare
Mareike schrieb am 2009-01-03 02:02:11:
Wunderschön...
freue mich schon auf den nächsten Teil und bin wie immer gespannt.
LG Mareike
!!! schrieb am 2008-12-31 11:40:38:
Bitte ganz schnell weiterschreiben!!!
LG
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