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Kategorien > Fabeln & Märchen > Gothik Märchen

Taraniel und der schlafende Krieger 2

von Anariel, die Nomadin

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Nur wenig später rannte die junge Frau so schnell sie konnte durch den Wald, ihr auf den Fersen und zu beiden Seiten hetzten einige junge Moorwölfe dahin. Schließlich hielt sie außer Atem inne und setzte sich prustend und keuchend auf einen nahen Felsfindling. Diese großen Steine fand man überall im Silberschattenwald, von daher fand Taraniel an diesem hier nichts sonderlich besonderes. Nun zumindest solange, bis dass sie sich darauf zurücklehnte und zum Mond, den man ein wenig zwischen den Baumwipfeln hindurch sehen konnte, hinaufblickte. Denn da spürte sie plötzlich unter ihren Hände seltsame, hartkantige Vertiefungen in dem Stein, also sprang sie stirnrunzelnd wieder herunter und besah sich das Ding genauer. Verblüfft musterte sie die Schriftzeichen, die darauf zu finden waren. Dann endlich fiel ihr auch die eher ungewöhnliche, eckige Form des großen Steines auf.
Die Schrift auf dem Stein war schon so verwittert, so dass man sie nicht mehr richtig lesen konnte, aber als sich Taraniel umsah entdeckte sie weitere, ähnliche Steine. Neugierig geworden stromerte die junge Prinzessin in der näheren Umgebung herum, während das Wolfsrudel im dichten Wald verschwand um zu jagen. Die Tiere würden dann wohl wieder hier her kommen und sie suchen. Zumindest hoffte Taraniel das. Nun jedoch schlug sie sich allein durch das Unterholz und fand schließlich den Ursprung dieser Steine, eine Ruine. Nun wirklich verblüfft blieb Taraniel stehen und staunte. Das Gebäude musste einmal wirklich groß gewesen sein, doch nun kündeten nur noch verfallene Mauerreste und Statuen von der Pracht, die hier einmal geherrscht haben musste. Vorsichtig näherte sich die Prinzessin dem Platz und sah sich mit großen Augen um.
Offensichtlich war die Fläche vor ihr einmal ein Garten gewesen und das verfallene Haus war nicht nur recht groß, sondern auch einmal sehr schön. Die Kraft, die hier gewütet hatte, musste brutal und ungeheuer groß gewesen sein. Schließlich lagen wirklich große Steine aus den dicken Mauern im Wald verstreut. Langsam trat sie durch die Reste einer Mauer, die wohl einmal den Garten abgrenzte und blickte sich weiter um. Hier und dort entdeckte sie bekannte Büsche und Pflanzen, alle jedoch bereits von Unterholz und Wildwuchs beinnahe vereinnahmt. Völlig fasziniert ging sie weiter, bahnte sich einen Weg durch Gestrüpp, verwilderte Büsche und zwischen verstreut herumliegende Steinbrocken herum, um das Gebäude zu erreichen. Hier erst wurde ihr klar welch große Gewalt diese Zerstörung hervorgerufen haben musste und es musste wohl schon viele Jahre zurückliegen, denn die Ruinen waren schon teilweise überwuchert. Der Wald hatte sich bereits einen kleinen Teil von diesem Ort zurückerobert. In einigen Jahrzehnten würde man wohl kaum mehr etwas von den Ruinen finden, außer man wusste von ihnen. Immer neugieriger sah sich die Prinzessin um. Warum hatte sie diesen Ort nicht schon früher entdeckt? Sie fand das schon seltsam.
Mittlerweile hatte sie das Gebäude, oder viel mehr das, was davon noch übrig war, erreicht und es sogar bereits betreten. Jetzt bewegte sie sich noch vorsichtiger vorwärts, denn hier zwischen den Mauern war es doch recht dunkel. Ein Blick nach oben zeigte der jungen Frau, den Sternenhimmel, denn das Dach schien vollständig zu fehlen. Die Mauern aber waren teilweise so hoch, dass sie doch viel des spärlichen Mondlichtes schluckten. Die Zwischengeschosse, alle Decken und Fußböden schienen eingestürzt zu sein. Aber irgendetwas war daran seltsam, bis ihr auffiel, dass es im Inneren der Ruine eigentlich wenige Schutthaufen und dergleichen gab. Taraniel runzelte die Stirn, doch dann weiteten sich ihre Augen, als ihr klar wurde was das wohl bedeutete. Welche Kraft hier auch immer gewütet hatte, sie war so stark, so dass sie das Dach und die Decken regelrecht nach oben weggesprengt hatte. Plötzlich wurde es der Prinzessin unheimlich. Was wenn der Ursprung dieser Macht noch immer hier an diesem Ort war und nur auf zu neugierige Prinzessinnen wartete?
Nun doch etwas ängstlich geworden blieb sie stehen und sah sich noch mal so gut es ging um. Ein Rascheln rechts von ihr erschreckte Taraniel und sie wirbelte herum. Dann jedoch atmete sie erleichtert auf, denn es war nur eine Drachenechse, die aus einem tiefen Spalt in der Mauer hervorgekrochen war. Das Wesen bedachte die Prinzessin mit klugen Augen, dann entblößte es die Zähne in einem breitem Grinsen.
Drachenechsen waren nahe mit den richtigen, den großen Drachen verwandt. So sahen die etwa Katzengroßen Geschöpfe auch aus. Ihr zarten Schwingen und ihr geschuppter Körper funkelte im Sonnenlicht wie Edelsteine. Etwas was hier in den nächtlichen Schatten zwischen diesen dunklen Ruinenmauern nicht zur Geltung kam. So also konnte Taraniel hier nun auch nicht die Farbe der Echse bestimmen, was allerdings doch recht wichtig wäre im Umgang mit solch einem Wesen. Wie bei den Drachen auch, bestimmte ihre Farbe nämlich einen Teil ihrer Fähigkeiten und Charakter. So waren blaue Drachenechsen für gewöhnlich eher ruhig und konnten wahnsinnig gut schwimmen. Rote hingegen waren Temperamentvoll und konnten Feuer spucken. Obwohl sie nur so große wie eine durchschnittliche Katzen waren, so erreichte die Feuerlohe einer roten Drachenechse dennoch annähernd zwei Meter Länge.
Das Besondere an Drachenechsen war jedoch, dass sie die menschliche Sprache beherrschten und sich daher relativ gut verständlich machen konnten.
Vorsichtig lächelt sie zurück und atmete nochmals auf, als das Wesen freundlich grüßte.
“Hallo,” meinte das Tier, “mein Name ist Schimmer. Wer bist du?“
Die Prinzessin lächelte nun etwas breiter, denn die Echse war ins Mondlicht getreten und hatte damit ihre Grüne Farbe offenbart. Grüne Drachenechsen waren eng mit der Erde verbunden, meist sehr freundlich und fliegen war nicht wirklich ihr Ding, obwohl sie natürlich auch Schwingen besaßen.
“Hallo,“ grüßte die Prinzessin zurück, “ich bin Prinzessin Taraniel. Es freut mich, dich zu treffen Schimmer.“
Das Wesen grinste sie wieder an. “Bist du auf der Suche nach dem schlafenden Krieger?”
Taraniel blinzelte das Tier verblüfft an. “Wer? Hier schläft jemand?” Ihre Stimme klang wohl etwas verwirrt, denn das Reptil begann zu kichern.
“Komm,” sagte Schimmer, “ich zeige es dir. Aber wir müssen vorsichtig sein, denn Faoris, die Feuerhaarige Hexe könnte heute Nacht auftauchen.”
Mit diesen Worten lief das Wesen geschmeidig voran und Taraniel folgte ihm langsam durch die Ruinen.
“Wer ist Faoris?” Die Stimme der Prinzessin klang besorgt und die Echse blickte zu ihr zurück.
“Eine wirklich böse Hexe,” meinte Schimmer, “die sehr mächtig ist und grellrote Haare hat. Darum nennt man sie auch die Feuerhaarige.” Die Echse blieb stehen und blickte zu der Prinzessin auf. “Sie ist wirklich sehr mächtig und böse obendrein. Sie hat diesen Ort zerstört und den Krieger verflucht.”
Taraniel blinzelte erneut erstaunt.
“Verflucht?” Die Prinzessin klang nun wirklich besorgt, doch die

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Kommentare

Anariel schrieb am 2009-01-05 01:14:23:
Hi, ich nochmal...

wundert euch beim weiterlesen bitte nicht. Der dritte Teil ist der Teil, der keine Nummer im Titel hat. Die habe ich vergessen anzugeben.

mit liebem Gruße
Anariel
Anariel schrieb am 2008-11-12 21:09:25:
Huhu mareike,

freut mich, dass dir auch diese Geschichte gefällt.
Der nächste Teil wird wohl bald folgen, das dürfte dann wohl auch der letzte zu dieser Geschichte.
Aber keine Sorge Taraniel erlebt ja noch mehr Abenteuer.

Mit liebem Gruße
Anariel
Mareike schrieb am 2008-11-12 01:02:47:
Uiii....schon wieder so eine tolle Geschichte...

Ich weiß ja bald nicht mehr, was ich besser finden soll.
Das ich deinen Schreibstil sowieso genial finde, muss ich dir wohl nicht mehr sagen. Deine Ausdrucksweise ist zauberhaft und bildlich dicht. Als wär man dabei.
Auch diese Geschichte hier hat was ganz besonderes. Wieder so viele Ideen, so viel Magie und Wesen und ja auch Dunkles- wie Jeiy es ja schon beim ersten Teil erwähnt hat.
Deine Heldin hat auch hier wieder etwas sehr besonderes.
Ich finde dieses moderne Märchen bisher sehr toll.

Bin schon gespannt wie es hier weitergeht.

LG Mareike

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