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Kategorien > Fabeln & Märchen > Gothik Märchen

Taraniel und der schlafende Krieger 2

von Anariel, die Nomadin

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müssen wir ganz still halten und ja keinen Laut von uns geben, denn Faoris hat immer ihre Trolle dabei.” Taraniel nickte nur knapp, dann legte sie sich auf den Boden und zwängte sich rückwärts in den engen Spalt hinein. Wie gut es doch war, dass die Prinzessin so schmal gebaut und so gelenkig war, denn sonst hätte sie wohl nicht darunter gepasst. Es war auch gut, dass die Prinzessin schwarze Kleidung trug, so sah man sie kaum mehr unter der Steinplatte im Schatten. Kaum das die junge Frau sich so versteckt hatte, da donnerten schon schwere Schritte und Hufe in den Innenhof. Das erst was Taraniel sehen konnte waren die Trolle der Hexenkönigin und ein kalter Schauer rann ihr über den Rücken.
Jedes andere Mädchen hätte wohl jetzt ein Geräusch von sich gegeben, aber nicht die Prinzessin. Still lag sie in ihrem Versteck und starrte diese Kreaturen ein wenig erschrocken an. Es waren wirklich schauderhafte Kreaturen, diese Trolle, mit den großen, gelben Hauern, ganz ähnlich einem Wildschwein und der grünfleckigen, teilweise von Moos bewachsenen Haut, die zudem rissig und rau wirkte, geradeso als wäre sie aus Stein. Insgesamt waren es fünf Trolle, die in den Innenhof gekommen waren und der kleinste von ihnen war immer noch weit über zwei Meter groß.
Doch dann vergaß Taraniel die Trolle beinnahe, denn eine schlanke Gestalt kam auf einem gepanzerten Pferd in den Hof geritten, umgeben von weiteren Reitern. Allesamt in schwarzrote Rüstungen gehüllt. Aber nur die Gestalt in der Mitte war weiblich und diese Frau nahm nun ihren Helm ab und enthüllte so eine wilde Mähne feuerroten Haares. Es war wirklich ein grelles, unnatürlich wirkendes Rot in das sich weiße Strähnen mischten. Das also war Faoris, die Feuerhaarige, die Hexenkönigin, die die Nordlande unter ihre Herrschaft gebracht hatte und dort ein hartes Regiment führte.
Eigentlich sah die Frau ganz hübsch aus, fand Taraniel. Doch dann drehte sich die Hexe herum und die junge Prinzessin konnte die giftgrünen, eisigkalten Augen der anderen Frau sehen. In diesen Augen gab es keine Wärme mehr, einzig ein bösartiger Hunger und Gier nach Macht sahen einem draus entgegen. Plötzlich fror Taraniel.
Die Hexenkönigin blickte sich aufmerksam um, fast schein es als wittere sie in der Luft und dann wandte sie sich n den größten ihrer Trolle. “Uruk, fremde Geister, Seelen waren hier. Erst vor kurzem, sieh nach ob sie noch hier sind!” Die Stimme der Frau war ebenso kalt und hart wie ihre Augen. Taraniel jedoch blieb erst einmal vor Schreck die Luft weg, als sie die Bedeutung der Worte begriff. Sie warf Schimmer einen panischen Seitenblick zu, doch die Echse duckte sich nur tiefer in den Schutt und schien vor Angst regelrecht erstarrt zu sein. Die Prinzessin machte sich schon darauf gefasst, dass gleich eine riesengroße scheußliche Hand nach ihr greifen würde. Doch noch bevor einer der Trolle auch nur ihrem Versteck nahe kommen konnte, erklang in und um die Ruine ein vielstimmiges Geheul. Sekunden später konnte man das Geräusch von vielen Pfoten hören und das Rudel Moorwölfe verschwand wieder in der Nacht und dem Wald. Faoris verzog die vollen Lippen verächtlich. “Uruk,” sie klang ungeduldig,” kommt zurück, du und deine Freunde. Es waren nur diese vermaledeiten Moorwölfe.” Die hexe zog die Stirn kraus, doch die Trolle folgten schwerfällig dem Befehl.
Von ihrem Versteck aus konnte Taraniel sehen, wie sich die Lippen der Hexe zu einem bösen Grinsen verzogen, als sie sich dem schlafendem Krieger zuwandte und begann etwas wie einen Zauber zu sprechen. Die Prinzessin verstand nicht was Faoris da sprach, aber Momente später war ein schauderhaftes Knirschen zu hören und danach ein heißeres, schmerzerfülltes Stöhnen. Der Prinzessin wurde klar, das die Hexe gerade den schlafenden Krieger aus dem Stein erweckt hatte.
Die folgenden drei Stunden war es tatsächlich so wie Schimmer es beschrieben hatte. Faoris fragte, wieder und wieder, der Krieger verweigerte sich und schließlich fügte sie ihm Schmerzen zu, bis das er schrie. Aber sein Geheimnis verriet er nicht. Und die arme Taraniel saß in ihrem versteck fest und konnte nur zuhören. Stumme Tränen, wegen des Leides, das dem fremden Mann zugefügt wurde, flossen ihr über die wohlgeformten Wangen. Dann endlich schien die Hexe genug zu haben und sie und ihre Trolle verschwanden wieder. Taraniel wartete noch geraume zeit, bis dass sie sich aus ihrem Versteck wagte. Langsam ging sie zu dem nun wieder versteinerten Krieger und betrachtete ihn mitfühlend.

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Kommentare

Anariel schrieb am 2009-01-05 01:14:23:
Hi, ich nochmal...

wundert euch beim weiterlesen bitte nicht. Der dritte Teil ist der Teil, der keine Nummer im Titel hat. Die habe ich vergessen anzugeben.

mit liebem Gruße
Anariel
Anariel schrieb am 2008-11-12 21:09:25:
Huhu mareike,

freut mich, dass dir auch diese Geschichte gefällt.
Der nächste Teil wird wohl bald folgen, das dürfte dann wohl auch der letzte zu dieser Geschichte.
Aber keine Sorge Taraniel erlebt ja noch mehr Abenteuer.

Mit liebem Gruße
Anariel
Mareike schrieb am 2008-11-12 01:02:47:
Uiii....schon wieder so eine tolle Geschichte...

Ich weiß ja bald nicht mehr, was ich besser finden soll.
Das ich deinen Schreibstil sowieso genial finde, muss ich dir wohl nicht mehr sagen. Deine Ausdrucksweise ist zauberhaft und bildlich dicht. Als wär man dabei.
Auch diese Geschichte hier hat was ganz besonderes. Wieder so viele Ideen, so viel Magie und Wesen und ja auch Dunkles- wie Jeiy es ja schon beim ersten Teil erwähnt hat.
Deine Heldin hat auch hier wieder etwas sehr besonderes.
Ich finde dieses moderne Märchen bisher sehr toll.

Bin schon gespannt wie es hier weitergeht.

LG Mareike

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