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Kategorien > Fabeln & Märchen > Gothik Märchen

Taraniel und der schlafende Krieger 5

von Anariel, die Nomadin

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heulte. Auch wenn er nicht verstand, was das Wolfslied hieß, so wusste er doch tief in seinem hartem Herzen, was es bedeutete. Seine Tochter war in Gefahr und so spornte er sein Pferd an, seine Männer folgten ihm dichtauf. Zum glück war der König nicht mehr sehr weit von der Ruine entfernt, sodass das Heulen der Prinzessin die Richtung verriet, in die sie mussten. Kurz nachdem Taraniels heulen geendet hatte, erhoben sich im gesamten Wald die Wolfstimmen, ein Rascheln und Knacken setzte ein und erschreckte die Männer. Dann ganz plötzlich, von einer Sekunde zur anderen waren die Reiter von Wölfen und anderen Schatten flankiert. Im Grunde konnten König Tauron und seine Männer von Glück sprechen, dass die Wesen des Silberschattenwaldes in ihnen Angehörige und Freunde der Prinzessin erkannten, denn sonst wäre es ihnen wohl schlecht ergangen. So aber hetzten Männer und Wölfe Seite an Seite dahin, die einen auf dem Rücken von Pferden, die anderen auf ihren eigenen vier Pfoten.

In der Ruine wirbelte Faoris einmal um die Achse und starrte dann wieder Taraniel böse an. Sie hob die rechte hand, geradeso als wolle sie die Prinzessin schlagen und Lushian versuchte verzweifelt Leonard von seinem Rücken zu werfen. Doch der Krieger war so dermaßen erschöpft, so dass der andere keine großen Probleme damit hatte ihn weiterhin niederzuhalten. Doch bevor die Hexe etwas tun konnte, wurde sie von einem ihrer anderen Krieger unterbrochen. “Herrin,” die stimme des Mannes klang verunsichert, “es nahen Reiter unter dem Königsbanner des Reiches Schehelan.”
Faoris starrte den Mann böse an, dann jedoch wandte sie den Kopf und lauschte. Hufgetrappel und die Rufe der Krieger drangen schon zu ihnen. Doch wesentlich bedrohlicher waren die sieben Wölfe, die nun auf den Innenhof strömten und sich knurrend verteilten. Ihnen folgten zwei Faune, mit Pfeil und Bogen bewaffnet und ein ganzer Schwarm an Waldelfen. Diese kleinen geflügelten Wesen waren kleiner als Hausfeen und wirkten irgendwie schärfer. Ihre Flügel waren von einem satten Dunkelgrün, schmal und kantig. Insgesamt waren sie auch schlanker als die anderen Feen und Elfen und wirkten eher wie Libellen und weniger wie Schmetterlinge. Ihre Kleidung war in Grün- und Brauntönen gehalten und sie hatten tatsächlich Waffen. Winzige Armbrüste und Schwerter. Alles in allem konnte es ausgesprochen unangenehm werden in einen Schwarm wütender Waldelfen zu geraten und diese hier waren eindeutig wütend, sowie aufgebracht.
Aber weitaus bedrohlicher waren für Faoris und ihre Männer die stetig wachsende Zahl der Moorwölfe, die tatsächlich von überall herzukommen schienen und langsam, aber sicher die Hexe und ihre Trolle umzingelten. Das bedrohliche Knurren der Vierbeiner wurde immer lauter und lauter, genauso wie das Hufgetrappel der sich nähernden Reiter. Zischend wirbelte sie wieder zu Taraniel herum.
“Wir werden uns wiedersehen,” fauchte die Hexe böse, “und dann werde ich nicht mehr so nett sein, Kindchen.”
Mit einer kurzen Bewegung bedeutete sie ihren Kriegern und den Tollen zu fliehen, dann funkelte sie die Prinzessin und Lushian, der sich eben mühevoll aufraffte noch einmal wütend an. Plötzlich aber zog erneut ein böses Grinsen über das Gesicht der rothaarigen Frau. Bevor Taraniel reagieren konnte warf ihr Faoris einen ihrer Zauber entgegen und verschwand laut lachen in einer dichten, schwarzen Rauchwolke. Die vor Schreck erstarrte Prinzessin konnte nicht reagieren, jedoch der Krieger tat es rein instinktiv und warf sich zwischen Taraniel und den Zauber der Hexe. Hart traf ihn der unsichtbare Schlag und warf ihn erneut zu Boden, wo er endgültig all seiner Kraft beraubt erst einmal liegenblieb.
Erschrocken ging die Prinzessin neben dem Krieger auf die Knie und berührte ihn sachte an der Schulter. Sie hatte echte Angst, dass der Mann tot sein könnte, lag er doch so leblos da.
Einen Augenblick später hob sie die Augen und sah ihrem Vater entgegen, der in eben dem Moment in den Innenhof geritten war, als Lushian sich zwischen Taraniel und den Zauber warf. Der König hatte alles gesehen und war nun von seinem Pferd gestiegen.
“Vater! ”
Taraniels Stimme klang dünn und erschrocken.

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