Geschichte einsenden Links & Rings AGBs Impressum
Kategorieauswahl
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln.
Suche


Kategorien > Fabeln & Märchen > Gothik Märchen

Taraniel und der schlafende Krieger 6

von Anariel, die Nomadin

1 2 3 4

Der König lief mit großen Schritten auf seine Tochter zu, fasste sie am Arm und riss sie vom Boden hoch. Nach einer heftigen Umarmung schob der Mann die Prinzessin ein Stück von sich und sah ihr ernst in die Augen.
Noch während die Leibgarde auf den Innenhof einritt sprangen die Moorwölfe, sowie die ’Faune davon und versteckten sich in dem Schatten und der Nacht. Die Männer schienen etwas erleichtert zu sein, dass die Wölfe wieder etwas mehr Abstand genommen hatten. Die Faune hatten die Männer gar nicht gesehen, ebenso wenig wie den Schwarm Waldelfen, die sich nun auch wieder davon machten. Aber Taraniel hatte sie gesehen und nahm sich vor ihnen so bald wie möglich für ihre Hilfe zu danken. Nun jedoch war sie vollauf damit beschäftigt sich unter dem strengem Blick ihres Vaters zu ducken.
“Du,” meinte Tauron streng, “ hast mir einiges zu erklären, Tochter.”
Der König klang wirklich sehr, sehr streng und sein harter Blick ruhte mittlerweile unheilverkündend auf den sich langsam rührenden Lushian. Der Mann rappelte sich eben schwerfällig wieder auf, da waren auch schon die Männer der Leibgarde heran und umzingelten ihn. Lushian, der sich endlich auf die Knie hochgearbeitet hatte, blickte sich verwirrt um und ließ dann mit einem schweren Seufzen den Kopf hängen. Taraniel entdeckte, das der Mann anscheinend an der linken Schulter verletzt wurde, denn frisches, rotes Blut durchnässte dort sein zerschlissenes Hemd. Einen Moment später fing sich der Krieger, straffte sich und hob den Blick zum König entgegen.
“Majestät……” begann er, doch kam er nicht weiter.
König Tauron gebot ihm mit einer harschen Geste das Schweigen und als Lushian nicht sofort verstand bekam er einen harten Stoß von hinten in den Rücken. Gerade noch rechtzeitig fing er sich auf, bevor er der Länge nach hingeschlagen wäre. Dabei allerdings belastete er die verletzte Schulter und ein Schmerzlaut entfuhr ihm. Dennoch richtete sich der Mann vorsichtig wieder auf. Den Blick hielt er diesmal aber gesenkt. Im Gesicht des Kriegers arbeitete es, doch er gab keine Ton mehr von sich.
König Tauron fixierte den Mann mit einem hartem Blick, dann sah er seine Tochter streng an.
“Du hast mir einiges zu erklären, Taraniel. Aber zuerst will ich wissen, ob die rothaarige Frau, die ich davor noch gesehen habe, wirklich Faoris, die Feuerhaarige Hexenkönigin der Nordlande, war?”
Seine Stimme klang ebenso streng, wie sein Blick war und Taraniel nickte zaghaft. Der König brummt vor sich hin, dann traf sein Blick wieder auf Lushian und wurde erneut hart.
“Und der da? Wo kommt er her, warum treibt er sich hier herum?”
Die Augen Taurons verengten sich plötzlich, geradeso als hätte er etwas ungewöhnliches an dem Krieger bemerkt. Taraniel zuckt ein wenig zusammen. Sie hatte gehofft, dass Lushians nicht ganz menschliche Herkunft ihrem Vater nicht so schnell auffallen würde. Aber der König hatte einen scharfen Blick, wie er es wieder einmal bewies. Mit drei langen Schritten war Tauron bei dem Mann. Grob griff er in Lushians Haare und riss den Kopf des Kriegers zurück, so dass er die Gesichtszüge im Mondlicht studieren konnte. Lushian gab einen leisen Schmerzlaut von sich, hielt ansonsten aber still. Seinem Gesicht jedoch war anzusehen, dass es ihm nicht wirklich gut ging. Alle Hoffnung, die sich zuvor dort breitgemacht hatte, war nun verschwunden und hatte stille Verzweiflung hinterlassen. Zudem schien der Mann doch gehörige Schmerzen zu haben.
Der König knurrte leise und fast befriedigt. Dann stieß er Lushian grob wieder zu Boden, wandte ihm den Rücken zu, griff Taraniel beim Arm und zog sie mit sich, während er davon ging.
“Roland,” rief er dem Hauptmann seiner Leibgarde einen kalten Befehl zu, “tötet dieses Halbblut!”
Taraniel riss entsetzt die Augen auf und machte sich energisch aus dem Griff ihres Vaters frei.
“Nein!”
Ihr Schrei hallte in der Ruine wieder.
So schnell sie konnte rannte sie zu Lushian zu rück und stellte sich verteidigend vor den Krieger.
“Das lasse ich nicht zu, Vater. ICH habe ihn aus dem Stein befreit und von seinem Fluch erlöst. Und nun soll ich zulassen, dass ihr ihn töten lasst, Vater? Nur weil euch seine Herkunft nicht gefällt? Aber dafür kann ER doch nichts!”
Die Prinzessin bebte im wahrsten Sinne des Wortes vor gerechter Entrüstung und Ärger. Der König fuhr zu seiner Tochter herum und durchbohrte sie, sowie den zu ihren Füssen knienden Krieger mit seinem Blick. Dann verengten sich seine Augen leicht.
“Taraniel,” nun klang er ruhig, doch darunter brodelte Ärger, “ich glaube, du weißt nicht mit was du dich da eingelassen hast, oder kennst du das Blut in den Adern von dem da.” Er zeigte kurz auf Lushian und fuhr dann fort. “Du weiß also, dass er nicht ganz menschlich ist und glaubst er wäre trotzdem gut? Dann soll er dir doch zeigen was da in ihm wohnt.”
Als der König den erschrockenen Blick des Kriegers sah, zog ein triumphierendes Lächeln über sein Gesicht. Ruhig sah er seiner Tochter entgegen, während die dem hellhaarigem Mann einen seltsamen Blick zuwarf. Dieser atmete etwas heftiger und schien wirklich erschrocken zu sein. Doch dann hob er der Prinzessin den Blick entgegen und wurde plötzlich ganz ruhig. König Tauron runzelte die Stirn, als er dies sah. Was ging nur in diesem seltsamen Krieger vor sich.
Lushian hingegen war wirklich erschrocken, hatte er doch Taraniel nicht sagen können wesen Völker Blut durch seine Adern kreiste. Doch dann besann er sich darauf, dass die junge Frau ihn schließlich befreit hatte und sich nicht hatte beirren lassen. Sie würde es verstehen, dessen war er sich plötzlich ganz sicher und so hob er ihr den Blick entgegen, um ihr die Wahrheit zu sagen.
Taraniel jedoch, die lächelte ihn nur sanft an und da erkannte er, dass sie es schon längst wusste. Wie sie es jedoch erraten hatten, das war ihm schleierhaft. Aber im Endeffekt war das auch egal. Es war nur wichtig, dass es ihr nichts auszumachen schien und plötzlich war sie wieder da, die Hoffnung, die die Prinzessin mit sich gebracht hatte.
Taraniel hob nun ihre Augen wieder ihrem Vater entgegen und sah ihn lange an. Dieser schien alles andere als begeistert zu sein, aber sie war fest entschlossen ihn in dieser Beziehung zu trotzen. Auf keinen Fall wollte die Prinzessin zulassen dass man Lushian in ein Verlies warf, oder den Mann gar tötete und schon gar nicht nur aufgrund seines Blutes.
“Und,” die Stimme des Königs klang harsch, “was ist jetzt? Oder fehlt diesem da der Mut?”
Unwillkürlich lief Lushian ein kalter Schauer über den Rücken. Der Herrscher klang so verächtlich. Offenbar galten Halb- oder Mischblütige in dieser Zeit noch weniger, als zu seiner eigenen. Selbst seine Eltern hatten damals schon viele Probleme und Misstrauen war ihnen entgegengeschlagen, doch zumindest standen ihnen die menschliche Angehörige ihrer Familien noch fest zur Seite. Nachdem sich die Umgebung erst einmal an die halbblütige Herkunft und an ihre eher ungewöhnliche Verbindung gewöhnt hatten, war dieses

1 2 3 4

Kommentare

Mareike schrieb am 2009-01-15 00:56:28:
Sehr, sehr schön...
bin schon gespannt, wei es weitergeht. Meine 14 jährige Tochter übrigens auch. Die amüsiert sich königlich über den doch teilweise sehr märchenartigen Schreibstil...

LG Mareike + Töchterchen

Kommentar hinzufügen



Aufgrund des extremen Mißbrauchs der Kommentarfunktion sind wir leider gezwungen, die Kommentare ab sofort redaktionell zu überprüfen. Wir bitten um Ihr Verständnis.