Geschichte einsenden Links & Rings AGBs Impressum
Kategorieauswahl
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln.
Suche


Kategorien > Avantgarde > Untreu

Teil 1. Jennifer

von Jonathan Krieger

1 2 3

In der Umgebung eines kühlen Raumes, in einem Hotelzimmer, lächelte meine Freundin mich liebevoll an. Leicht bewegten sich ihre Lippen »Lust uns was aus’m Sexshop zu holen?«
»Ich dachte wir würden uns einen Film angucken, und ein bisschen chillen, schließlich hat der Arzt dir nach dem heutigen Sturz ja auch Ruhe verordnet« erwiderte ich.
»Wer hat denn gesagt dass ich mitkomme?« kam aus ihren Mund, mit einem breiten Lächeln.
»Nun gut, was soll ich denn holen?«
»Dir fällt da sicherlich was ein, überrasch mich doch!«
»Ich kann uns ja eine von diesen Partnerboxen holen« sagte ich genervt, suchte danach meine Hose, die ich im Schrank fand. Wo auch sonst! Ich zog Sie an, warf mir meinen Mantel über, nahm die Geldbörse und machte mich aus dem Zimmer, vorher drückte ich meiner Freundin noch einen Kuss auf den Mund, ehe ich im hellen Scheinwerferlicht des Flures verschwand.
Unten an der Rezeption angekommen, dachte ich mir, wenn ich schon mal hier bin, kann ich mich auch direkt darüber beschweren warum man uns ein Nichtraucher zugewiesen hat, und uns nicht vorher gefragt hat. Die Empfangsdame tat ziemlich genervt, »Beim Bukake Wettbewerb mitgemacht, Madam?« sage ich und zwinkere ihr zu.
»Wie bitte?« kam in einem leicht überheblichen Ton von ihr.
Sie verstand wohl nicht was ich meinte, und so jemand lebt in Hamburg.
»Man hat uns einfach ein Nichtraucherzimmer zugeteilt, und nicht mal gefragt, ob wir vielleicht Raucher sind, oder haben sie gar keine Raucherzimmer, scheinen wohl so rar zu sein wie bei der Deutschen Bahn, was« begann ich zu scherzen.
»Nein, die Anzahl der Raucherzimmer ist der, der Nichtraucherzimmer angeglichen« bekam ich zu hören, ohne den Anschein eines Lächeln zu bekommen. Todernst die Dame scheint es mir, der muss wohl mal einer, ja, ich würde es tun. Aber zu fragen wäre ein wenig riskant.
»Also, können wir ein Raucherzimmer bekommen?«
»Nein, tut mir Leid, wir sind momentan komplett ausgebucht.«
»Na ja, da kann man wohl nichts machen, ich werde dann einfach heimlich rauchen, aber keinem verraten.«
»Sie dürfen in den Nichtraucherzimmern leider nicht rauchen, wir müssen es den Leuten die Nichtraucher sind, schließlich versichern können, dass die Zimmer absolut Raucherfrei sind, und bleiben! Gehen sie dafür doch bitte auf den Balkon. Und sie sollten sich bei ihrem Reiseveranstalter beschweren, der dafür zuständig gewesen wäre, ok?«
»Na gut!« sagte ich, diesmal in einen etwas ernsteren Ton, mir fehlte derzeit aber die Lust auf ein Streitgespräch. Also ging ich Richtung Ausgang, schleuderte noch schnell ein »auf wieder sehen« Richtung Rezeption, und machte mich durch die Tür. Auf dem Gehweg angekommen, überlegte ich kurz ob mir das geile Teil auch »auf wieder sehen« zukommen lassen hat. Vermutlich nicht!
Das gute zwischen Hamburg und meiner Heimat, ist leicht zu erklären, man muss nie auf ein Taxi warten, überall stehen welche. Am Straßenrand vor meinem Hotel stehen mindestens Zehn in einer Reihe. Ich steig einfach in das vorderste ein,
»Gib Gas Knappe« schreie ich.
»Raus hier du Pappnase, raus hier« schreit man mir zurück.
»Man, du bekommst ja gleich einen Infarkt, oder siehst du immer so aus?«
»RAUS HIER!«
»Ok, ok, ich wünsche noch einen schönen Abend« sagte ich schnell, stieg aus dem Taxi und suchte mir ein neues. »Reeperbahn, bitte.« Diesmal klappt es besser, und wir düsen los.
Die meiste Zeit bin ich ein geselliger Typ, der sich gerne mit Leuten unterhält, auch mit Taxifahrern komm ich sonst immer gut ins Gespräch, aber heute nicht, heute nicht dachte ich. Es war mittlerweile schon dunkel draußen. Und durch eine starke Neigung der Straße, lässt es sich auf die Stadt sehen, dessen Panorama der Vollmond mit einem schönen Schimmer belegt hat. Ich musste an meine Arbeit denken, an meine beschissene Arbeit! Mein Urlaub ist in ein paar Tagen wieder vorbei, und dann geht’s wieder los. 12 Stunden Nachtschicht, die mich nicht zur Ruhe kommen lassen. Um meinen Job zu beschreiben bedarf es nicht vieler Worte – kalter Lagerraum, ca. 200 Meter lang und 100 breit, zwei Laufkräne, eine Menge Rohre und Spritzpistolen. Eigentlich sind wir schlecht bezahlte Lagerarbeiten, die ab und zu so tun, als würden sie lackieren. In meinen Arbeitsvertrag steht allerdings etwas anderes, Eisenschutzfachwerker. Früher einmal lautete der exakte Titel dieses Beruffeld Industrieanstreicher. Keine Ahnung warum das geändert wurde. Es war auch nicht so, dass es mich interessiert hat, weswegen ich bis heute noch nie nachgeforscht habe. Vermutlich dachten sich wohl ein paar schlaue Leute wir müssen einen dummen Job einen neuen dummen Namen geben. Mittlerweile soll es auch eine Ausbildung dazu geben, 2 Jahre sind dafür angesetzt. Lackieren, Verpacken und Aufladen. Dann geht’s in die weite Welt, China, Japan, Weißrussland und noch einige mehr. Sie alle wollen der deutschen Stahlindustrie auf die Beine helfen, und kaufen.
Buy One, Get Two! Nach einer raschen Fahrt, die ungefähr 15 Minuten gedauert haben könnte, mich 27,50€ ärmer gemacht hat, bin ich endlich da. Mit einem freundlichen »tschüß« steig ich aus und misch mich unters Volk. An einem Fast Food Laden sehe ich in einer Reihe stehend, mit dicken Daunenjacken und hohen Stiefeln, Rammelpüppchen, auch noch im Partnerlook. Sieben kann ich zählen, wobei mir die zweite von links sofort ins Auge schießt. Schwarze Haare, super Figur, geiles Stück! Ich gehe zu ihr hin und frage sie ob sie es nicht mal als Friseurin versuchen möchte.
»Wollen ficken oder nicht?« antwortet Sie mir.
»Bitte was?« frage ich, und schrecke zurück.
»Bleib locker, ich hab dich nur verarscht« bekomm ich lächelnd zu hören. »Bist du denn auf der Suche nach ein wenig Abwechslung?« schiebt sie hinterher.
Ich zwinkere ihr zu und frage ob Sie mit mir einen Burger essen gehen will. Aber es war mir klar, das ich als Antwort ein nein bekomme. »Ich bin gleich wieder da« sage ich zu ihr. Gehe um die Ecke und suche mir einen stillen Platz zum nachdenken.
Pro und Contra/ Untreue:
Pro: Warum nicht, man lebt nur einmal, Sie ist geil, meine Alte nervt, ich hab genug Geld dabei und vielleicht wird mehr draus.
Contra: Ich hab eine Freundin, Krankheiten, Geldverlust, moralischer Gewissenskonflikt.
Wie Sie sehen können ist aus meinen Gedanken Mitleerweile eine Liste geworden, die ich mit einen Bleistift, den ich in der Innentasche meines Mantels gefunden habe, auf die Rückseite einer Einkaufquittung geschrieben habe. Die ich nun wieder dahin tue, woher ich sie hatte. Ich zupfe an meinem Gürtel herum, um ihn wieder grade zu rücken, bemerke dass mein Hemd ein wenig raushängt, ich ziehe es ganz heraus und begutachte mich im Schaufenster. Zufrieden mit meinem Erscheinungsbild mach ich mich wieder auf den Weg zum Fast Food Restaurant.
»Na noch keinen gefunden?« frage ich in einem etwas übertriebenen coolen Ton.
»Nein, wollte noch keiner«.
»Wollen wir?«
»Ok, dann komm mal mit«.
Sie nimmt mich an die Hand, und führt mich durch die Gasse, in der ich vor

1 2 3

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.

Kommentar hinzufügen



Aufgrund des extremen Mißbrauchs der Kommentarfunktion sind wir leider gezwungen, die Kommentare ab sofort redaktionell zu überprüfen. Wir bitten um Ihr Verständnis.