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Kategorien > Fantasy > Linguisti

Terrafu, das gebrochene Land (Die Chroniken der Go

von Leinad Linguisti

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Demidea war nur einer der kleineren Nebengötter. Gegen einen der zehn Hauptgötter hätte ich keine Schnitte gehabt. Da ich wusste, dass er scharf auf eine Beförderung ist, schlug ich ihm den Handel vor. Ich hoffe du bist mir nicht böse.“
Leys verstand die Welt immer noch nicht. Er berührte seinen Arm der stark schmerzte und wich noch weiter von Fa weg. Der Dämon spürte den anschwellenden Schild den Leys um sich zusammenzog.
„Ich will dich nur schützen und als Mensch kann ich das einfach nicht. Ich bin schwach.“

Leys kämpfte mit den Tränen.
„Wenn du das nicht getan hättest, hätte ich dich getötet, genau wie ihn. Wie kann man nur so ein dämliches Risiko eingehen. Erklär mir das.“
Der Dämon rang nach Worten.
„Leys, mehr als entschuldigen kann ich mich nicht.“
Der junge Gott winkelte die Beine an und lehnte den Kopf dagegen.
„Lass mich bitte einen Augenblick allein.“
„Leys ich …“
„Allein“, widersprach Leys heftig.“
Der Dämon senkte das Haupt und ging an Leys vorbei. Dieser fing an zu weinen, als der Dämon endlich nicht mehr spürbar war. Tränen der Angst und der Wut flossen sein Gesicht hinab.
„Was soll ich nur tun? Was soll ich nur tun?“


41.Kapitel

In einem nahe gelegenen Teich glomm ein weiches Licht auf. Leys hob den Kopf und starrte gebannt in das sich wellende Wasser. Zuerst sah er nur sein eigenes Spiegelbild doch dann veränderten sich die Züge.
„Tira?“
„Ja, ich bin es, mein Junge.“
„Aber ich dachte du wärst aus dieser Welt geschieden.“
„Aus der realen Welt ja. Aber in der Leere existiert nach wie vor ein Stück von mir, das dir mit Rat und Tat zur Seite steht. Ich sehe das dich etwas bedrückt.“
„Fa hat mich verraten und seine Kräfte zurück, aber er hat den Gott getötet und mich geschützt.“
„Und jetzt bist du verwirrt.“
Leys nickte. Tira schloss die Augen.
„Den wenigsten denen wir uns öffnen, können wir ganz und gar vertrauen.“
„Ich habe kein Vertrauen mehr in ihn.“

*

„Sein Verrat hat den Schutzmechanismus der dich umgab und dich vor den anderen Hauptgöttern verborgen hielt außer Kraft gesetzt. Doch Loyalität zeichnet sich nicht nur durch Treue aus. Vielmehr die Gefühle sind es, die den wahren Kern eines jeden Wesens enthüllen.“
„Aber du hast mir geraten meine Gefühle zu verbergen und meine Bedürfnisse zurückzusetzen.“
Tira seufzte.
„Ich wollte dich vor dem bewahren, was einst mir widerfahren ist. Als ich am Anfang meiner Aufgaben stand und von den neun Hauptgöttern unterwiesen wurde, stand mir auch ein Besuch der Erde bevor. Oriphiees der über allen Göttern stand, hatte dies einst festgelegt. Jeder Gott sollte einen Tag ohne Kräfte auf Erden wandeln und die Gewohnheiten der Menschen kennen lernen. Damals war der Respekt voreinander noch größer und die ehrwürdige Reihe der Götter stand in der Blüte ihres Lebens. Als meine Kräfte vollkommen waren und ich alles gelernt hatte, was es zu lernen gab wurde ich auf die Erde geschickt. Meiner Kräfte beraubt und mutterseelenallein. Ein Sterblicher nahm sich meiner an und wir verliebten uns in einander. Sein Name war Fa´atos.“
Leys riss die Augen auf.
„Fa´atos? Der Gott des Lichtes?“
„Damals war er nur ein einfacher Bauernjunge. Die Riege der Götter bestand damals nur aus neunen. Jeder der Hauptgötter war von Oriphiees persönlich erwählt worden. Er beobachtete mich und die größte Prüfung stand mir auch bald bevor. Fa´atos hielt um meine Hand an. Er wusste nichts von meinen Aufgaben als Gottgöttin und ich fand es schmeichelhaft von ihm umworben zu werden. Also nahm ich seinen Antrag an. Doch ich konnte meinem Schicksal nicht entfliehen. Oriphiees rief mich zurück, doch Fa´atos stellte sich ihm mutig entgegen. Doch noch nie hatte ein Sterblicher einen Gott besiegen können. Fa´atos unterlag. Und seine Verletzungen waren schwer. Ich begehrte gegen den Göttervater auf und schwor ihm mich zu rächen. Doch er lachte nur. In meiner blinden Wut kehrten meine Fähigkeiten zurück und ich brachte Oriphiees einige schwere Wunden bei. Sie sollten ihm ewig erhalten bleiben. Er rächte sich. Jedoch nicht an mir, sondern an Fa´atos. Er erhob ihn in den Rang eines Gottes und wollte mir so auf ewig meine Sünden aufzeigen. Der Fa´atos den ich geliebt hatte starb an jenem Tag, den seine Erinnerungen an mich waren entschwunden als die göttliche Kraft durch seine Adern floss.“


42.Kapitel

Tira sah Leys ernst an.
„Mein junger Gott. Du hast eine schwere Bürde auf dir lasten. Doch lass deine Zweifel nicht die Kontrolle behalten.“
„Nach dem was du mir erzählt hast, will ich niemals mehr Gefühle zulassen. Der Schmerz ist einfach zu groß.“
„Ich gebe dir den Rat hinter Fa´s Seele zu blicken. Den in jedem Wesen, sei es Dämon, Gott oder Mensch existiert ein wahrer Kern. Ein guter Kern.“
Die Stimme der Gottgöttin wurde leiser und leiser, bis das Spiegelbild sich wieder kräuselte und er alleine war.
Er hörte Zweige knacken und Fa tauchte im Gebüsch auf. Auf zwei Beinen und reumütig.
„Leys ich möchte mich für mein Verhalten entschuldigen. Es war falsch von mir so zu handeln. Ich habe dich in Gefahr gebracht nur um dich zu schützen. Es wird nicht mehr passieren.“

*

Leys stand auf und nahm die Hand des Dämons in seine eigene.
„Und ich hätte nicht so ausrasten dürfen. Meine Zweifel an dir waren einfach zu groß. Das tut mir auch Leid. Wieder Freunde?“
„Wieder Freunde“, sagte Fa.“
Leys lächelte Fa an.
„Ach übrigens.“
Er trat dem Dämon gekonnt in die Weichteile und dieser brach stöhnend zusammen.
„Das war noch für den verdrehten Arm. Jetzt sind wir quitt.“
Fa wand sich auf dem Boden. Im Grunde wissend, dass er es verdient hatte und den Schmerz nur vergessen könnend, weil er endlich wieder mit Leys im Reinen war.


43.Kapitel

Der Audienzsaal für die zehn Hauptgötter war verlassen, bis auf Oriphiees der hinter seinem Schleier aus Seide über seine Wunden strich. Seine verzerrten Lippen kräuselten sich zu einem Lächeln.
„Bald Tira. Bald.“


Ende des zweiten Buches

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