Test
von
Stauby
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Es war eine regnerische Nacht, als Tomper die Tür seines Gasthauses aufstieß. Langsam schlürfte er, eine Wasserspur hinter sich herziehend, durch die Reihen der Tische und Stühle hindurch und erreichte den Kamin. Nachdem er seinen durchnässten schwarzen Mantel von sich geworfen hatte, entfachte er ein Feuer und schaute dem tänzelnden Farbenspiel eine Weile zu. Sein langes, nasses, braunes Haar hing ihm steif über das Gesicht und ließ kleine kühle Perlen über die Backen rennen, die anschließend auf dem Holzboden aufschlugen und sich mit ihresgleichen vereinten.
Die Stille, die das Gasthaus „Zur Schwarzen Krähe“ durchdrang, wurde nur durch das Knistern des Holzes im Kamin gestört. Zu dieser Uhrzeit waren seine Gäste schon längst Zuhause oder übernachteten im südlich gelegenen Dirmingen. Das Gasthaus lag westlich der Nordroute am Goldsee.
Nachdem der Mann eine Weile Gedankenversunken in die Leere gestarrt hatte, zog er seine Stiefel und seine Kleider aus und breitete sie vor dem Kamin aus. Langsam ließ er sich in einen Sessel fallen, hüllte sich in ein Bärenfell und legte seine Arme über die Lehnen.
Tomper war einer jener klassischen Wirte zu dieser Zeit, deren kräftige, hohe, gut ernährte Statur für Aufmerksamkeit sorgte. Er war ein sehr fröhlicher und netter Mensch aus dem Goldtal.
Gold! Seit jeher ist Gold für die Freuden und das Elend vieler Völker bekannt. Gold gab es hier zur genüge. Dennoch kam niemand mehr um es sich zu holen. Es war gefährlich geworden in den Östlichen Mienen zu graben.
Die Gezeiten sind im Wandel, dachte sich der Wirt und versuchte die Nacht mit seinen Augen zu durchdringen. Ein Blitz durchdrang die Finsternis und erhellte für eine Sekunde die Gegend. Tomper hatte für einen kurzen Augenblick die Möglichkeit seinen Blick über die Felder der Bauern zu werfen, dann legte sich die Dunkelheit wieder auf das Land und lauter Donnerschlag folgte dem Naturschauspiel. Er rieb sich die kalten Hände. Der Winter hatte dem Frühling zwar schon Platz gelassen, jedoch blieb das Wetter frostig.
„Warum wollen die sich ausgerechnet bei mir treffen?“, brummte der Wirt und ließ einen langen Seufzer hören. Er wartete. Eine viertel Stunde verging ohne dass er sich rührte, dann stand er auf und berührte seine Kleider. Sie waren schon fast trocken.
Nichts ist mehr so wie es einst war, seit unser König letzten Frühling verstorben ist, dachte er während er sich langsam wieder in den Sessel zurücksetzte. Ein gespaltenes Königreich ist nicht gut für das Land. Gedankenversunken saß er noch eine weitere Viertelstunde, dann zog er sich wieder an und ging in den Keller um ein Bierfass anzuschlagen. Mit einem Krug in der Hand kam er zurück und setzte sich an einen Tisch.
Uhrenschlag ertönte und Tomper zuckte zusammen. Er ist nervös geworden, seit bekannt wurde, dass Trolle, Orks und andere geheimnisvolle Wesen sich wieder im schwarzen Gebirge verbreitet haben. Er schaute auf die Uhr. Drei. Nicht nur das sie sich bei mir treffen wollen, dachte sich der Wirt, noch dazu verspäteten sie sich. Als ob ich nichts anderes zu tun hätte.
Plötzlich bemerkte der Wirt, dass er nicht alleine in der Stube war. Erschrocken fiel er vom Stuhl, raffte sich sogleich wieder auf und riss ein Messer von der Wand. Sein Blick schweifte zurück in die dunkle Ecke. Er hatte richtig gesehen. An einem Tisch in der dunkelsten Ecke des Raumes saß jemand, konnte aber niemanden identifizieren. Die gestalt, die die Beine auf den Tisch gelegt hatte, starrte ihn an, dann zog sie sich die Kapuze weiter über das Gesicht und die blitzenden Augen verschwanden.
„Wer bist du?“, fragte Tomper ängstlich und hielt sein Messer fest in der Hand.
„Nun, wer ich bin, das weißt du“ antwortete eine vertraute Stimme, „und ich kann dir sagen, dass mir das Warten genauso auf die Nerven geht wie dir“. Das Wesen hob die Kapuze vom Haupt und entblößte ein wunderschönes Gesicht an dessen Seiten lange, spitze Ohren hafteten. Zwei Strähnen des silbernen Haares hingen ihm über die Backen während sich der Rest im dunkelgrünen Reisemantel verlor.
„Telmeth(?)!“, rief der Mann erleichtert und ließ sein Messer sinken, sein Herz klopfte wie wild. „Jage mir nie wieder so einen Schrecken ein!“
Der Elf stand auf und reichte dem Wirt die Hand. Tomper erwiderte die Geste mit zittriger Hand.
„Endlich, wurde auch Zeit, dass einer von Euch kommt. Wie bist du überhaupt hineingekommen? Ich dachte ich hätte die Türe verriegelt.“
„Ich bin durch ein Fenster im ersten Stock gestiegen, während du draußen im Stall warst.“
„Hmhm. Soso. Da meint man gute Freunde zu haben und wird als ehrlicher Mann von seinen eigenen Leuten erschrocken.“, breit grinsend schaute er das makellose, ernste Gesicht des Elfen an. „Kann ich dir was zu trinken anbieten?“
„Ich danke dir, aber die Natur gab mir schon alles was ich brauche. Mein Pferd jedoch könnte einen Unterschlupf gut vertragen.“
„Der Stall ist offen, führe es hinein.“
Der Elf nickte und verschwand im Dunkeln der Nacht. Kurze Zeit später erschien er wieder, lautlos. Sie saßen lange Zeit zusammen am Tisch und redeten von alten Zeiten, bis der Elf aufstand und ans Fenster ging. „Sie verspäten sich um zwei Stunden“, sagte er während er auf die Uhr des Gasthauses schaute. „Das gefällt mir nicht.“ Er setzte sich wieder an den Tisch, der vom Schein des Kaminfeuers erhellt wurde, und ließ sich seine Anspannung nicht anmerken. „Ich glaube es wäre gut getan, das Feuer des Kamins zu löschen, ich habe ein ungutes Gefühl.“
Tomper bekam es langsam mit der Angst zu tun. Auch wenn er den Elfen niemals durch die vielen Abenteuern begleitet hat, so hat er sehr viel von ihm und sein Gefühl für Gefahren gehört. Er stand auf und ging zum Kamin um das Feuer zu löschen, dann ging er im Dunkeln zurück zum Elfen. Sie lauschten.
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Kommentare
Visser3 schrieb am 2008-11-05 19:22:25:
Gute Geschichte, spannend geschrieben. Schreibe am Besten noch eine Fortsetzung.
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