The Darkness
von
Dr.Soltberg
1
The Darkness*
Was geschieht, wenn ein Mensch der Macht eines Gottes unterliegt?
Jackie durchquerte gemächlich die Häuserreihen, als er aus einer dunklen Gasse Schreie hörte. Er rannte geradewegs ins Zentrum des Problems. Die Seitengasse war nur von einer grell leuchtenden Laterne erhellt. Unter ihr hatte sich ein dreckiger Mann über eine Frau gebeugt und versuchte eine Vergewaltigung vorzunehmen.
Als er Jackie rennend auf ihn zustürmen sah, zog er eine Waffe.
>>Verpiss dich Freundchen, oder ich blase dir das Hirn raus.<<
Ein wimmern war von der Frau zu hören und jäh spürte Jackie Wut und Hass in sich aufflammen.
Binnen Sekunden ähnelten seine Augen toten und dunklen Schluchten. Seine Stimme verwandelte sich in ein tiefes, zittriges Grollen.
>>Lass sie los.<<
Die Augen des Verbrechers weiteten sich.
>>Heiliger Scheiß. Mit welchem gottverdammten Trick machst du das?<<
Und dann hob er, ängstlich zitternd, die Waffe. Jackie begann zu grinsen.
Dann entfesselte er seine Macht. Etliche schwarze Tentakeln brachen aus seiner Wirbelsäule und zwei schlangenartige Geschöpfe aus seinen Schulterblättern. Sein schwarzer Mantel war zerrissen, doch er beachtete es nicht. Er war rasend und lies eine todbringende Tentakel auf die Laterne zu rasen. Die wundervolle Dunkelheit entfesselte seine Macht. Der Kriminelle begann schreiend davonzurennen. Jackie wollte ihn gewähren lassen, doch eine grausame, kalte Stimme aus seinem Inneren schien sein Denken zu kontrollieren. Genau dieses Stimme Meldete sich eben jetzt, als Jackie das Leben der jämmerlichen Made verschonen wollte.
(Nein, Jackie! Lass ihn nicht entkommen. Zeige keine Gnade.)
In rasendem Zorn ließ er eine Tentakel auf den Weglaufenden einpeitschen. Sie durchbohrte ihn im Bereich des Brustkorbs und riss ihn zurück. Nun sah der Durchbohrte ihm direkt in die Augen. Noch immer bei Bewusstsein, schrie der Sterbende nun noch kläglicher. Die Dunkelheit in Jackies Innerem nährte sich von seiner Furcht. Dann als die stärksten Emotionen aus seinem Opfer zu sickern begannen stießen die beiden dunklen Schlangenartigen Köpfe zu und verschlangen den noch immer schreienden. Ihre rot glühenden Augen verzogen sich zu einem Ausdruck der Entzückung.
Sie fraßen das Fleisch befriedigt, verschlangen die Organe und ließen nur eine zerfetzte Hülle auf dem Bürgersteig zurück. Halbwegs bei Verstand wandte er sich um und sah die Frau auf dem Boden liegen. Als sie ihrem Blick begegnete, wich sie keuchend zurück.
>>Keine Sorge, Ma’am. Ihnen wird nichts mehr geschehen. Dafür habe ich gesorgt.<<, er versuchte sie zu beruhigen, doch sie schien den Tränen Nahe und beobachtete ihn mit einem Ausdruck des Abscheus. Sie schlug kreischend nach ihm, wobei ihre Handtasche ihn hart im Gesicht trag und Blut aus seiner Nase spritzen ließ. Die Dunkelheit war noch immer da.
>>Sie Monster. Was, was haben sie getan?<<
Jackie fühlte sich wie vor den Kopf geschlagen. Er spürte Enttäuschung in seinem Inneren erwachen und diesen Hass.
(Jackie… Vernichte sie. Du liebst das Blut. Ich weiß es.)
Aber er kämpfte dagegen an. Er würde ihr nichts tun. Er würde die Unschuldigen verschonen.
Doch das Dunkle in seinem Inneren war nicht zu bändigen. Mit kalter und wutentbrannter Stimme antwortete sie ihm.
(Du bist nichts als meine Marionette, Mensch. Ich werde dir meine Macht demonstrieren.)
Ohne die geringste Kontrolle über seine Fähigkeiten brach die Dunkelheit erneut aus ihm hervor und hob ihn mit diesen widerwärtigen Tentakeln über den Boden.
Die Frau begann zu zittern. Sie schien nicht einmal mehr kreischen zu können.
>>Nein, bitte. Nein, ich will nicht.<<
Und nun antwortete die Dunkelheit.
>>Widerwärtige Maden. Nun fleht ihr um Verzeihung.<<
Das Schlangenwesen stieß hervor und entriss dem Korpus der Frau das Herz. Genüsslich verschlang es das noch schlagende Organ unter den eifersüchtigen Blicken seines Zwillings.
Dann wich die Dunkelheit von seinem Körper, zurück ins Innerste seiner Seele und ließ ihn allein am Straßenrand zusammenbrechen. Höhnisch lachte sie über ihn.
Was hatte er getan?
Er zog einen Revolver aus seiner Manteltasche und steckte ich sich zwischen die Zähne. Der beruhigende Geschmack des kalten Metalls lähmte und beruhigte ihn zugleich. Die Dunkelheit jedoch schien aufgewühlt, ja fast panisch.
(Jackie, nein! Jackie, stopp das!)
Doch im grellen Schein der Straßenlaternen konnte sich das Böse in ihm nicht entfesseln.
Dann lachte sie.
(Wir sterben nicht, Jackie!)
Und er drückte ab.
(Willkommen in der Hölle, unwürdiger Wirt.)
Und dann gab es nur noch Dunkleheit…
*Nach den gleichnamigen Comics.
1
Kommentare
Keine Kommentare vorhanden.
Kommentar hinzufügen