The Devils House (1) zweiter Absatz
von
Anael
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Kapitel 1
Zweiter Absatz
"Ich glaub nich dass sie nochmal aufwacht."
Calvin rutschte auf der bequemen Ledercouch noch etwas tiefer und streichelte abwesend seinen stattlichen Bauch.
"Da könntest du Recht haben, denn wenn ich dieses Bett so sehe krieg ich glatt Lust mich wieder hinzulegen."
Zehn Augenpaare wandten sich gleichzeitig in die Richtung in der Devs Bett lag und einen langen, magischen Moment betrachteten sie sie mit einer Mischung aus Faszination und Erstaunen.
Sie stand da wie selbstverständlich in ihrer schwarzen Lederhose, der schwarzen Seidencorsage und einem Gesichtsausdruck, als könne sie kein Wässerchen trüben.
"Wie kommst du hier her?", brach Dev schließlich das Schweigen.
"Willst du diese Frage jedesmal stellen wenn ich irgendwo auftauche? Es ist ungesund zu viele Fragen zu stellen!"
Sie wanderte bei diesen Worten einmal quer durch den Raum, vom Bett bis zum mannsgroßen Kamin vor dem sich die fünf Männer auf zwei Sessel und eine Couch verteilt, gruppiert hatten.
So dicht wie es ging ließ sie sich auf dem Boden vor dem Kamin nieder und verharrte dort in Schweigen.
"Fühl dich wie zu Hause.", bemerkte Dev sarkastisch.
"Danke. Mach ich. Gefällt mir gut hier. Bei euch is es immer schön warm."
Sie wandte den Kopf um und bedachte Dev mit einem unschuldigen, kindlichen Lächeln und für einen Moment wusste er tatsächlich nicht was er sagen sollte.
Dieser Moment ging allerdings schnell vorbei.
"Wie kommst du denn nun hier her?"
"Du wiederholst dich, aber gut. Wenn dir die Antwort so wichtig ist…durch die Tür.", und sie wies mit der Hand über die Schulter hinweg auf die Doppeltür zu ihrer Rechten die zwischen Bett und Sitzecke lag.
"Ich denke du weißt dass ich das nicht meine.", erwiderte er, und das in einem erstaunlich ruhigen Tonfall.
"Du müsstest dir die Frage eigentlich selber beantworten können."
"Was soll das jetzt wieder heißen?"
Sie wandte sich nun doch vollends um und betrachtete ihn einen Moment schweigend.
"Du weißt nicht warum ich hier bin?"
"Seh' ich so aus?"
Wieder schwieg sie einen Augenblick lang.
"Nun, ich bin hier, weil ihr mich gerufen habt und das viel zu früh wenn ich das mal anmerken darf, denn eigentlich sollte mein Schlaf noch nicht beendet werden."
"Wir sollen dich gerufen haben?"
Mithraik hatte das Wort ergriffen und ihre Augen wanderten zum Sessel links von ihr.
Sie musterte kurz die Gestalt des Jungen der unmöglich älter als zehn sein konnte, dessen Augen aber die Weisheit und Lebenserfahrung eines alten, unglaublich alten Mannes ausstrahlten.
"Du bist älter als du sein solltest.", bemerkte sie nachdenklich.
"Komm her!", und ihre Stimme war so sanft und liebevoll das er auch ohne Widerspruch aufstand und vor ihr stehen blieb.
Sie sah lange in seine grau-blauen Augen bevor sie mit beiden Händen sein Gesicht zu sich runter zog.
Zum Erstaunen aller ließ er zu dass ihre Lippen einen zarten Kuß auf seine Stirn hauchten.
"Deine Bürde ist groß, kleiner Junge.", flüsterte sie und die Männer verzogen vielsagend die Gesichter bei ihren Worten.
Niemand nannte Mithraik einen kleinen Jungen, absolut niemand und alle warteten auf das Donnerwetter und es kam…nichts.
Im Gegenteil, er setzte sich auf ihren Schoß und ließ sie gewähren als sie mit ihrer Hand sanft über die aschblonden Haare strich.
"Du wirst diese Bürde nicht mehr lange tragen müssen. Das versprech ich dir."
"Wirklich?"
Er sah zu ihr auf und seine Züge trugen eine Kindlichkeit die seine Augen bisher verborgen hatten.
"Der Tag ist nah an dem wir alle von unseren Bürden befreit werden die wir tragen mussten. Wenn ich und die anderen Elemente unsere Kräfte vereint haben, ist es soweit. Ich kann spüren dass die anderen bereits mit unserer letzten Aufgabe begonnen haben. Nur noch kurze Zeit, dann hab auch ich meine Kräfte gesammelt."
"Es passieren noch so viele schreckliche Dinge bis es soweit ist und ich kann das Ende nicht sehen."
"Was kommen wird, muss so geschehen und darf nicht anders sein. Mach dir darüber keine Gedanken! Es wird alles gut, vertrau mir!"
"Wirst du bei mir bleiben?"
"Das ist nicht meine Entscheidung. Das entscheidet jemand anderes. Ihn wirst du bitten müssen wenn die Zeit gekommen ist."
Mithraik sagte nichts mehr, schmiegte die Wange wie ein Schutz suchendes Kind an ihre Brust und schlief schließlich unter ihrem zärtlichen Streicheln ein.
Nachdem sie ihn in Devs Bett gelegt hatte, nahm sie in seinem Sessel Platz und starrte wieder schweigend ins Feuer.
"Ist das gerade wirklich passiert oder träum ich?"
Gavin warf einen ungläubigen Blick in die Runde, erntete aber nur ratloses Achselzucken und entgeisterte Gesichter.
"Sieht so aus als könntest nur du uns erklären was da eben gelaufen ist.", meinte Dev und alle Blicke richteten sich auf sie.
"Er wird es euch selbst sagen wenn die Zeit gekommen ist.", erwiderte sie nur knapp ohne einen der Blicke zu erwidern.
"Diesen Satz gibst du öfter als Antwort. Was machst du denn nun wenn wir diese Zeit nicht abwarten wollen?"
"Wer hastig läuft, der fällt: drum eile nur mit Weile!", und ein freches Lächeln umspielte ihre vollen, sinnlichen Lippen.
"Shakespeare wird uns unsere Fragen auch nicht beantworten, fürchte ich."
"Dann haben Shakespeare und ich etwas gemeinsam und ihr müsst euch damit abfinden."
Ihr Ton und das bestimmte Lächeln machten unmissverständlich klar, das sie wirklich keine Fragen beantworten würde.
Dev musterte sie lange und aufmerksam.
Irgendetwas stimmte nicht!
Etwas war falsch und es dauerte einige Momente bis er begriff was…sie atmete nicht!
"Was ist mit deinem Körper?"
Zwischen seinen leicht geschwungenen Augenbrauen bildete sich eine steile Falte und in den tiefschwarzen Augen spiegelten sich Überraschung und die vielen Fragen die ihm auf der Seele brannten und die sie nicht gewillt war zu beantworten.
Sie sah an sich hinunter und schien sich ernsthaft prüfend zu mustern.
"Nun, er ist tot!", stellte sie schließlich nüchtern fest.
"Wie kann das sein? Dein Körper ist doch menschlich!"
Sie lachte kurz, jedoch ohne jegliche Freude.
Im Gegenteil, es klang auf seltsame Art bitter.
"Der Körper…ja, der ist menschlich. Ich bin aber kein Mensch! Ich bin Macht, gefangen in einem sterblichen, zerbrechlichen Körper."
Ein schwer zu deutendes Lächeln umspielte erneut ihre Lippen, verschwand aber genauso schnell wie es gekommen war.
"Und dieser Körper ist tot?"
Dev beobachtete ganz genau wie sie sich verhielt, ihre Gesichtszüge und Blicke, ihre Körperhaltung, überhaupt alles.
Er wurde das Gefühl nicht los dass sie irgendetwas verbarg.
Seit er das erste Mal mit ihr gesprochen hatte war dieses Gefühl wie ein leises, aber doch stetiges Wispern und Raunen in ihm erwacht.
Es wanderte wie ein seicht fließender Fluss durch alle seine Gedanken und lenkte alle seine Sinne allein auf die Aufgabe, verräterische Zeichen zu erkennen die sie unbewusst aussandte.
Doch sie beherrschte ihre
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Kommentare
Anael schrieb am 2006-10-19 03:52:29:
Liebe Ina.Dass ich meine Protagonistin "Crow" nenne hat mit dem was du meinst, gar nichts zu tun.
Meine beste Freundin hat mir diesen Namen gegeben, wegen meines ruhelosen Charakters und
ich erfülle ihren größten Wunsch indem ich diesen Namen verwende.lg Anael
Anael schrieb am 2006-10-18 21:31:41:
Liebe Lexa In der indianischen Mythologie wird der Krähe der Tod und die Reise zugeordnet, ansonsten dem Raben, das
ist richtig.Und danke für das viele Lob.Das spornt mich wirklich sehr an. :) lg Anael
Ina schrieb am 2006-10-18 20:06:01:
"The Crow" lässt grüssen. Ganz nett, aber nicht sehr originell. Dennoch, du hast einen gutern Stil
Lexa schrieb am 2006-10-18 15:36:39:
*Seufz*, bitte noch mehr...( lechz)
mit der Symbolik,der Krähe habe ich leichte Probleme: Harmonie und Frieden werden ihr auch zugesagt,
das mit der Reise (nehm ich *g*), der Tod wird dem Raben zugeteilt.
Den letzten Satz liebe ich besonders.. LG Lexa
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