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Kategorien > Horror > Action

The Fog

von Christiane

Müde nach dem langen Tag im Laden schloss Sascha die Tür ab und machte sich fröstelnd auf den Heimweg. Der kleine Laden führte Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände, obwohl viele Einwohner inzwischen lieber in die nahegelegene Stadt zum Einkaufen fuhren, seit dort der neue Großmarkt eröffnet hatte. Tief durchatmend holte er seinen Discman aus der Tasche und legte seine Lieblings CD ein, Kiss. Als er losmarschierte, schnippte er im Takt der Musik mit den Fingern und grölte einige Textstellen lauthals mit. Die enge, kopfsteingepflasterte Straße mit den kleinen, eng beieinanderstehenden Häusern lag, nur von einigen altersschwachen Straßenlaternen beleuchtet, im Dämmerlicht der Nacht. Dunkle Wolken hingen tief über dem Ort und ließen nur wenig Mondlicht durch. Es war niemand zu sehen, alles war friedlich und still, während er sie durchquerte. "Zum kotzen langweilig, dieses Dreckskaff! Nie passiert hier was." murrte er in Gedanken. Dann lächelte er, als er einen kleinen Hund bemerkte, der ziellos durch die enge Gasse irrte. "Komm her Kleiner." lockte er ihn und der kleine Hund kam, froh, eine freundliche Stimme zu hören, sofort zu ihm gelaufen. Sascha kraulte den braun-weiß gefleckten King Charles Spaniel erst, dann packte er ihn roh, schmiss ihn aufs Pflaster und zertrat ihm die Läufe. Die Schreie des Hundes weckten einen der Anwohner auf. Fensterläden wurden aufgerissen und wütende Stimmen erhoben sich. Sascha, berauscht von der Gewalt und der Qual des Tieres, brüllte aggressiv zurück und schüttelte die Fäuste. "Schnauze ihr Spießer! Sonst seid ihr das nächste Mal dran." Weiter vor sich hin schreiend verpasste er dem hilflos am Boden liegenden Tier noch einen festen Tritt und verschwand. Als er sich seinen Weg durch die verwinkelten Gassen suchte, merkte er nicht, das sich ein Stück weit hinter ihm dichter Nebel zusammenzog und ihm langsam folgte.

Saschas Familie hatte ihren Bungalow etwas Außerhalb des Ortes am Rande des hiesigen Waldsees gebaut. Umgeben von tiefen, immergrünen Tannenwäldern hatten sich seine Eltern ein Stück Himmel geschaffen.
Sascha bog in den Waldweg ein, der ihn in 20 Minuten nach Hause bringen würde. Die Dunkelheit störte ihn nicht, er war den Weg von klein auf gewöhnt und ging ihn ständig. Weiter munter vor sich hin grölend erinnerte er sich an die Messe und das geile Gefühl der Macht, das er während der Zeremonie empfunden hatte. Er schloss die Augen und atmete tief ein. Ja es war schon geil gewesen, als das heiße Blut dieses spießigen Arschlochs heftig pulsierend aus seinem Hals geschossen kam und sie alle es tranken. Er grinste und fuhr sich mit der Zunge genießerisch über die Lippen, als ob immer noch einige Blutstropfen dort hängen würden.

Schritt für Schritt ging er den schmalen Waldweg entlang, als er plötzlich das merkwürdige Gefühl hatte, angestarrt zu werden. Deutlich fühlte er dieses merkwürdige Prickeln im Genick. Er stockte, blieb stehen und sah zurück auf das Stück Weg, das er gekommen war. Die Augen zu Schlitzen verengt stierte er in die Nacht. In einiger Entfernung konnte er eine undurchdringliche Nebelbank erkennen, die den Pfad entlang auf ihn zukroch. Irgendetwas irritierte ihn an diesem Nebel und er schaltete den Discman aus, um sich besser konzentrieren zu können. Ein Blick zum nächtlichen Himmel zeigte ihm, das die Wolken sich noch mehr zusammengezogen hatten und kein bisschen Mondlicht mehr durchließen. Sie sahen fast noch schwärzer aus als die Bäume in der Nacht. "Schwarz auf noch schwärzer" kicherte er hässlich. Der Gedanke gefiel ihm, das musste er Patrick, dem Anführer seiner Satanistenbande, erzählen. Als dann sein Blick wieder auf den seltsamen Nebel fiel, verging ihm das Kichern. Er traute seinen Augen kaum, als ihm klar wurde, das der Nebel feste Konturen hatte, sich ausschließlich auf den Weg bewegte und auch noch auf ihn zu. Der Waldboden sollte doch dann eigentlich auch in Nebel gehüllt sein, wunderte er sich, und spürte das leise Pochen einer Panikattacke in seinen Nervenenden.
Wie blöde starrte er ihn an, überlegte dann. "Eigentlich ist es noch zu früh für Nebel" Einen Augenblick später fiel ihm die Stille auf, aber es war nicht einfach nur Stille, es war vielmehr ein völliges Fehlen von Geräuschen. Etwas völlig anderes. Nicht mal das leise Rascheln kleiner Tiere war zu hören. Wie tot. Weich und weiß schwebte der Nebel den Waldweg entlang, strich sacht über die Blätter und Zweige am Wegesrand und verharrte etwa 3 Meter entfernt von Sascha. Seine Nackenhaare stellten sich auf. Langsam wich der Junge zurück in Richtung seines Zuhauses. Der Nebel folgte ihm, langsam, stetig, unaufhaltsam, schien ihn geradezu anzustarren. Sascha schluckte hart und überlegte.
Er war hart im Nehmen und schiss sich nicht so leicht in die Hose. Doch irgendetwas war nicht in Ordnung, ganz und gar nicht in Ordnung, aber was zur Hölle war es? Mit zu schlitzen verengten Augen starrte er direkt in den Nebel. Da, inmitten des Nebels, schien sich etwas zu bewegen. Etwas oder vielleicht auch..... jemand? Schritt für Schritt näherte er sich aufs äußerste angespannt dem Nebel. Die finstere Ausstrahlung des fahlen Dunstes verstärkte sich, er verdichtete sich - und verharrte auf der Stelle. Es schien fast so, als würde er auf den jungen Mann warten. Je näher Sascha dem seltsamen Nebel kam, desto kälter wurde ihm, fast so, als ginge die widernatürliche Kälte vom Nebel aus. Stoßweise ging Saschas Atem jetzt und kondensierte in der kalten Luft. Sicherheitshalber zog er sein Messer aus dem Gürtel, für alle Fälle. Dann sah er die verschwommenen Konturen eines Mannes im milchigweißen Wabern und brüllte ihn an:" Komm` da raus, du elender Penner! Ich werds dir zeigen! Mich verarschst du nicht umsonst!"
Doch auf das, was dann geringschätzig rausgeschlendert kam, war er nicht gefasst. Sascha stierte verständnislos die leichenblasse Gestalt an, die nun auf ihn zukam. Maden rieselten aus seines Gegenübers Kleidern und er konnte kleine Spinnen sehen, die sich Netze zwischen Ohren und Hals seines Gegenübers webten. Es schüttelte Sascha und er wurde erst Weiß und dann Grün im Gesicht. "Nein! Du bist tot! Wir haben dich getötet!" flüsterte er der Gestalt fassungslos zu. Keine Antwort. Sascha schüttelte sich, dann erinnerte er sich an die Worte seines Anführers und fasste neuen Mut. "Was willst du hier? Warum gehst du nicht zu Patrick? Er hat dich zurückgerufen, nicht ich!" "Nur keine Sorge, um Patrick kümmere ich mich noch früh genug." kam es heiser zurück. Dann grinste die Gestalt.

Sascha machte kehrt und rannte wie von Teufeln gehetzt den Weg entlang.
Heftig keuchend rannte er den verschlungenen Waldweg entlang. "Scheiße, Scheiße, Scheiße!" fluchte er erst leise, dann immer lauter vor sich hin und rannte, was die Lunge hergab.
Um die kleine Biegung herum und er konnte schon fast die Außenbeleuchtung seines Hauses zwischen den Bäumen erkennen. Er legte eine Vollbremsung hin, als er den Nebel erneut sah, diesmal vor sich, zwischen ihm und seinem Elternhaus. Mika stand da, gelassen und immer noch grinsend. "Du entkommst mir nicht!" flüsterte er heiser. Sascha erstarrte vor Angst und bemerkte auf einmal, wie es ihm warm in der Hose wurde, warm....und feucht. "Oh Scheiße!"
schluchzte er, stierte den verrottenden Zombie vor ihm an, der auf ihn zu schlenderte, machte wieder kehrt und rannte in die Richtung, aus der er gekommen war. Er weinte jetzt. Als eine weitere Biegung zwischen sich und den Zombie gebracht hatte, stoppte er, sah sich um, und als er sich vergewissert hatte, das der ihn nicht sehen konnte, brach er seitlich ins Unterholz ein und versteckte sich im Blätterwald. Zitternd duckte er sich unter einen dichtbelaubten Ast und spähte nach seinem Verfolger. Scham und Wut brodelten in ihm, doch die Angst und das Entsetzen hielten ihn eisern im Zaum. Er schluckte hart und starrte weiter in Richtung Pfad.
Nichts zu sehen. Verdammt! fluchte er in Gedanken vor sich hin. Wo steckte der Bastard bloß? Die Minuten vergingen und dehnten sich zu Ewigkeiten. Schließlich kam Sascha vorsichtig aus seinem Versteck und schlich sich langsam zum Pfad zurück. Immer noch lastete die tiefe, unnatürliche Stille auf dem Wald und drückte ihm aufs Gemüt.
Er unterdrückte sein heftiges Atmen, schob die störenden Äste mit den Händen aus dem Weg und sah in Richtung des Hauses. Einladend und Sicherheit versprechend leuchteten die Lichter in den Fenstern stetig durch die Nacht. Nachdem er sich vergewissert hatte, das der Nebel verschwunden war, machte er sich erleichtert auf den Heimweg. Keine 2 Schritte weiter schlugen sämtliche Alarmglocken in seinem Kopf an und seine Nackenhaare stellten sich auf. Mit vor Panik weit aufgerissenen Augen drehte er sich in alle Richtungen, konnte aber nichts erkennen.
Er taumelte rückwärts, schluchzte auf, konnte die bösartige Präsenz fühlen, die sich ihm unaufhaltsam näherte. Von allen Richtungen schien sie zu kommen. Wo steckte der verdammte Bastard? Sein Herz hämmerte wie wild in seiner Brust und schien seine Rippen sprengen zu wollen. Wo zur Hölle steckte dieser Hundesohn bloß? Dann, rechts im Unterholz, Nebel stieg auf, näherte sich ihm. Sascha schrie auf, erstickte den Schrei mit seiner Hand, während er in die entgegengesetzte Richtung stürzte, blind aufs rettende Haus zuhaltend. Um die letzte Biegung rum, die Haustür schon fast in Reichweite, spürte er plötzlich einen mörderischen Schlag auf den Rücken, der ihn von den Beinen riss. Eiserne Fäuste schlossen sich um seine Knöchel und zogen ihn mit ungeheuerlicher Kraft zielstrebig zurück ins Unterholz, auf den Nebel zu, der sich schon beinahe erwartungsvoll verdichtete.

Sascha schrie und zappelte wie wild, doch niemand hörte ihn. Immer lauter, immer panischer wurden seine Schreie, bis sie abrupt endeten. Der Nebel zog sich an einer Stelle zusammen, bildete eine undurchsichtige Wolke, hing eine Weile in den Ästen und verzog sich dann wieder.

Seine Eltern fanden die verstümmelte Leiche ihres Sohnes am nächsten Tag. Die Tiere des Waldes hatten schon ganze Arbeit geleistet.

Kommentare

Harrycane83@web.de schrieb am 2009-07-25 16:25:12:
Warum ? !
Vielleicht weil er ein satanist war und er zusammen mit seinem freund dem Patrik diesen Mika umbrachten. Und dann zurück holten. Das er nicht normal ist wird in der Storry klar. mann hast ihn . dan stirbt er. dan sollte es ein ende sein, was man sich villeicht erhofft hatte.

Naja ...
r.laure@arcor.de schrieb:
Warum?
Das is die einzige Frage die ich stellen möchte. Stilistisch und inhaltlich find ich die Story recht gut, aber ich weis nicht was ich damit anfangen soll. Wenn du versuchen würdest noch ein wenig an Backgroundstory reinzubringen, dann würde die Geschichte sehr viel mehr fesseln. So wie sie nun ist wirkt sie eher wie ein Kapitel aus einen Dean R. Koontz-Roman. und das ist schade :-)
Darkangel

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