The Loveing
von
Sokudus
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Lange stand das Mädchen an der einzigen Lichtquelle an der Brücke und starrte angestrengt in das dunkel. Wie schon so oft an diesem Abend seufzte sie leise und zupfte unruhig an ihrem weißen Rock herum. Ihr schönes, schwarzes, wallendes Haar rollte sie ab und an unruhig mit ihren Fingern…und wieder sah sie sehnsüchtig in die Dunkelheit. Man konnte sie mit Fug und Recht schön, wenn nicht gar bezaubernd nennen. Doch Ihr Blick lies keinen Zweifel über ihre derzeitige Traurigkeit aufkommen. Sie war sich sicher, dass er gesagt habe, dass er sich hier mit ihr treffen wollte. Sie hörte in der Ferne die Turmglocke schlagen. Vor zwei Stunden wollte er sie hier treffen, sie war sich ganz sicher.
Ihr Kopf senkte sich und ihr Blick traf den Boden. Erschöpft und des Wartens müde lehnte sie sich an die Säule der Straßenlampe und verharrte Still.
Es begann zu regnen. Unscheinbar fielen die ersten Tropfen, dann immer stärker und in kleineren Abständen, bis sie angereiht, dennoch leise vom Himmel fielen und das Mädchen in kürzester Zeit durchnässten. Doch sie verharrte Still und sah auf den Boden, den Regen nur mit einem beginnendem Zittern der Anwesenheit würdigend. Menschen liefen an ihr vorbei. Menschen, die sie gar nicht wahrnahm. Menschen, die für sie im Moment nur Schatten waren. Sie war sich so sicher, dass er gesagt hatte, dass er sie hier treffen würde. Er hatte es ganz sicher gesagt. Vor zwei Stunden wollte er sich mit ihr treffen. Und zwar hier, an diesem Platz. Deshalb verharrte sie. Sie schlang ihre Arme um sich und rieb sacht über ihre Oberarme, das Zittern konnte sie nun nicht mehr unterdrücken.
Als Plötzlich der Regen über ihr endete. Sie starrte hoch und wurde sich eines Regenschirmes bewusst, der über sie gehalten wurde. Sie sah vom Regenschirm zu seinem Träger. Hoffnung und Freude flammte in ihr auf, jedoch nur kurz, bis sie endlich erkannte, wer es denn war.
Nein, es war nicht Jonathan…es war nur Thomas, ihr bester Freund, dem sie erzählt hatte, dass sie Jonathan hier treffen wollte.
Sie wendete den Blick ab und sprach nur leise, mit zittern in der Stimme.
„Du weißt doch…das ich Jonathan treffen wollte, Thomas, warum bist du hier…?“
Schnell, ohne das sie überhaupt reagieren konnte, zog er sie an seine Brust, einen Arm um sie legend, mit dem anderen immer noch den Regenschirm haltend.
„Jonathan kommt nicht, Julia“
Alles bäumte sich in dem wunderschönen Mädchen auf. Sie wollte nicht an der Brust ihres besten Freundes sein, sie versuchte sich wegzudrücken, doch er hielt sie fest.
„Lass mich….du LÜGST!“
Sie kratzte, sie schlug ihn, versuchte mit aller Gewalt loszukommen. Doch er hielt sie nur an sich gedrückt und lies es über sich ergehen, bis sie sich einigermaßen beruhigt hatte.
„Julia“, whisperte er leise:“ Ich habe Jonathan gesehen. In der Stadt. Mit Victoria.“
Das Mädchen keuchte auf, versuchte sich wieder loszumachen, diesmal jedoch mit viel weniger Kraft und Energie als vorher.
„Du…lügst doch…du wolltest mich…niemals mit anderen gehen lassen…weil du mich liebst!“
Sie spürte deutlich ein Zittern in seinem Arm. Nein, er war nicht unattraktiv. Jedoch war er ein wenig anders als andere, interessierte sich für andere Dinge als andere und war fast nur zu Hause. Doch dafür nahm er keine Drogen und trank nur sporadisch. Er war der ideale Freund. Und irgendwie bereute sie ihre Worte sofort.
„ …Du hast Recht, Julia. Ich liebe dich. Ich liebe dich über alles. Aber wie du selbst sagtest, kannst du dir nicht vorstellen, mit mir zusammen zu sein, also versuche ich einfach nur ein guter Freund zu sein. Und als guter Freund und jemand, der dich über alles liebt, kann ich doch nicht tatenlos zu Hause sitzen, während du hier im Regen stehst und auf jemanden wartest, der niemals kommen wird.“
Tränen schossen ihr in die Augen, sie wusste nicht einmal warum. Sie wollte nur weinen, denn sie wusste, dass er sie nicht anlügen würde. Nein, Thomas hatte sie noch nie angelogen, und würde es auch jetzt nicht tun. Sie verbarg ihr Gesicht an seiner Brust und weinte die gesamten letzten Stunden aus sich hinaus.
Und Thomas… Thomas spürte sie. Es war nicht Jonathan, der für sie da war, nein, es war Thomas, der bei ihr stand und sie in einer beschützenden und liebevollen Umarmung festhielt. Langsam, nach einigen Minuten, hob sie den Kopf. Ob durch Zufall sah er genau in diesem Moment zu ihr hinab. Sie konnte sich dem Glanz seiner Augen nicht erwehren. Er war hier. Er liebte sie. Warum hatte sie nie erkannt, wie viel sie für ihn empfand? Sie legte ihren Kopf wieder seitlich auf seine Brust und schloss die Augen.
„Bring mich bitte nach Hause, Thomas…“
Er nickte nur, sie merkte es und führte sie nach Hause. Der Regen hatte nachgelassen, die Kälte verschwand, doch wollte sie sich nicht aus seiner Wärme begeben, nein, sie wollte Wärme spüren. Sie brauchte diese Wärme nun, wenn sie überleben wollte. Wenn sie diese Stunden überleben wollte.
Das war nun eine Woche her…
Und wieder sah man ein Mädchen alleine an der einzigen Lichtquelle an der Brücke stehen.
Doch diesmal sah man auch einen Jungen am anderen Ende der Brücke stehen, der das Mädchen beobachtete…mit Tränen in den Augen.
„Auch diesmal, liebste Julia…wird Jonathan nicht kommen. Und ich frage mich einmal mehr wie oft ich es noch ertragen kann, dir deine Sorgen zu nehmen. Ohne, dass meine Liebe zu dir erlischt.“
…
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Kommentare
ArcticFire@gmx.at schrieb am 2009-11-12 02:05:58:
aua... auch wenn dies sicher einer andewren gilt... ich sehe darin das, was uns einst verband.... und schließe verzweifelt meine Augen, während meine Tränen den Boden bedecken.. Chelsea
Elisa schrieb am 2009-03-05 19:31:03:
Wow, diese geschichte ist echt voll süß...
mit heulfaktor... *schmelz*
voll toll, mach weiter so!!!
mfg
jenna schrieb am 2007-10-24 01:13:36:
wow ...respect ..so tolle geschichte ..wuiii ...echt klasse ..weita so =)
Ruth schrieb am 2006-12-12 22:09:16:
Deine Geschichte ist super!
su-c schrieb am 2006-10-25 17:05:10:
Wow... das ist echt wunderschön. Find ich süß, dass du als Junge/Mann solche schönen Liebesgeschichten schreiben kannst :P
Bina schrieb am 2006-08-31 17:15:26:
Einfach wundervoll! Vor allem der letzte Satz!
MFG Bina
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