The Reflection
von
Dr.Soltberg
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The Reflection
Wie benommen taumele ich durchs Haus. Angelangt in der Küche entleere ich den hauseigenen Vorrat an Whiskey. Mit wenigen, riesigen Schlücken ist das große Glas geleert und ich renne weiter durch den Eigenbau. Wahnsinnig benommen mache ich vor dem Fenster im Flur halt.
Ich sehe meine Reflexion im Fenster. Es ist schmutzig.
Das kann nicht sein, denn das gesamte Haus ist sauber. Alles ist hier sauber.
Ich bin im Recht und starre benommen in mein wankendes Spiegelbild, vom Dreck entstellt.
Das kann nicht sein, denn dieses Haus ist sauber und auch wenn des Fensters Innerstes sauber ist, so ist doch die mir zugewandte Seite beschmutzt. Es verzerrt meine Gesichtszüge. Bin ich der, den ich sehe? Bin ich der, der ich denke zu sein?
Ich bin im Recht, doch mir fehlt die Macht es zu zeigen.
Was ist nun los? Ich starre zurück auf den Flur und auf die Küche aus der ich gekommen bin. Oh Gott, warum muss alles immer so schrecklich falsch laufen.
Ich sehe meine Reflexion im Fenster, doch sie ist fremdartig.
Bin ich der, der ich denke zu sein? In der Küche brennt noch Licht.
Wollt ihr nicht auch einmal in mein persönliches Fenster blicken?
Ich starre es an.
Protektor.
Injektor.
Infektor.
Rejektor.
Defektor.
Mein Gesamtbild ist destabilisiert. Das Haus ist doch so sauber. Ich bin doch so sauber.
Wie dem Wahnsinn nahe, muss ich mich krampfhaft umsehen. Wer beschmutzt mich?
Wer bringt die Ordnung in meinem sorgfältig gereinigten Gefängnis durcheinander? Irgendeine Art von Monster. Ich werde stärker, beginne zu zittern. Ich nähre mich von dem Hass und der Verwirrung in meinem Inneren. Dieses unsichtbare Problem mischt sich in meine Angelegenheiten ein. So etwas kann- nein, so etwas darf nicht sein. Wer bringt die Balken auf denen meine Welt gebaut ist zum brechen?
Nein, mir geht es gut und nun, wer immer du bist, lass mich allein.
Bitte strafe mich nicht.
Ich sehe meine Reflexion im Fenster. In dem Fenster, das beschmutzt ist.
Wo ist dieses unsichtbare Monster.
Öffne deine Augen ich bin genau hier!
Öffne dein Herz ich bin in dir!
Mit einer panischen Emotion beginne ich stärker zu zittern.
Das Haus ist sauber.
Förmlich kann ich den Schmerz in mich dringen spüren.
Das Zittern meines Hirns fühlen.
Es ist alles eine Illusion.
Mit der geballten Faust stoße ich durch das Fenster.
Ich erwarte den Schmerz, das Blut, doch nichts zeigt sich. Auch das Fenster bleibt unangetastet. Es funkelt mich mit seinem Dreck weiter grauenvoll verhöhnend an. Meine Hand hat das Objekt meines Hasses nicht durchbrochen. Weiter schimmert es ihr ewiges Schimmern im verendenden Licht der Abendsonne. Wutentbrannt stürme ich ins Wohnzimmer, das zwischen Flur und Küche liegt.
Projektor!
Protektor!
Rejektor!
Infektor!
Projektor!
Rejektor!
Infektor!
Injektor!
Defektor!
Ejektor!
Detektor!
Das Wohnzimmer scheint im falschen Glanz der Sauberkeit. Plötzlich kann ich das Alles nicht weiter ertragen. Ich werfe das giftgrüne Ledersofa um, reiße den Fernseher mit einem Ruck aus seiner Verkabelung und ergreife die grell leuchtende Stehlampe. Mit einem kräftigem Stoß ramme ich den Lampenschirm gegen die helle, vollkommen saubere, Tapete, die augenblicklich Feuer fängt, als die gemütlich leuchtende Birne im Innerem der Lampe, in einem Hagel aus Glassplittern, zerplatzt.
Schwach und matt stehe ich vor dem Haus. Vor dem Haus, das meine gesamte, perfekte Welt dargestellt hat. Ich habe das Gefühl, dies schon unendliche Male erlebt zu haben. Oh ihr Götter, bewahrt mich vor dem Wahnsinn. Wenn ich es nur gekonnt hätte, meine Augen von dem brennendem Altbau abzuwenden. Sirenen umhüllen meinen ausdruckslosen Kopf. Während etliche Stimmen versuchen mich aus meiner berauschenden Trance zu zerren, aber das würden sie niemals schaffen, solange ich es nicht selbst will.
Seltsame emotionale Vermischungen tragen mich davon und ich scheine ein weiteres Mal vor diesen mächtigen Flammen zu sterben.
Ein letzter Blick und sinke in eine weitere ewige Dunkelheit, durch die mich Ausgeburten der Hölle verfolgen. Es sind längst dahingeschiedene Geister.
Ich sehe meine Reflexion im Fenster, sie ist Fremdartig.
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Kommentare
Demeter schrieb am 2007-09-13 18:00:06:
Ich finde deinen Ausdruck manchmal etwas seltsam, aber die Geschichte ist gut geworden.
Der Charakter in deiner Geschichte versucht verzweifelt Ordnung zu erreichen, wenn ich mich nicht irre.
Aber diese scheint für ihn unerreichbar zu sein.
sina franke schrieb am 2007-08-29 18:45:26:
wahnsinn geschrieben, aber so unerklärlich. warum ist er so verbittert? was macht ihm angst, seine eigene unordnung, die er wiederspiegelt? die unordnung in seinem leben? was hat er getan, dass es sich so elend fuehlt?
aufjedenfall ganz klasse geschrieben.
lg sina
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