Time Steps - Legenden der Zeit (Allmachts-Zyklus ;
von
Leinad Linguisti
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konnte nicht alles sein. Die Menschen lenkten ihr Schicksal selbst. Jede Geste. Jeder neue Umstand veränderte alles.
„Du begreift noch immer nicht“, sagte die Stimme die ihn auch bisher geleitet hatte. Noch zwei Legenden werden dir vorgetragen werden. Du musst aufhören für alles einen Sinn zu sehen. Das Nichts folgt keiner Ordnung. Keiner Logik.“
II.
„In allem gibt es einen Sinn“, sagte Roland trotzig.“
Er wollte einfach nicht glauben, dass es eine Kraft gab, die einfach nur so zerstören und töten konnte. Die Kraft, der er Treue geschworen hatte.
„Das Nichts ist sich keiner Schuld bewusst. Keine Tat kann ihr zu Lasten gelegt werden, Roland. Sie überlässt ihren Günstlingen die Entscheidungen. Wenn dein Weg nach Westen zum Ende der Welt führt, so ist es einfach so.“
Roland ballte die Hand zur Faust.
„Das ist so naiv.“
„Wer sagt den, dass es ihr gefällt? Wer hat behauptet, dass die Nicht-Existenz dieses Schicksal gewollt hatte. Sie wäre die letzte, die dies zulassen würde, doch sie muss. Es ist ihr Weg. Ihre Aufgabe. Ihr Fluch.“
III.
„Warum kämpft sie dann nicht dagegen an“, versuchte Roland es ein letztes Mal?“
„Weil sie den Kampf verlieren würde und ein anderer ihren Platz einnehmen muss. Sie versucht die Situation so schmerzlos wie möglich zu gestalten. Darum braucht sie Gläubige, die bereit sind alles zu tun. Kommen wir jetzt zur vorletzten Legende. Horche.“
17.Teil: Time Steps (3) – Die Legende vom Nicht-Sein
I.
„Schwarz und zuweilen bedrohlich tritt das Nicht-Sein auf. Als eine der fünf treibenden Kräfte die diese Welt zusammenhalten. Doch im Gegensatz zu ihren Brüdern hat die Nichtexistenz keinen Einfluss auf die Welt der Menschen. Sie kann nur anleiten und das macht es so gefährlich. Die wenigsten messen dem Nichts große Bedeutung bei. Das Nichts kann nicht beschrieben werden. Keine Ausführung erscheint logisch und das macht sie zu einer der am Schwersten zu verstehenden Allmächte.“
II.
„Licht, Dunkelheit, Finsternis, Hölle und Neu´tris. Vier Mächte des Seins und eine des Nicht-Seins. Das Gleichgewicht mag unfair erscheinen und doch kann die Nichtexistenz von keiner bekannten Kraft zerstört werden. Sie regeneriert sich selbst. Die Macht desjenigen der ihr huldigt mag groß sein, doch der Preis der dafür zu bezahlen ist sprengt jede Vorstellung. Gefühlskälte umweht einen, sagen manche. Gleichgültigkeit und Hass auf die Welt, meinen andere. Niemand weiß wirklich was geschieht.“
18.Teil: Unzerstörbar
I.
Roland horchte beim letzten Satz ganz besonders auf. Niemand wusste also wirklich was geschieht, warum maß man sich also an, über das Nichts zu richten. Der Korrektor erschauderte als die Stimme an seinem Ohr entlang fuhr.
„Du beginnst zu verstehen, Roland. Keiner weiß was geschieht, keiner spricht darüber. Also hat keiner das Recht zu urteilen und doch tun sie es. Das Nichts wird immer eine unterdrückte Kraft sein, wenn nicht der legendäre Erwählte kommt, dessen Auftauchen Neu´tris mit Ungeduld erwartet. Sie weiß, dass er kommen wird. Ausgestattet mit den gewaltigsten Kräften aller Mächte, wird er die Schlacht zu ihren Gunsten entscheiden und alles wird in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt.“
II.
„Es wird so sein, als wäre es nie anders gewesen“, sagte Roland betrübt.“
Die Stimme kicherte.
„Betrübt dich das. Ich dachte das wäre es, was du wolltest. Gleichheit für alle.“
„Aber es werden Menschen sterben.“
„Die Menschen existieren bereits nicht mehr, falls du das vergessen hast. Die Korrektoren der Waage haben alle ausgelöscht. Nun wird die Welt von Finsternis verhüllt. Willst du sie retten, Roland? Du hast Neu´tris Treue geschworen.“
III.
„Ich habe nicht vor mein Wort zu brechen, aber es muss einen anderen Weg geben. So darf es nicht enden.“
„Du gehst die Sache zu menschlich an. Entsage deinen Gedanken und Gefühlen und tauche vollkommen ein in das Nichts. Lass dich von ihm beflügeln. Nutze die in dir verborgenen Kräfte. Für deine Tochter.“
Roland schloss die Augen, als eine letzte Vision über ihn kam. Für seine Tochter.
19.Teil: Time Steps (4) – Die Legende von der Zeit
I.
„Nichts auf der Welt widersteht der Zeit. Außer den Allmächten, die unabhängig von der Zeit existieren. Der Zeit muss alles weichen. Die Jahreszeiten, die Menschen und sogar die Zeit selbst. Denn mit jeder Sekunde die vergeht, stirbt die vergangene Sekunde. Ein endloser Strudel.“
II.
„Die Zeit ist eine der weiteren Notwendigkeiten des Seins. Die Lebensspanne eines Lebewesens darf nicht größer sein als die der Götter. Eine Stunde kann ewig dauern, je nachdem was man erlebt. Wenn man traurig ist, verrinnt die Zeit anders, als wenn man glücklich ist.“
20.Teil: Das Herzlicht (6) – Roland versteht
I.
Roland ging die Stufen der silbernen Treppe weiter nach oben. Er hatte der letzten Legende gelauscht. Der Korrektor sah ein Licht am Himmel. Er erklomm die letzte Stufe. Als er zurückblickte war dort nur noch Finsternis. Jetzt gab es kein Zurück mehr. Er ging weiter und weiter den langen wolkenverhangenen Gang entlang. Die Luft war unerklärlich sauber und rein.
II.
„Du bist im Begriff mich zu finden, Roland.“
Die Stimme gehörte nicht der Nicht-Existenz. Sie war männlich und hart.
„Aber willst du mich auch finden?“
„Zeig dich, wer bist du?“
„Du hast die Schwelle zum heiligen Reich der Mächtigen überschritten. Dich erwartet ein schreckliches Schicksal, wenn du weitergehst.“
„Dolnar“, spekulierte Roland.“
III.
„Dolnar, ist nicht hier. Nur der Wächter ist hier und du, Korrektor.“
„Der Wächter worüber?“
Das Dunkel lichtete sich. Aus dem Schatten trat ein großer Mann in der Erscheinung eines Kriegers. Eine Streitaxt hielt er drohend erhoben und seine Augen zeugten von purer Mordlust.
IV.
„Ich bewache den Eingang zum Reich der Erhabenen. Immerdar, wo die Ewigkeit sterblich ist.“
Roland wischte sich den Schweiß von der Stirn. Auf einmal überkam ihn ein Gefühl der Leere. Der Krieger war ihm an Stärke überlegen und noch immer konnte er nicht auf seine angeblich verborgenen Fähigkeiten zugreifen.
Ende des zweiten Teils
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