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Kategorien > Love Story΄s > Fantasy

Tithen Aica

von Ciina

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Tithen Aica

Caron:
„ Das könnt ihr nicht machen!“, schrie ich Fürst Lenard an. Der schwarzhaarige Mann vor mir war ungefähr zwei Köpfe größer als ich und sah mich mit grauen Augen spöttisch an:
„ Nun, für eine Maid redet Ihr zu dreist.“
„ Und für einen Fürsten seid Ihr zu…“, mein Vater legte mir eine Hand über den Mund, so dass meine Beleidigung nicht zu verstehen war.
„ Entschuldigt meine Jüngste, mein Fürst. Sie liebt diesen Hof über alles und kann nicht verstehen, warum Ihr ihn beschlagt nahmt.“, erklärte er demütigt und warf mir einen scharfen Blick zu. Ich befreite mich von ihm und verschränkte meine Arme vor meiner Brust.
„ Nun, Bauer. Ihr habt Eure Steuern nicht bezahlt und da Ihr auch sonst keine Entgeltung für meinen Schutz gebt, muss ich Euch leider einer Strafe unterziehen?“, erklärte der Fürst.
„ Schutz?“, rief ich empört, „ Dank Eurem Schutz haben uns nicht die Banditen überfallen, sondern Eure Soldaten. Sie aßen uns alles weg und verlangten dafür auch noch Geld. Dann erhöht Ihr auch noch die Steuern und verlangt, dass wir diese bezahlen können? Wenn das so ist, können wir auf Euren Schutz gut verzichten.“
„ Ihr solltet Eurer Tochter Manieren einbläuen. Eine Tracht Prügel oder eine Woche Gefängnis habe schon manche Wunder bewirkt.“, sagte Fürst Lenard mit samtweicher Stimme zu meinem Vater. Der zog mich einen Schritt vom Fürsten weg und flüsterte mir zu:
„ Hört auf alles noch schlimmer zumachen. Wir können nichts tun!“
„ Was? Vater, das was hier passiert ist unrecht. Er will Euch den Hof und die Töchter wegnehmen und Euch in den Kerker werfen, weil seine Soldaten unsere Steuern wegessen. Jonas würde so etwas nicht erlauben. Er hätte ihn im hohen Bogen vom Hof geschmissen.“, ich riss mich von meinem Vater los und funkelte ihn wütend an. Vater fuhr sich durch seine Haare, die nach dem Tod meines Bruders die Farbe von Regenwolken hatte und sah mich mit traurigen grünen Augen an.
„ Dein Bruder ist tot, Caron, und er wird niemals wiederkommen. Also, hör auf von ihm zusprechen.“, sagte er dann mit fester Stimme.
„ Caron?... liebenswert. Nein, das ist sie nicht!“, ertönte es vom Fürsten. Ich wirbelte herum und wollte etwas erwidern, doch mein Vater zog mich weg.
„ Lass mich los!“, zischte ich und wand mich in seinem Griff. Doch Vater drückte noch fester zu und zog mich so zu meine Mutter und meiner ältern Schwester. Beide sahen demütig auf den Boden.
„ Passt auf sie auf!“, befahl mein Vater und stieß mich in die Richtung der beiden Frauen. Dann ging er zurück zum Fürsten. Ich stolperte währenddessen auf meine Schwester zu, die mich auffing und mich in die Arme nahm.
„ Caron, mach doch nicht alles noch schlimmer.“, murmelte sie mir ins Ohr. Ich schloss die Augen. Mahala war das genaue Gegenteil von mir. Ihre blonden Haare waren immer perfekt hochgesteckt und ihr weiblicher Körper sah in jeder Kleidung gut aus. Sie war liebevoll und gutmütig. Jeder der in ihre freundlichen Augen sah, schloss sie in ihr Herz. Die Farbe der Augen war das einzige, was uns verband. Ozeanblau. Ich hatte wildes schwarzes Haar und mein Körper war dünn und drahtig. Ich trug Jungenkleidung und benahm mich auch wie einer. Ständig brachte ich mich selber in Schwierigkeiten, denn ich hatte ein vorlautes Mundwerk. Vater und Mutter hatten, so weit wie ich mich erinnern konnte, immer schon ihre Probleme mit mir. Ich ließ keinen an mich heran. Keinen bis auf Jonas. Er war der einzige, der mich verstanden hatte. Der mich nicht ändern wollte und mir das auch zu verstehen gab. Jonas nahm mich mit auf die Jagd, brachte mir die Grundarten beim Schwertkampf bei und verteidigte mich bei meinen Eltern. Doch vor einem halben Jahr starb er bei der Jagd. Er hatte mich vor einem Bären gerettet und war selber zerfleischt worden. Danach hatte sich alles geändert. Vater und Mutter redeten kaum noch mit mir und ich hatte das Gefühl, dass sie mir die Schuld gaben. Doch es waren nicht nur sie. Auch ich selbst gab mir die Schuld. Mehrfach wollte ich weglaufen, damit sie nicht mehr an das Leid, was ich ihnen zu gebracht hatte, erinnert wurden, doch Mahala brachte mich von der Idee ab. Sie sagte mir:
„ Caron, niemand gibt die Schuld an Jonas Tod. Mutter und Vater wissen nur nicht, wie sie mit dir umgehen sollen. Doch glaub mir, sie lieben dich. Ich liebe dich, kleine Schwester. Also, bleib da und unterstütze uns. Jonas hätte das auch gewollt!“
Ich wusste, dass sie Recht hatte und so blieb ich. Und nun wollte dieser Fürst uns unser Heim wegnehmen! Das Heim, das Jonas so liebte! Nein, dass konnte ich nicht zulassen.
Ich befreite mich aus der Umarmung meiner Schwester und sah zu meinem Vater. Der redete mit Fürst Lenard, der schließlich nickte. Vater kam zu uns.
„ Der Fürst war so freundlich, die Strafe etwas zumildern.“, erklärte er uns,
„ Ihr werdet zu meinem Bruder gebracht. Ihr könnt ein paar wichtige Gegenstände mitnehmen. Der Hof wird versteigert.“
Ich merkte sofort, dass etwas nicht stimmte.
„ Was ist mit Euch, Vater?“, fragte ich leise und meine Augen verengten sich misstrauisch.
„ Ich werde eine Zeit lang, der Gast des Fürsten sein.“, antwortete er und blickte auf den Boden.
„ Er schmeißt Euch in den Kerker? Vater, das ist Unrecht!“, rief ich und stampfte auf.
„ Du hast den Fürsten verärgert und das ist die Strafe dafür!“, Vater sah mir in die Augen. Ich merkte, wie mein Magen sich zusammenzog.
„ Dann gehe ich in den Kerker!“, sagte ich dann entschlossen. Vater riss die Augen auf und packte mich bei den Schultern.
„ Nein, Caron. Das lasse ich nicht zu. Der Kerker ist kein Ort für eine meiner Töchter. Ich bin froh, dass ich dich in Sicherheit weiß. Und nun packt die wichtigsten Sachen zusammen.“, sagte er, ließ mich los und wandte sich ab. Mahala und Mutter eilten ins Haus. Ich starrte meinem Vater auf den Rücken. Dann drehte ich mich um und folgte ihnen. Ich ging in mein Zimmer und öffnete die Truhe, die am Ende meines Bettes stand. Ich packte ein paar Schuhe und ein paar Kleider ein und griff ein letztes Mal in die Truhe. Eingewickelt in einen groben Mantel holte ich das Schwert von Jonas heraus, das er mir zu meinem 15ten Geburtstag geschenkt hatte. Ich wickelte es aus und zog es aus der Scheide. Die Klinge bestand aus polierten Eisen. Als ich mit einem Daumen, die Schärfe prüfte, bekam ich eine Idee. Ich legte mir das Schwert an und auch den Mantel zog ich an. Ich legte ihn so, dass das Schwert verdeckt war. Dann nahm ich meinen Beutel und ging herunter. In der Küche traf ich auf Mahala und Mutter. Sie packten noch ein paar für sie wichtige Gegenstände zusammen und banden sie in Tücher. Ich nahm einen der Beutel und verließ zusammen mit ihnen das Haus. Keiner von uns sprach ein Wort. Draußen erwarteten uns die Soldaten des Fürsten.
„ Wir begleiten euch zu eurem Verwandten.“, sagte einer von ihnen und ging vorweg. Vater stand hinter dem Fürsten und sah uns mit traurigem Blick an. Mutter und Mahala hatten Tränen in den Augen und wagten es nicht Vater an zuschauen. Ich sah ihm

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Kommentare

!!! schrieb am 2008-05-30 20:02:48:
Wie schön!!! Deine storys find ich echt klasse!
Yuriko schrieb am 2008-02-17 23:06:07:
also ich muss sagen, dass ich die geschichte klasse finde, aber genau wie lena finde ich , dass die familie dem fürsten echt schnell verzeiht hat und besonders mahala versteh ich nicht...da hättest du vlt noch ne erklärung zu geben können, wieso sie sich in jemanden verliebt, der ihr eltern köpfen will...
aber ansonsten ist die story echt gut geworden !!!
Lena schrieb am 2008-01-07 16:54:07:
Wirklich schöne Geschichte, nur verstehe ich nicht ganz, wie Caron und ihre Eltern dem Fürst so schnell verzeihen konnten, dass er die Eltern umbringen lassen wollte...
Janine schrieb am 2007-08-26 21:59:55:
Wow....Die Geschichte ist echt schön.
Die richtigen Wörter an den richtigen Stellen....

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