Todesengel Kap.2
von
Jeiy
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(Tja, wer hätte das gedacht? Nach so langer zeit geht meine Todesengel Geschichte doch mal endlich weiter ^^ Für das zweite Kapitel habe ich wirklich lange gebraucht, hauptsächlich weil ich so viel mit anderen Geschichten beschäftigt war, aber ich hoffe es ist trotzdem ganz gut geworden! Ich scheine zur Zeit nämlich tatsächlich so eine Art Schreibrausch zu haben ^^ Hoffen wir, dass das lange anhält! ^^ Viel spaß noch beim lesen! Mfg jeiy)
Ich hätte später nicht mehr sagen können, wie lange ich tatsächlich noch in den Trümmern der Stadt gehockt hatte. Vielleicht waren es bloß Minuten, vielleicht aber auch Stunden gewesen, ich wusste es wirklich nicht.
Jegliches Gefühl für Zeit war mir plötzlich abhanden gekommen. In meinem Kopf kreisten alle möglichen Gedanken umher und trotzdem fühlte ich mich seltsam leer. Woher diese Leere stammte, wusste ich allerdings sehr genau.
Es war die Schuld, die dafür verantwortlich war.
Die Schuld, die ich schon wieder auf mich geladen hatte…
Ich war von Stille umgeben. Von Totenstille, die nur noch gelegentlich von einem leisen Schluchzen durchbrochen wurde.
Mein Blick glitt langsam zu dem kleinen Mädchen in meinem Arm hinunter.
Sie hatte ihre Augen geschlossen und atmete gleichmäßig, obwohl sie dabei jedoch des Öfteren so stark zusammenzuckte, als leide sie unter geradezu gigantisch großen Schmerzen.
Sie schlief…ich wusste, dass sie irgendwann einfach eingeschlafen war, auch, wenn ich es selber nicht wirklich bemerkt hatte.
So erschöpft war sie also schon gewesen. Sie hatte einfach viel zu viel gesehen, viel zu viel auf einmal miterlebt…ihre Seele würde diesen Tag niemals vergessen können und ihr Schlaf würde von nun an sehr wahrscheinlich von den dunkelsten Alpträumen dieser Welt begeleitet werden, das war mir klar.
Sie leidete wirklich unter großen Schmerzen. Unter Schmerzen, die die rein körperlichen Qualen noch um ein Vielfaches übertrafen. Und ich…ich fühlte mich schuldig an alledem. Ich war schuldig.
Ich hätte sie immerhin warnen können. Ich hätte sie alle warnen können!
So oft hatte ich mir diese Worte nun schon eingeredet, doch sie veränderten absolut nie etwas an meiner Einstellung oder meinem Handeln. Auch in Zukunft würde ich wieder nur zusehen können und dieses erdrückende Gefühl der Schuld ertragen müssen.
Aber weshalb nur? Weshalb hatte ich immer eine solche Angst? Warum nur war ich immer so…feige?!
Ich hob meinen Kopf gen Himmel und mein Blick schweifte über die graue Wolkendecke, die von hier aus so unendlich weit entfernt aussah.
Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Ich hatte es nie wirklich gewusst.
Jahrelang hatte ich meinen Bruder zwar verfolgt, jedoch ohne jemals zu wissen weshalb. Ich wusste nicht, was ich tun würde, würde er mich eines Tages bemerken und ich wusste auch nicht wie ich ihn aufhalten könnte. Es war alles so sinnlos…
Eine kalte Berührung auf meiner Stirn riss mich jedoch plötzlich aus meinen Gedanken. Es war ein einzelner Tropfen gewesen. Sehr wahrscheinlich würde es bald zu regnen anfangen…
Ich atmete tief durch und erhob mich dann langsam, das Mädchen noch immer in meinen Armen haltend.
Ich musste hier weg. Sie musste hier weg und das so schnell wie möglich. An diesem Ort konnte sie nicht bleiben, das wusste ich. Es wäre besser für sie, so weit wie möglich von hier entfernt zu sein.
Leise spreizte ich meine schwarzen Schwingen und beförderte mich dann mit nur einem einzigen Flügelschlag erneut in die Lüfte. Das zusätzliche Gewicht des Mädchens störte mich dabei kein bisschen.
Ich wusste noch immer genau in welcher Richtung sich mein Bruder befand, doch dieses Mal würde ich seine Verfolgung nicht direkt aufnehmen. Für das Mädchen wäre es einfach viel zu gefährlich. Nein, ich musste mich zuerst um sie kümmern.
Vorsichtig flog ich der dichten Wolkendecke entgegen und tauchte dann direkt durch sie hindurch. Die Luft hier oben war viel klarer und kühler als sie es in den Trümmern der Stadt gewesen war. Es war ein gutes Gefühl, wieder hier oben zu sein, so, als würde ich mir ein Stück der Freiheit erkaufen können, die ich vor drei Jahren verloren hatte.
Doch es war auch ein trügerisches Gefühl, das war mir klar, denn keine Freiheit kam einfach so zu einem zurück…
Ich flog Richtung Süden, darauf bedacht ein wenig von der Flugbahn meines Bruders abzuweichen. Ich konnte seine pulsierende Aura deutlich spüren und von daher fiel es mir nicht sonderlich schwer genügend Abstand von ihm zu halten.
Allerdings wusste ich nicht genau, wonach ich nun eigentlich suchte. Ich konnte das Mädchen nicht bei mir behalten, das war eindeutig, aber ich konnte sie auch nicht einfach irgendwo absetzten und ich selbst überlassen. Das wäre verantwortungslos und kalt! Und so war ich nun mal einfach nicht…
Ich ließ mich wieder etwas tiefer sinken, sodass die schweren Wolken nun direkt über mir hingen und richtete meinen Blick auf die weit unter mir liegende Welt.
Es wirkte alles so unglaublich klein von hier oben…
Flüsse waren kaum breiter als ein Finger, Wälder hätte ich mit nur einer Hand abdecken können und Berge wirkten wie kleine Hügel. Es sah friedlich aus, wenn man so weit entfernt war. So unberührbar und Unerreichbar, doch ich wusste, dass dieses Gefühl eine reine Täuschung war. Nichts in der Natur war unberührbar und es gab nichts, das man nicht erreichen konnte.
Sharturo war der beste Beweis dafür.
Mein Magen verkrampfte sich augenblicklich bei den Gedanken an meinen Bruder. Ja, er hatte wahrlich viel erreicht, das stimmte…aber nichts davon war auch nur im Entferntesten gut gewesen. Seine Macht war eher ein Fluch für diese Welt und ich…ich war vielleicht der Einzige, der diesen Fluch brechen konnte. Aber ich wusste nicht, wie. Ich hatte keine Ahnung, was ich tun könnte, um ihm zu helfen, um der ganzen Menschheit zu helfen!
„Ich bin ein hoffnungsloser Fall…“, flüsterte ich in den Wind hinein.
Mein Blick schweifte wieder über die unter mir liegende Landschaft. Es veränderte sich während meines Fluges nicht viel an ihr. Wälder folgten auf Wiesen und auf Wiesen folgten Gebirge. Es schien wirklich alles vollkommen ruhig zu sein und erst nach etwa drei Stunden entdeckte ich schließlich etwas, das meine Aufmerksamkeit auf sich zog.
Ich verlangsamte meine Geschwindigkeit ein wenig und ließ mich noch tiefer herunter gleiten. Und tatsächlich, ich hatte mich nicht getäuscht. Dort unten befand sie eine Stadt!
Zugegeben, es handelte sich um eine sehr kleine Stadt, doch möglicherweise wäre es keine schlechte Idee in ihrer Nähe zu landen, zumal sich die Dämmerung bereits in einem sehr fortgeschrittenen Stadium befand.
Die Nacht zumindest in der Nähe anderer Menschen zu verbringen könnte unter Umständen sehr hilfreich sein und außerdem…
Ich warf einen flüchtigen Blick auf meine junge Begleiterin, die noch immer in der Welt ihrer Träume weilte.
Ja, außerdem könnte ich sie vielleicht in diese Stadt bringen, sie dort lassen und dann wieder alleine weiterziehen. Es wäre zwar nicht gerade die
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Kommentare
Jeiy schrieb am 2008-03-10 17:06:51:
Hi Anariel,
Ja, es hat ein wenig länger gedauert hier weiter zu schreiben, aber letzendlich bin ich ja dann doch dazu gekommen ^^
Wieder einmal danke für dein Kommentar, freut mich jedes Mal!
Zu der Stelle mit dem Todesengel/Engel: Ja, stimmt schon, das ist nicht ganz so gut, aber im ersten Teil, wo sie ihn noch Todesengel nennt, ist das lediglich ihre Befürchtung. Er antwortet ihr ja da nur, dass er keiner sei, verrät ihr aber nicht, was er wirklich ist.
Die Frage dazu stellt sie dann erst am Ende des zweiten Teils, weil sie dann wissen will, was er denn nun wirklich ist!
Also, ich hoffe ich konnte dir damit weiterhelfen! ^^
Mfg
jeiy
Anariel schrieb am 2008-03-09 21:37:16:
Hallo jeiy,
habe gerade gesehen, das ich beim ersten Teil gar keinen Kommi geschrieben habe, ich dachte aber ich hätte.
Na egal, dann kommentier ich hier mit, da ich jetzt erst mal soweiso den Prolog, den erten und diesen zweiten Teil lesen musste um mich wieder in die Geschichte hineinzufinden.
Also geschrieben sind beide wieder sehr schön, wie beinnahe alles, was du schreibst. Man kann es sich auch wieder sehr schön vorstellen.
Allerdings hast du irgendwie zwischen dem ersten und dem zweiten Kapitel einen kleinen Bruch drin, ich weiß aber selbst nicht so genau, woran das liegt.
Ah, doch, jetzt hab ichs: Im ersten nennt ihn das Mädchen Todesengel und am Ende des zweiten fragt sie, ob er denn ein Engel sei.
Wie dem auch sei, bleib unbedingt weiter an der Geschichte dran, auch wenns lange dauert.
Mit liebem Gruße
Anariel
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