Tödliche Erinnerungen
von
Mularion
1
Ein stechender Schmerz durchzog meinen Körper. Meine Sicht begann sich zu verschlechtern, alles wurde verschwommen. Die Geräusche vernahm ich nur unklar, wurden dunkler oder heller, um mich herum. Ich konnte kaum einen Arm bewegen, verlor die Kontrolle über mich selbst. Ich spürte, dass meine Füße kurz den Boden verließen und mein Kopf den Boden schlagartig berührte. Merkwürdige Gestalten, verzerrt mit riesigen Augen, kamen auf mich zu und beugten sich zu mir herab. Ihre langen spitze Zähne schienen meterlang zu sein und ihre Augen waren so groß wie Wassermelonen. Eine gigantische Kralle eines dieser Monster griff nach meinem linken Bein, drückte darauf ein. Ein roter Blitz schien aus meinem Knie zu schießen und im Gesicht des Ungetüms sich auszubreiten. Ich neigte den Kopf nach links, sah wie drei Farben, Rot, Gelb und Grün, ständig aufblitzten und manchmal für kurze Zeit stehen blieben. Ich fühlte mich benommen, doch vernahm ich keine Worte oder sonstige Plaudereien dieser Gestalten, die hektisch vor mir her auf und ab wippten. Langsam schloss ich meine Augen und verlor gänzlich das Bewusstsein.
Es dauerte nicht lange, als ich meine Augen langsam öffnen konnte und mich in einem weißen Bett wieder fand. Der Raum war kahl, Maschinen piepsten mir ständig ins Ohr, ließen mir keine Ruhe. Ich schaute um mich und erkannte, dass die Gestalten fort gegangen waren. Ich spürte immer noch diesen Schmerz, doch nur noch in meiner Brust und meinem Bein. Ich sah an mir herab und erkannte erst jetzt einen weißen Gips an meinem linken Bein, der sich bis zu meiner Verse ab hinunter streckte. Neben mir stand ein kleiner Tisch mit etwas Brot, Wasser und Marmelade, als Beilage. Ich griff nach dem Wasser und trank einen Schluck. Ich wusste nicht mehr was mit mir geschehen war, doch man würde es mir bald sagen.
Eine blonde Frau in einem weißen Kittel kam in mein Krankenzimmer. Sie hielt ein Klemmbrett fest in ihrer rechten Hand und einen Stift in ihrer Linken. Sie schaute kurz nach einem Beutel mit einem flüssigen Stoff gefüllt, wahrscheinlich Salzsäure oder ähnliches was man in Krankenhäuser gespritzt bekommt. Ein milchiges Plastikröhrchen verlief vom Beutel bis zu einer spitzen Nadel, die in mein Hand eingestochen war. Sie lächelte mich an und drückte mir einen weißen Briefumschlag in die Hand. Sie winkte kurz zum Abschied und verschwand wieder. Ich öffnete langsam den Umschlag und entnahm daraus einen weißen Zettel, der mit roter Tinte beschrieben war. Die Schrift war kaum lesbar für einen normalen Menschen, doch ich kannte diese Schrift irgendwo her. Aufmerksam las ich die Zeilen des Zettels, jedoch immer wieder. Ich konnte mir nichts dazu denken, als ich diese Zeilen vernahm:
Herr Kromben,
Hiermit möchte ich die vereinbarte Summe des geschuldeten Entgelt, die Sie meiner Firma schulden, einfordern.
Kommen Sie mit dem vereinbarten Geld zur Parkbrücke und tragen Sie dabei einen roten Pullover. Ein Mitarbeiter meiner Firma wird Ihnen das Geld abnehmen und es damit belassen.
Sie haben hiermit 24 Stunden Zeit das Geld zu beschaffen und es zum abgemachten Zielort zu bringen.
Gezeichnet
Ein alter Bekannter
Ich wusste einfach nicht was es sollte oder was es mit mir zu tun hätte, doch ich wusste, dass es noch nicht vorbei gewesen war. Ich habe den Verdacht, dass irgendwas bei der Geldübergabe an diesen Freund schief gelaufen ist. Ich legte den Brief zur Seite und drückte auf den Klingelknopf, der eine Krankenschwester zu mir geleitete. Ich hatte da noch so ein paar Fragen, die mir vielleicht weiter helfen konnten.
Ende Teil 1
(Fortsetzung folgt)
1
Kommentare
Keine Kommentare vorhanden.
Kommentar hinzufügen