Toras Suche (1) - Kikakuro
von
Fynn
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Bevor es losgeht....
Ich liebe Geschichten - seit einiger Zeit schreibe ich auch welche. Das hier ist aber die Allererste, die jemand lesen durfte! Deshalb freue ich mich sehr, wenn ihr mir mitteilt, ob sie euch gefallen hat, was ihr daran gut oder schlecht gefunden habt. Vielen dank schonmal!
Toras Suche - Kikakuro
Als Tora aus ihrem unruhigen Schlaf aufwachte, stand die Sonne bereits direkt über ihr. Sie wusste zunächst nicht mehr wo sie war, doch das sanfte Schaukeln ihres kleinen Bootes und der salzige Geruch des Meeres erinnerten sie sehr bald an ihre traurige Situation. Sie rieb sich ihre verweinten Augen und blickte sich um. Nichts als offene See, in jede Richtung. Das störte die junge Halbelfin jedoch wenig, denn sie hatte ohnehin nicht vor, jemals wieder Land zu betreten. Ihr Herz fühlte sich an als ob es aus Blei bestände. Tora stieg auf die Kante ihres Bootes und hielt sich mit einer Hand an dem schlaffen Segel fest. Sie atmete tief ein. Das war es also, dachte sie, lächelte und sprang ins Wasser.
Doch kaum begann sich ein dumpfer, schwarzer Schleier um sie zu legen, wurde sie am Kragen gepackt und mit einem Ruck nach oben gezogen.
Tora landete mit einem lauten Knall auf dem Deck des Bootes. Hustend rappelte sie sich hoch. „Was sollte das denn verdammt noch mal!!!“ fuhr sie ihren ungewollten Retter an. Doch hörte sie damit sehr schnell auf, als sie ihn zum ersten mal sah.
Ein schuppiges, blassblaues Gesicht sah aus dunklen Augen auf sie herab – ein Seedrache! Tora stammte zwar aus einem alten Küsten- und Seefahrervolk, hatte aber solche Dinge immer für Märchen gehalten.
Ihr staunen legte sich aber binnen weniger Momente, und die alte Wut flammte wieder in ihr auf. „Wieso hast du das gemacht?!“ schrie sie ihren Retter wild gestikulierend an. Tränen traten ihr in die Augen, und zu ihrer Wut gesellte sich der alte Schmerz. Der Drache wartete ihren Wutanfall stumm ab, und sah nun zu, wie das blonde Mädchen anfing zu weinen.
„Wieso wolltest du das tun?“ fragte er schließlich mit tiefer Stimme. Das Mädchen weinte noch kurz – sie schien nicht die richtigen Worte zu finden – und fing dann an zu stammeln. „Ich, ach, was geht dich dass an, Drache, ich, ich wollte sterben, warum sollte ich sonst so etwas machen?“
„Tut mir leid, diesen Gefallen kann ich dir nicht tun, nicht hier.“ Raunte der Drache verlegen. Tora sah ihn verdutzt an. „Wie, warum bitteschön nicht HIER?“ In ihr ging es wild her – Zorn, Trauer, Angst und Verwunderung vermischten sich zu etwas Undefinierbarem.
„Wenn du meine Frage beantwortest, verrate ich es dir, vielleicht.“ Tora zuckte mit den Schultern, starrte eine Weile vor sich ins leere und begann dann mit hohler Stimme zu erzählen.
„Vor ein paar Tagen bin ich mitten in der Nacht aufgewacht. Schon seit ich ganz klein war, habe ich den Wind verstanden. Und in dieser Nacht hat er mir verraten, dass mein Liebster tot ist. Ich bin noch in der selben Nacht aufgebrochen, und habe mich vom Wind führen lassen. Gestern Nacht habe ich sein Schiff gefunden. Der Kapitän hat mir gesagt, dass er... dass er...“ Tora hatte wieder angefangen zu weinen, „die Wellen haben ihn von Bord gerissen – er ist tot, verstehst du!?“
Der Drache seufzte. Das Mädchen meinte kurz Trauer in seinen Augen zu erkennen.
„Das tut mir leid. Seltsam dass du dich ihm ausgerechnet hier anschließen wolltest.“ Brummelte der Seedrache. „Ich bewache den Eingang in das Reich derer, die im Meer ihr Leben gelassen haben.“
Toras Herz setzte für einen kurzen Moment aus. Mit weit aufgerissenen Augen sprang sie auf. „Was? Der Eingang zur Unterwelt ist hier, direkt unter mir? Oh bitte, ich flehe dich an, lass mich zu ihm!“
Der Drache seufzte wieder. „Das geht leider nicht. Es tut mir leid. Ich weis wie du dich fühlst, mir geht es auch nicht viel anders als dir. Sie ist nicht weit weg, aber sie kann nicht zu mir und ich nicht zu ihr an Land. Tut mir leid.“
Auch wenn es der Drache aufrichtig zu meinen schien, Tora konnte sich nicht länger beherrschen. „Du kannst sie nicht richtig geliebt haben, sonst würdest du wissen wie ich mich fühle und mich zu ihm lassen!“ brüllte sie ihn an.
Der Drache sah sie sehr, sehr traurig an, wandte sich ab und entfernte sich von ihrem Boot. Tora bereute ihre verletzenden Worte schon während sie noch sprach. Das hatte er nicht verdient. „Warte, das war doch gar nicht so gemeint, ich...“ rief sie ihm hinterher, doch er war schon nach der Hälfte ihres Satzes wieder lautlos im Wasser verschwunden. Tora zögerte nicht lange – ihr war gerade eine Idee gekommen, zudem wollte sie sich unbedingt entschuldigen. Sie sprang kurzerhand erneut ins Wasser – und tatsächlich, der Drache rettete sie wieder.
„Was denn noch, du stures Ding!“ donnerte er, nachdem er Tora unsanft in das Boot zurückgeschleudert hatte.
„Es tut mir so schrecklich leid, bitte vergib mir. Es tut mir wirklich leid.“ Sie sah ihm dabei fest in die Augen, und erkannte, dass der Zorn in ihnen zumindest etwas verflog.
Die Wahrheit war, dass der Drache zwar verletzt war, ihm aber die tropfnasse Halbelfin mit den grünen Augen sympathisch war – eine Leidensgenossin. Das Geschöpf, an das er selbst sein Herz verloren hatte, war für ihn ebenso unerreichbar, als sei auch sie tot.
Tora kam gleich zur Sache. „Du hast doch gesagt, du kannst nicht zu deiner Liebsten, weil sie an Land ist, wo du nicht hin kannst – ich aber schon!“
„Was willst du damit sagen?“ der Wasserdrache neigte seinen Kopf. Eigentlich wusste er schon sehr genau, worauf die Kleine hinauswollte.
„Wenn ich es schaffe, sie wieder zu dir zurückzubringen, kannst du mich dann zu meinem Verlobten bringen?“
„Wie, verlobt sind wir auch noch?“ lachte er. Damit wollte er eigentlich nur Zeit schinden. Tora hatte genau seinen Wunden Punkt getroffen. Er konnte sich diese Chance nicht entgehen lassen, durfte aber auch nicht einwilligen.... aber nein, auch wenn er es nicht durfte, um seiner Liebsten Willen MUSSTE er es tun, schließlich war sie eine Gefangene, und dies war vielleicht seine letzte Möglichkeit, ihr zu helfen.
„Na gut, du nasses Würmchen, ich werde es versuchen; versuchen, hörst du? Ich kann nichts versprechen!“
Die nächsten zwei Tage zog der Drache, der Hildur hieß, das Boot des Mädchens durch den Ozean. Die beiden freundeten sich etwas an, jedoch wollte Hildur diese Freundschaft nicht zu sehr vertiefen, für denn Fall dass er tatsächlich keinen Weg fand, sich zu revanchieren. Tora wusste, dass sie durch diese Rettungsaktion nicht sicher belohnt werden würde, aber das war ihr gleich. Der Halbelfin gelang es auch nicht, mehr über Hildurs geheimnisvolle Liebe herauszufinden. Er hatte nur soviel verraten: „Wenn du sie siehst, wirst du es wissen.“ Und dass sie in einem Zirkus gefangengehalten wurde, von wem wusste er nicht. Mehr hatte der Wind Hildur auch nicht verraten.
Im Laufe der Reise kam das Gespräch auch einige male auf den Eingang, den Hildur eigentlich gerade bewachen sollte.
„Wieso
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Kommentare
Hannah schrieb am 2007-05-16 20:16:10:
Hi!
Ich finde die Idee und die Geschichte gut. Was ich schade finde ist die Tatsache, das der Wasserdrache nicht oder
nur wenig beschrieben wurde. Werde die Fortsetzung aber auch auf jeden Fall lesen.
Fynn schrieb am 2006-12-15 21:31:13:
An Nymphe:
Den Namen habe ich mir ausgedacht, ich wüsste nicht, dass es solche Löwen in der Mythologie gibt. Für die Geschichte habe ich mir eine eigene kleine Welt ausgedacht, nur mußte ich viel kürzen weil sie sowieso schon so lange ist. Habe auch Illustrationen gemacht, nur kann man hier leider keine Bilder hochladen. In der Fortsetzung lehne ich mich ein bisschen an griechische Mythologie.
Nymphe schrieb am 2006-12-14 16:58:14:
Frage : Werden diese Esthúrlöwen auch in der Fabelwelt so genannt ?
LG Nymphe
Fynn schrieb am 2006-12-13 17:20:04:
Ich hoffe die Geschichte hat euch wenigstens ein bisschen gefallen. Im Moment schreibe ich die Fortsetzung, ist schon so gut wie fertig!
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