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Kategorien > HORROR > Horror/fantasy

Trail of Blood

von Sayuga

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Trail of blood

Eine warme Frühlingsnacht. Der Mond, nur von leichten Wolken bedeckt, war in dieser Nacht als perfekte Scheibe zwischen die Sterne getreten. Eine dunkle Gestalt wandelte durch die verlassenen Straßen einer Großstadt, deren Name für die Gestalt aber keine Bedeutung hatte. Eine angenehm kühle Brise fuhr durch die langen, schwarzen Haare und kitzelte im Genick. Für einen Moment blieb die Gestalt mit geschlossenen Augen einfach stehen und genoss die absolute Stille. Sie reckte ihr Gesicht gen Himmel und ließ die allumfassende Macht des Universums auf sich wirken. Langsam öffnete sie wieder die Augen und betrachtete die wattenen Seen am Himmel, die mehr und mehr austrockneten. Bald würde Luna ihren Schleier ablegen und in ihrer vollen Schönheit erstrahlen.
Nicht mehr lange.
Die gestalt ging weiter, nicht ohne ihre neuen Verfolger zu bemerken. Sie lächelte kurz.
Gleich.
Sie steuerte auf den einsamen Park am Ende der Straße zu. Die hohen Bäume und die Abgeschiedenheit würden sicherlich gute Dienste erweisen, auch wenn sie bis jetzt nichts davon wussten.
Die Verfolger kamen näher. Es waren deutlich vier Paar Schuhe zu vernehmen die in immer kürzeren Abständen auf den rauen Asphalt aufschlugen.
Die Gestalt ging ohne eine verräterische Geste auszuführen weiter. Sie setzte sich wie zufällig auf eine Parkbank und legte den Kopf in den Nacken, wie es tagsüber die Sonnenanbeter taten, nahm eine angenehme Position ein und wartete. Währenddessen summte sie mit ihrer klaren Stimme eine Melodie von der sie nicht mehr wusste, woher sie sie kannte.
Die Verfolger erreichten die Gestalt und bildeten eine Wand aus Schatten und Schemen.
Die Gestalt stand auf. Im selben Augenblick riss die Wolkendecke vollends auf und der Mond warf sein silbriges Licht auf den Körper eines etwa achtzehnjährigen Mädchens. Die befreiten Strahlen flossen über ihr zartes Gesicht und ihren Hals hinab. An ihrem Dekolleté teilte sich das Licht auf, um über ihre schlanken Arme bis hin zu ihren filigranen Fingern gleiten zu können. Doch das Licht enthüllte nicht nur die Schönheit, sondern offenbarte auch die lüsternen Blicke der Verfolger. Die Jugendlichen machten keinen Hehl daraus, was sie jetzt am liebsten mit dem Mädchen machen würden.
Doch die Schwarzhaarige hatte andere Pläne.
Die Jugendlichen machten obszöne Bemerkungen, lachten und drängten immer weiter auf sie ein. Doch die Schönheit blieb völlig unbeeindruckt, ja sie lächelte sogar.
Der erste streckte seine vor Aufregung zitternde Hand nach ihrem Busen aus, doch noch ehe er ihn berührte schoss blitzschnell der Arm des Mädchens in die Höhe und packte die Kehle des Gegenübers. Er schrie auf vor Schmerz, als sich die doch so zerbrechlich wirkenden Finger mühelos in seinen Hals bohrten. Seine Kumpane sahen mit Grauen dabei zu, wie die kleine Person die Halsschlagader, die Stimmbänder, Luft- und Speiseröhre zerriss und einen vor Blut triefenden Krater im Hals ihres Freundes zurückließ. Erst als der Tote auf dem staubigen Boden zusammenbrach löste sich die Schreckensstarre. Wilde Schreie zerrissen die Stille im Park, Vögel flogen auf und irgendwo schrie ein Käuzchen zurück.
Das Mädchen lächelte immer noch, leckte sich das Blut von den Fingern und drehte sich den drei übrigen Schreihälsen zu. Diese versuchten ihrerseits den Tot ihres gefallenen Freundes zu rächen. Ungestüm griffen sie die Unheimliche an.
Ja.
Der Erste versuchte dem Mädchen die Nase zu brechen, doch er erreichte ihr Gesicht nicht, da sie seinen Arm festhielt. So sehr er sich auch bemühte, er konnte dem stählernen Griff nicht entkommen. Sie freute sich über seine Anstrengungen und kicherte leise. Verzweifelt trat der Gefangene nach ihr, doch auch sein Bein wurde aufgehalten. Auf einem Bein hüpfend versuchte er im Gleichgewicht zu bleiben, doch es gelang ihm nicht. Noch während er fiel, riss ihm das Mädchen seine gefangenen Glieder vom Körper, dass das Blut nur so spritzte.
Als ein Schwall Blut über sie strömte, lachte das Mädchen verzückt auf.
Die letzten beiden Jugendlichen versuchten inzwischen ihr Heil in der Flucht zu suchen, doch die Blutbefleckte, immer noch fröhlich über das rote Nass auf ihrer hellen, samtenen Haut, warf den abgetrennten Arm den Flüchtigen hinterher. Er verfing sich in den Beinen des jungen Mannes, der dummerweise zu spät losgelaufen war. Schreiend fiel er zu Boden. Als er sich wieder aufgerappelt hatte, stand das Mädchen vor ihm und lächelte ihn sanft an. Sie streckte den Arm aus und legte ihre Hand auf den Kopf des panisch umherblickenden Jugendlichen.
Sie streichelte ihm kurz über die Haare, dann drückte sie langsam zu. Es dauerte nicht lange bis die Augen hervortraten und schließlich aus den Höhlen fielen, gehalten nur durch die Nervenstränge, die sie mit dem Gehirn verbanden.
Mehr.
Der Gepeinigte blieb völlig Stumm, was sie ein wenig enttäuschte. Sie pflückte sich eine Augenfrucht vom blutigen Baum und zerquetschte den Kopf wie eine überreife Tomate.
Der Leichnam viel zu Boden und sie stieg über ihn hinweg. Einer war noch irgendwo in diesem Park des Leids. Es gab nur einen Ausgang, aber der Vermisste war in die falsche Richtung gelaufen. Sie drehte sich noch einmal um und betrachtete die drei toten Körper. Es war ein wunderschönes Bild wie sie da in ihrem vom Mondlicht glänzenden Blut lagen. Doch bald würde dieses Kunstwerk zerstört werden.
Während sie sich wieder auf die Suche nach dem längst Überfälligen machte, zerkaute sie genießerisch das frische Auge. Es dauerte nicht lange, bis sie das laut schlagende Herz eines verängstigten Menschen hören konnte. Er saß in der Falle.
Das Herz.
Eine Biegung später entdeckte sie ihn vor der alten Parkmauer stehen, verzweifelt einen Fluchtweg suchend. Sie schritt auf ihn zu und streichelte ihm über die Wange. Hastig drehte er sich um. Als er erkannte, wer ihm da gegenüber stand stolperte er ungeschickt rückwärts und prallte gegen die Mauer. Das Mädchen kicherte. Langsam näherte sie sich ihm. Verängstigt presste sich der Jugendliche gegen die Wand als hoffe er, geradewegs mit den Steinen verschmelzen zu können.
Doch die junge Frau erreichte ihn bevor dieses, oder irgend ein anderes Wunder geschehen konnte und schmiegte sich an ihn, sodass er ihre weichen Brüste auf seinem Bauch spürte. Sie legte ihren Kopf an seine Brust und lauschte dem ununterbrochenen Stakkato seines Herzens.
Sie strich ihm sanft über die Brust, dann tauchte sie mit ihrer hand zwischen den Rippen hindurch und stupste schelmisch sein Herz mit dem Finger an.
Sie sah ihm ins Gesicht und bemerkte, dass er blutige Tränen weinte. Sie gab ihm einen flüchtigen Kuss auf die Wange, dann zog sie sein Herz heraus und biss herzhaft hinein.
Das frische Blut verteilte sich über ihre Kleider und verklebte ihr Haar, doch das störte sie nicht. Sie jauchzte vergnügt und verließ den Park.
Noch ein letzter Blick hinauf zu den Sternen und das Mädchen ging auf einer Spur aus Blut ihres Weges.

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