Trail of Shadows
von
Sayuga
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Trail of Shadows
Kalter Wind zog heulend durch die finsteren Gassen. Der Mond war nur als schmale Sichel zu erkennen, die windschief zwischen den Sternen hing. Weder von ihm noch von den Straßenlaternen ging genügend Licht aus um zu enthüllen, was sich in den Schatten verbarg.
Ab und zu kreuzte ein streunender Hund ihren Weg, der aber, sobald er ihre Präsens spürte, winselnd das Weite suchte. Schon eine ganze Weile ging sie einfach nur so durch die nächtlichen Straßen, immer auf eine Gelegenheit wartend.
Und endlich wurde ihre Geduld belohnt. Ein einsames Pärchen schritt Hand in Hand auf sie zu.
Ja.
Gemächlich schlenderte sie auf die beiden Verliebten zu und warf dem Jüngling einen schmachtenden Blick zu, woraufhin dieser errötete, seine Freundin sie dagegen böse anfunkelte und sich an den Arm ihres Herzblattes klammerte. Sie näherte sich dem jungen Mann und strich ihm über die Wange, woraufhin dessen Freundin ihr wütend Beleidigungen an den Kopf warf.
Sie zog ihre Hand zurück, löste gleichzeitig die komplette Wange vom Gesicht ihres Gegenübers und entblößte so seine Zähne samt Kieferknochen. Doch nur für einen kurzen Moment, da nur Augenblicke später Ströme von Blut aus dem Loch schossen.
Vor Schmerz und Überraschung schrie der Verletzte auf und seine Geliebte zog sich entsetzt zurück.
Leise kichernd pulte sie mit ihren Zähnen ein Stück Fleisch unter ihrem Fingernagel heraus.
Dann fuhr sie mit ihrer Hand durch den Gaumen des immer noch schreienden jungen Mannes hinauf bis in sein Gehirn, welches sie lächelnd zerdrückte. Langsam zog sie ihre Hand aus dem Toten und strich sich durch ihr langes, schwarzes Haar.
Nachdem ihr erstes Opfer auf die kalte Straße zusammengesunken war, drehte sie sich zu dessen Freundin um. Sie betrachtete den Körper der völlig Verstörten eingehend und leckte sich die Lippen.
Panisch kreischend machte sich die junge Witwe an die Flucht.
Sie ließ ihr einen kleinen Vorsprung, dann nahm sie die Verfolgung auf. In der Nacht im Park hatte sie Gefallen am Jagen gefunden.
Was? Wer...
Einen winzigen Augenblick dachte sie, jemand würde sie beobachten, doch nur einen Wimpernschlag später war das Gefühl verschwunden. Sie konzentrierte sich wieder auf ihre Beute. Sie konnte die Angst, welche die Flüchtende ausströmte fast greifen. Allmählich kam sie näher. Von der übermächtigen Furcht geleitet, bog sie in die nächste Straße ein und erblickte das Objekt ihrer Begierde am ganzen Leib zitternd vor einer massiven Wand stehen. Sie war in ihrer Kopflosigkeit in eine Sackgasse gelaufen.
Schon wieder.
Leise wie ein schwarzer Panther schlich sie sich an ihre Beute an und tippte ihr auf die bebende Schulter. Panisch fuhr die Andere herum und erstarrte, als sie ihre Lage vollends begriffen hatte.
Obwohl sie schon wieder das flüchtige Gefühl verspürte, beobachtet zu werden, näherte sie sich mit ihrem Gesicht ganz nahe dem ihres vor Angst wie gelähmten Fanges. Dann gab sie der jungen Frau einen leidenschaftlichen, langen Kuss. Als sie sich wieder von ihrer Gegenüber löste, stöhnte die gepeinigte vor Schmerz auf. Ihre Lippen hingen zwischen den Zähnen der wilden Jägerin. Genießerisch schloss sie ihre Augen und verschlang die blutigen Lippen.
Vor Schmerzen wimmernd brach die Verstümmelte zusammen, doch sie wurde sofort wieder auf die Beine gezogen. Diesmal sollte der Tot schön lange auf sie warten müssen. Die Nacht war ja noch jung. Wieder näherte sie sich ihrem Opfer, welches panisch über ihre Schulter blickte.
Da bist du!
Eine ruckartige Bewegung zuckte an ihr vorbei und die junge Frau brach tot zusammen.
Wütend drehte sie sich um und erblickte einen etwa neunzehnjährigen Jungen, der sie ruhig ansah. Wütend über den Verlust ihres Spielzeuges fauchte sie ihn an. Obwohl der Fremde genau zu wissen schien, wozu sie fähig war, blieb er ganz ruhig. Sie konnte nicht die kleinste Veränderung in seinem Herzschlag wahrnehmen. Entweder er war sehr mutig oder sehr dumm. Eine andere Möglichkeit gab es nicht.
„Was fällt dir ein, mich bei meinem Spiel zu stören?“, fragte sie, nun schon etwas sanfter.
„Sollen Spiele nicht eigentlich allen Beteiligten Freude bereiten?“, fragte der Unbekannte zurück.
„Jetzt brauche ich ein neues Spielzeug“, fuhr sie fort, ohne auf die Bemerkung einzugehen.
„Ich verstehe...“, gab der Junge zurück, „Dann zeig mir was du kannst.“
Irgendetwas stimmte nicht, das konnte sie spüren. Trotzdem griff sie leise knurrend an.
Diesem unverschämten Burschen wollte sie zeigen, was es bedeutet sich mit jemandem aus dem Reich der Finsternis anzulegen.
Ihre zu Klauen gekrümmten Finger schossen auf sein Gesicht zu, um tiefe, blutige Krater darauf zu hinterlassen, doch wenige Millimeter vor seinen Augen hielt sie inne. Ja, sie zog sich sogar ein paar Schritte zurück.
Was war nur los? Warum war ihr so mulmig? Hing es etwa mit der unnatürlichen Ruhe ihres Gegners zusammen? Obwohl sie ohne Kompromisse auf ihn losgegangen war, hatte sich sein Herzschlag nicht einen Deut erhöht.
Noch nie war ihr so etwas untergekommen, nicht mal im Reich der Finsternis selbst. Sogar die stärksten Dämonen und Unwesen konnten ihren Puls nicht ruhig halten. Wie sollte dieses Kunststück einem Menschen gelingen?
Kein Mensch.
„Was bist du?“, fragte sie erregt.
„Überlege einen Moment“, antwortete er, „Und wenn du zu einem Ergebnis gekommen bist, kommst du meiner Existenz schon recht nahe.“
Das konnte, nein, das durfte nicht sein. Sie konnte keinem Gott gegenüberstehen. Aber für einen Dämon war er zu gelassen. Ein Engel konnte er genau so wenig sein. Engel und Dämonen standen auf gleicher Stufe. Außerdem waren Engel ängstlicher als Dämonen. Also doch ein Gott.
Nein. Nein. NEIN.
„Deinem Gesichtsausdruck entnehme ich, dass du mich eingeschätzt hast.“
NEIN. NEIN!
„Zu deiner Beruhigung. Ich bin genauso sterblich wie du. Aber was ich genau bin wirst du wohl herausfinden müssen.“
Jetzt war es zu viel für sie. Mit einem lauten Schrei ging sie wieder auf ihn los, und diesmal gab es kein Zurück. Kraftvoll sprang sie ab um dieses Etwas zu Fall zu bringen und es dann zu zerreißen. Doch daraus wurde nichts. Er ging einen Schritt nach hinten und entkam so ihrer genau berechneten Flugbahn. Sofort als sie den Boden berührte setzte sie ihm nach. Sie umfasste seinen Hals und wollte, wie sonst auch, seine Kehle herausreißen, doch sie schaffte es nicht ihre Finger in das Fleisch zu bohren. Selbst mit beiden Händen kam sie sogar unter Aufwendung all ihrer Kraft zu keinem Ergebnis. Langsam streckte er seine Hand aus und streichelte ihr über die blutverschmierten Lippen. Blitzartig schnappte sie nach seinen Fingern, doch er war schneller.
„Du siehst richtig niedlich aus“, sagte er lächelnd und löste behutsam ihre Finger von seinem Hals.
Na warte.
Rasend vor Wut sah sie ihn an, doch dann kam ihr eine Idee. Warum hatte sie nicht gleich daran gedacht? Vielleicht, weil es noch nie nötig war.
„allmaechtiges chaos! erhoere meinen wunsch! schenke mir deine grenzenlose kraft! lass
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Kommentare
May schrieb am 2009-10-02 20:16:26:
:D ich habe deine Geschichten schon immer gemocht aber wo bleibt die Fortsetzung? ;)
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