Trauer
von
nachteule_w
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Der kalte Regen ergoss sich aus Kübeln über meinen Körper. Ich stand am Rande des Grabes und konnte mich nicht rühren. Starr sah ich auf jenen Grashügel vor mir, der jenen Menschen beherbergte, der mir in diesem Leben der wichtigste gewesen schien. Die weißen Rosen, die jemand auf das Grab gelegt hatte, schwammen im teigig-braunen Boden der aufgewühlten Erde. Niemand schien sich darum zu kümmern, dass sich die weißen Blüten mit Erde vermischten. Lange konnte ich meinen Blick nicht vom Grab nehmen, das mir meinen treuesten Freund gestohlen hatte.
Ich kannte den Tod, ja, ich war ihm schon oft in den Jahren meiner Wanderschaft begegnet, doch nie hatte er mir jemanden genommen, der mir so viel bedeutet hatte. Dieser Mensch, ich kann seinen Namen kaum aussprechen, ohne in Tränen auszubrechen… Mir scheint es so unreal und widersinnig, dass er von mir gegangen sein soll. Weg. Aus dem Leben gerissen. Nicht mehr da, um mir Trost, Hoffnung oder auch nur Mut zu spenden. Gähnende Leere bleibt zurück. Heisse Tränen fliessen mir über das Gesicht, doch scheinen sie kaum mir zu gehören, ich schmecke das Salz, aber es kann auch der Regen sein, der mir auf den Kopf fällt. Tropf. Tropf… Ich lege den kopf in den Nacken und könnte schreien. Schreien vor Verzweiflung darüber, dass mich mein liebster Mensch verlassen hat und mich in dieser schnöden Welt zurück gelassen hat. Schreien könnte ich über die Sinnlosigkeit des Daseins, wenn man genau weiß, dass der nächste Schritt den man tut, ohnehin nichts bringen wird und man an eine schwere Kette der Erinnerung gebunden ist, die einem wie zum Spott die Vergangenheit in einem hellen Licht, doch die Zukunft in alles vernichtender Dunkelheit zeigt.
Ich kann nicht mehr. Leise höre ich die Stimmen aus dem Gräbern, die mir zuflüstern, ich solle doch endlich zu ihnen kommen. Sie warten schon so lange auf mich, und doch kann ich mich von dieser Welt nicht lösen……Noch nicht, den ich hatte meinen ach so lieben Menschen versprochen auch nach seinem Tod durchzuhalten, bis meine Zeit gekommen sei, um ihn wieder zu sehen, und sagen zu können, das ich nicht aufgeben hatte. Das ich an unsren gemeinsamen Traum geglaubt und mich durch die Sinnlosigkeit des Tages gekämpft hatte. Tag für Tag für Tag. Immer weiter im selben Trott, der mir mit einer zu einer hässlichen Fratze verzogenen Grimasse entgegenlachte. Ich meine fast den Hohn der Stimme zu hören, die mich auslacht und mir sagt ich solle doch endlich aufgeben, und mich in den Tod stürzen, der mich zu sich lockt. Doch ich kann nicht. Ich habe es ihm versprochen. Ich werde bleiben, und versuchen meine, unseren Traum zu leben. Und wieder packt mich die Wut wenn ich daran denke was passiert ist. Wieso?! Wieso spielt mir das Schicksal so einen bösen Streich? Wieso zeigt es mir wie es an deiner Seite hätte sein können, und nimmt dich mir dann von einer Sekunde auf die Andere? Was habe ich getan um dies zu verdienen?....Wieder spüre ich die Tränen über meine Wangen rinnen. Meine Augen schmerzen und mir scheint das ich alle Tränen der Welt vergießen könnte. Doch wofür? Ich kann nicht mehr. Jeder Schritt den ich mache führt mich in eine falsche Richtung, noch weiter weg von dir. Sie sagen dass dein Körper nun ruht, und dass es dir da wo du bist besser geht. Wie kann es dir besser gehen? Wenn du nicht bei mir bist? Ich verstehe nichts mehr, mir scheint als reden sie in einer fremden Sprache, und wollen mich aus der Welt des Lichtes ausgrenzen…Taub…Taubheit erfasste von meinen Körper besitzt und zog mich in ein dunkles Loch des nichts Fühlens. Nichts.
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Kommentare
franke, sina schrieb am 2008-07-31 20:26:06:
in einem augenblick schreibst du so wundervoll. so poetisch so frei und malerisc hcund im neahsten satz kommt einem alles so banal vor.. vielleicht koenntest du einen stil verfolgen, dass weare besser als ihn zu mischen. manchmal sind deine setze voller bilder und so ausdrucksstark und dann leider im neahsten nicht mehr. das ist sehr schade, da du ja zeigst, dass du es kannst.
lg
xxx sina xxx
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