Traumwandler
von
BlueSteel
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Traumwandler.
War es nur eine Legende oder Realität?
Krankheit, Begabung oder doch eine magische Fähigkeit?
Traumwandler.
Wenn sie träumen, geschehen Dinge.
Wenn sie träumen, sterben Menschen.
Prolog: Es war schon immer mein Traum, die Bedrohung der Menschheit kennenzulernen.
Night ging langsam durch den gefliesten Gang mit den schmutzig-weißen Wänden, die ihm von allen Seiten bedrohlich näher zu kommen schienen.
Seine Mutter nannte ihn einst Night wegen seinen pechschwarzen Haaren, den Eisblauen Augen und der Mondblassen Haut.
Er verkörperte seinen Namen, auch charakterlich.
Still und schweigsam wie die Sterne, und doch kamen seine Gedanken nie zum Stillstand.
Genau wie jetzt, als sich in seiner Magengegend aufgrund des penetranten Geruchs nach Chemieexperimenten und der Tatsache, dass er sich in einem Versuchslabor befand, ein mulmiges Gefühl breitmachte.
Doch er zwang sich selbst, nicht auf sein Bauchgefühl zu hören, das ihn ausdrücklich davor warnte, auch nur einen Schritt weiterzugehen.
Schließlich arbeitete sein Vater schon seit mehr als einem halben Jahr hier und hatte erst vor drei Tagen die Erlaubnis erhalten, seinem Sohn die Laboreinrichtung zu zeigen - Eigentlich liefen die Projekte und Versuche streng geheim unter dem Deckmantel des Staats ab. Sein Vater wäre enttäuscht gewesen, wenn er sich geweigert hätte. Sehr enttäuscht und verletzt.
"Glaub' mir, du wirst beeindruckt sein, welche Wesen dieses Gebäude beherbergt!"
Sein Vater rückte die dicke Hornbrille zurecht und sah ihn aus fanatisch glänzenden Augen an.
Night blickte sich wortlos in dem mit elektronischen Geräten und Aktenschränken vollgestopften Büro um, das keinesfalls dem eines Wissenschaftlers ähnelte, und konnte den Worten seines Vaters nicht so recht Glauben schenken.
Besondere Wesen, die derartig bedrohlich waren, dass man sie in ein Laborgebäude sperren musste?
"Komm, ich zeig' dir einen von Ihnen."
Sein Vater erhob sich umständlich und der 16-Jährige folgte ihm aus dem Zimmer.
Der Wissenschaftler führte ihn durch verschlungene Gänge und Räume, bis er an einer gepanzerten, kugelsicheren Eisentür ankam, die nur durch Identifikation der Augen geöffnet werden konnte.
"Bist du bereit, die gefährlichsten Wesen auf dieser Erde kennenzulernen?"
Er musterte Night mit einem todernsten Blick, der ihm vermittelte, dass er tatsächlich daran glaubte, was er sagte.
Der Junge nickte nur schwach, obwohl sich in seinem Inneren allmählich alles dagegen sträubte, den Raum zu betreten.
Bedrohliche, gefährliche Wesen in einem Versuchslabor? Was zum Teufel läuft hier?
Sein Vater linste in das Identifikationsgerät, dass mit einem lauten Summen und einer elektronischen Stimme verkündete: "Identifiziere: Hazumoshy Greydon. Zugang gewährt. "
Das Schloss der Tür sprang knackend auf.
Night atmete tief ein und sah zu seinem Vater, der sich gegen die schwere Tür stemmte und sie öffnete.
Sie traten ein.
Ein weiterer, klinisch wirkender, weißer Raum, relativ klein, einige Computer auf Tischen.
Auf den Monitoren blinkten verschieden Pulsanzeigen und Blutdruckwerte.
Night fasste nur allmählich den Mut und trat an eine der vielen gläsernen Scheiben, durch die man in die angrenzenden Räume blicken konnte.
Ein Junge.
Auf dem Krankenhausbett mit dem steril-weißen Laken saß ein schlanker, ja beinahe ausgezehrter Junge.
Seine Haut war sogar noch blasser als die von Night, und seine blicklosen, türkisfarbenen Augen waren auf einen Punkt irgendwo an der Decke gerichtet.
Dunkelrote Wuschelhaare fielen ihm in die Stirn, und unter den Augen schimmerten tiefe, beinahe kohleschwarze Schatten, die von schlaflosen Nächten zeugten.
Neben dem Bett standen allerlei Gerätschaften; Ein Schlauch führte unter den dicken Verband an seinem Handgelenk zu einer Kanüle und schien ihn mit einer speziellen Medikamentenlösung zu versorgen, außerdem führte ein Kabel von seinem Handgelenk zu einem Herzmonitor, der gleichmäßig, wenn auch etwas träge, blinkte.
Night blieb völlig erstarrt stehen.
Auf der Miene des Jungen war keinerlei Emotionen abzulesen, doch sein ganzer Körper, seine geduckte Haltung und seine verkrampften Hände schrien geradezu nach nackter Angst.
Wer war hier die Bedrohung?
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