Traumweber
von
Lilith
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Prolog
Jeder Schritt schmerzte, jeder Muskel schrie nach einer Pause, doch Stella ging weiter, Schritt für Schritt. Der Wind schlug ihr Sand ins Gesicht, aber sie kümmerte sich nicht darum. Seit Tagen gingen sie nun schon durch diese leere Wüste, hatten schon seit langem den Weg verloren, und konnten nichts anderes tun als weiter zu gehen, Düne über Düne.
Sie war durstig, denn schon seit dem Morgen fehlte der kleinen Gruppe das Wasser, und gerade jetzt brannte die Sonne am heißesten, doch nirgendwo war eine Oase oder gar das Ende der Wüste zu sehen.
Stella blinzelte den Sand aus ihren Augen und fuhr sich mit der Zunge über die aufgeplatzten Lippen.
Mae, ein Mann aus dem Dorf, ging einige Meter vor ihr. Er war seit jeher ein Freund von Stellas Familie gewesen und hatte sich dazu bereit erklärt, sie und ihre Schwester zur Hauptstadt des Königreiches zu führen, als ihr Dorf von den Soldaten des anderen Herrschaftsgebietes durchsucht wurde.
Sie hätten ebenso gut durch den Wald gehen können, der am Rande der Wüste wuchs und lange nicht so gefährlich war wie diese, doch die dunklen Krieger hatten ihnen keine andere Wahl gelassen. Die Geistruferin durfte nicht in ihre Hände fallen!
Stella drehte sich zu ihrer Schwester um, die sich ein paar Meter hinter ihr durch den lockeren Sand quälte. Die Geistruferin.
Sie war wie eine Heilige, die Hoffnung aller, um Terra, die Welt, vor den wütenden Geistern und Dämonen zu retten. Sie war dazu ausersehen diese bösartigen Wesen in einen Schlaf zu versetzen, der so lange anhielt, bis die Geistruferin selbst starb.
Waren hundert Jahre nach der Geburt des Geistrufers vergangen, wurde ein neuer geboren, um Terra zu schützen, so hatten die Geister meist mehr als dreissig Jahre Zeit, um der Welt neuen Schaden zuzufügen.
Stella seufzte und schloss die Augen. Nun war es ihre Schwester, Lysan, deren Schicksal es war Terra zu retten; und obwohl sie Zwillinge waren, hatten sie doch ausser ihrem Aussehen nichts gemein. Während Lysan albern, hochmütig und besserwisserisch war, war Stella ruhig, freundlich und neugierig - gegensätzlicher hätten Geschwister nicht sein können; und trotzdem gelang es nur ihrer Mutter, sie auseinander zu halten. Die Ähnlichkeit zwischen den beiden war selbst für Zwillinge aussergewöhnlich. Die Dorfbewohner hatten Lysan nur erkannt, wenn ein Feuer in der Nähe brannte oder sich andere Elemente bewegten, denn dann erschien auf ihrer Stirn das Stigma der Geistruferin, eine weiss leuchtende Flamme, direkt über ihrer Nase.
Die Alben ihres Dorfes verehrten sie wie eine Göttin, lasen ihr jeden Wunsch von den Augen ab und taten alles, um sie zufrieden zu stellen.
Auch Stella besaß ein Stigma. Eine Flammenzunge brannte ihr während des Schlafes silbern vom Nasenrücken bis zur Stirn, wo an beiden Seiten der Zunge je zwei weiße Streifen zu ihren Schläfen führten, doch da niemand wusste, was es damit auf sich hatte, wurde sie einfach nicht beachtet.
Stella hasste ihre Schwester dafür nicht, betrachtete sie sogar als ihre beste Freundin, doch auch an ihr ging der Neid nicht spurlos vorbei, sodass es zwischen den beiden oft heftige Zänkereien gab, die Stella selten gewann.
Plötzlich blieb Lysan zurück. Stella blieb verwirrt stehen. Es war keine Spur mehr von ihrer Schwester zu sehen, sie war einfach hinter der Düne verschwunden.
„Lysan?“, rief Stella ihr zu. Doch niemand antwortete. Gerade wollte sie zu der Düne gehen, als Mae auf einmal laut ihren Namen rief. Sie drehte sich um – und riss erschrocken die Augen auf. Eine riesige rote Wand hatte den Horizont verschluckt, das Tageslicht verdunkelt und kam immer näher auf sie zu.
Ein Sandsturm!
Stella wirbelte entgeistert zu der Düne herum, hinter der Lysan verschwunden war, brachte aber kaum zwei Meter hinter sich, als der Wind sie einholte. Entsetzt schrie sie auf, als der Sand ihr durch die Kleidung in die Haut stach und ihre Haare mit sich riss. Sie konnte kaum atmen in dem Meer aus Sand, das sie allmählich einhüllte und hob schützend ihre Arme vor den Körper, doch der Sturm kannte kein Erbarmen. Mit immer mehr Wucht drang er auf sie ein und warf sie hart auf die Düne, die unter ihrem Gewicht nachgab, und sie langsam mit rotem Sand bedeckte. Der Sturm tobte weiter, heulte laut und schlug hart auf sie ein, bis ihr selbst das Luftholen Schmerzen breitete.
Sie versuchte sich aufzurichten und spukte würgend den Sand aus ihrem trockenen Mund, als etwas Hartes stark gegen ihre Schläfe krachte und sie betäubt auf dem Wüstensand liegen blieb.
Ihre Mutter trat hastig in ihr Zimmer und rüttelte sie wach. Stella hatte kaum geschlafen, war jedoch sofort hellwach als ihre Mutter sie mit diesem sorgenvollen Blick ansah.
„Ihr müsst von hier verschwinden!“, flüsterte sie ihr zu. „Du und Lysan, versteckt euch in der Hauptstadt!“
Ohne weitere Erklärungen zerrte sie Stella aus ihrem Bett und packte sie in eine dicke Jacke ein.
„Was ist geschehen?“
Doch ihre Mutter antwortete ihr nicht, sondern zog sie in das Wohnzimmer zu dem verhängten Fenster. Langsam schob sie den Vorhang ein kleines Stück beiseite und blickte verängstigt hinaus.
Stella erschrak zutiefst. Mehrere Reiter standen am Haus des Dorfältesten, in der Nacht durch ihre dunklen Rüstungen kaum zu erkennen, und sprachen mit dem weißbärtigen Mann – es war Stella und ihrer Mutter sofort klar, worum es in diesem Gespräch ging.
„Ich gehe und wecke Lysan!“, flüsterte Stella mit brüchiger Stimme und wollte sich gerade auf den Weg machen, hielt jedoch inne, als sie Mae und ihre Schwester hinter sich stehen sah.
„Wir sind bereit“, sagte Mae leise. Er schulterte seinen braunen Rucksack und nickte Stella zu. „Wir werden durch den Wald gehen, wenn wir nicht unterwegs von den Soldaten des anderen Königreiches aufgehalten werden.“
„Und wenn doch?“, Stella biss sich verängstigt auf die Lippe. „Wenn sie den Wald versperren? Was dann?“
Mae sah sie lange an – dann seufzte er und sagte mit ernster Stimme:
„Sie dürfen die Geistruferin auf keinen Fall bekommen.“
Stella sah auf den Boden und umschlang ihren zitternden Körper mit den Armen. „Und genau so wenig“, setzte Mae fort. „dürfen sie sie mit ihrer Zwillingsschwester verwechseln, Stella.“
Sie blickte wieder zu den Kriegern.
„Dann werden wir durch die Wüste gehen, nicht war?“ Sie schloss die Augen.
Es war so weit. Der größte Albtraum des gesamten Dorfes war in diesem Moment Erfüllung gegangen. Allen war klar gewesen, dass die Geistruferin hier nicht in Sicherheit war, doch alle hatten den Tag ihres Fortgehens hinaus geschoben, bis es schließlich zu spät war.
„Es wird ihnen klar sein, dass wir fliehen wollen.“, bemerkte Stella müde. „Sie werden uns bereits erwarten, wenn wir versuchen in Richtung Wald zu fliehen.“
Der Wald war der einzige zumindest halbwegs sichere Weg an der Wüste vorbei, die sich auf halb Terra ausbreitete. Die Hauptstadt lag direkt am Ende des Waldes in der Nähe der Küste.
Die Wüste zu durchschreiten war so gut wie unmöglich und
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Kommentare
Lilith schrieb am 2007-07-17 20:05:54:
ja... die geschi geht noch weita, eigentlich.^^° naja Erklärung: sie fällt in der wueste in ohnmacht und traeumt dann von dem tag, als sie losgegangen sind, ja? da muss sie auch aufwachen, weil ihre mutter sie weckt. dann wacht sie noch mal (aba diesmal richtig) auf und is dann wieder in der gegenwart.. so ungefähr...^^
Freedom schrieb am 2007-03-25 01:56:38:
hi Lilith. ich find die geschihte wirklich spannend, auch wenn ich etwas nicht ganz versteh. zuerst geht es ja darum, wie sie in der wüste sind...dann wacht sie irgnedwie auf, dann geht es darum, wie die kämpfer vor dem haus stehen und wie sie fliehen müssen...dann wacht Stella wieder auf? geht die geschihte noch weiter? ich wüde gerne eine fortsetzung lesen ^^
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