Über die Schönheit
von
Martin Blöchinger
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Im Auge des Betrachters soll sie verborgen liegen. Nun, viele Betrachter habe ich bereits gesehen, in viele Augen habe ich geblickt. Was ich dort erblickte? Die unendliche Tiefe, pures Verlangen, unheimliche Vertrautheit, den Geist der Gegenwart.
Nur auf die SChönheit warte ich seit jeher vergebens. Seit jenem Tag in der vergrauten Vergangenheit, an dem sich in mir der Gedanke verbreitete, dass die Welt nicht gleich sei. Dass es Gut und Schlecht gebe, Schön und Häßlich. An jedem jedem Tag, an dem mich der alles zu einer wunderschönen, jedoch undurchschaubaren Komposition verhüllende Nebel der Jugend verlassen hat.
Seitdem bin ich auf der Suche. Ein Reisender wieder willen, angetrieben von einer unerklärbaren Kraft. Heimgesucht vom schauderbarem Verlagen, das einzig Wahre zu finden, das Ewige, das endlos Schöne.
In wie vielen Gesichtern habe ich es schon zu finden gehofft? Habe es in allen Winkeln dieser Erde gesucht. Selbst in den allgemein als hässlich verschriehnen Dingen wollte ich es finden. Wurde verlacht und verspottet, bemitleidet und selten einmal auch beweint.
All die unwissenden Menschen, die ihr täglich Dasein fristen, all die mich ausgelacht haben. All die Leute, die noch nicht von diesem Verlangen durchsetzt wurden, denen noch nicht die Augen geöffnet wurden. Sie sind es, die meine Suche so schwer machen, und mir täglich Steine in den Weg legen.
Sie verhüllen das Schöne dieser Welt mit ihrem Schleier, wollen nicht, dass es entdeckt wird. Tun so, als wären sie abgrundtief hässlich, nicht zum Lieben gemacht. Sind dabei in ihrem tiefsten Herzen so wunderschön, so unbeschreibbar bezaubernd, dass sie vor sich selbst erschrecken würden.
So sehe ich es als meine Aufgabe, die beinahe unergründlichen Tiefen dieser Menschen zu erforschen, ihre Schönheit an's Tageslicht zu fördern.
Weiter werde ich suchen, bis jemand gefunden ist, der sich auf diese Suche einlässt. Der an sich glaubt, der nicht nur das Oberflächliche und Kurzweilige sieht, der tiefer blickt, und der tiefer blicken lässt.
Wann werde ich Dich finden?
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Kommentare
foxyfire@gmx.net schrieb am 2009-06-01 21:30:29:
Aüßerlichkeiten sind in dieser Welt gängig. Sie gedenken mit offenen Augen dem Tag entgegen zu treten, doch in Wirklichkeit sind sie alle blind. Jedoch muss es nichts Schlimmes sein. Man kann die Augen verschließen und die Schönheit hören. Hörst du die Bäume rauschen, wie sie im Wind hin und her wiegen? Wie die Vögel ihre Flügel schwingen und wie sie ihre Lieder trällern? Hörst du das rascheln im Laub, wie der Frosch zwischen den Bäumen hüpft? Das... das alles sind belanglose Dinge. Sie werden nicht beachtet. Doch genau darin liegt unser Leben. Wir atmen ihre Luft, wir betreten ihre Erde, und wir zerstören sie. Menschen sind schrecklich. Es gibt nur wenige, die das Leben und dessen Schönheit so schätzen wie die Natur selbst. Und es gibt nur wenige Menschen, die die innere Schönheit besitzen.
Lara Ralfs schrieb am 2007-11-15 18:01:01:
wow! der text ist wirklich gut! sowohl vom inhalt (wahr und ein bisschen poetisch), als auch vom stil! congratulations!
rommee schrieb am 2007-11-05 22:46:58:
oh das ist voll schön... und ehrlich UND vorallem... wahr
sina franke schrieb am 2007-11-05 18:23:28:
einfach wundervoll geschrieben. unglaublich. aus deiner wahl der wörter spricht pure intelligenz. einfach hammer. weißt du, man verliebt sich zuerst in das Aussehen, dann in den Charakter, dass ist bei meinschen und auch bei tieren so. nahja ich wünsche dir trotzdem viel glück bei deiner suche
ganz liebe gruesse
sina
ps. über die fehler kann man hinweg lesen sind nicht all zu viele
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