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Kategorien > Aus dem Leben > Gefühle

Unbeschreiblich

von Ms. Eve

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UNBESCHREIBLICH

Wir saßen auf einer Wiese vor einer alten Scheune, es war einer der letzten warmen Sommernächte und ich hatte mir meine Jacke um die Schultern gehängt, da man die herbstliche Kühle schon zu spüren begann. Er saß mir schräg gegenüber, sah mich an und fragte mich, ob wir es tun sollten. Ich weiß nicht mehr, was ich darauf erwidert habe und ob ich überhaupt auf seine Frage antwortete, doch ich scheine etwas zustimmendes von mir gegeben zu haben, denn er beugte sich vor, während mein Kopf dem seinen immer näher kam und schließlich trafen sich unsere Lippen. Wie immer ist mir dieser erste Moment der Berührung nicht mehr bewusst, es ist, als wäre mein Denken ausgeschaltet gewesen, aber nicht nur mein Denken, auch mein Bewusstsein, meine Wahrnehmungen, meine Sinne. Ich könnte nicht beschreiben, wie sich seine Lippen in den ersten Sekunden anfühlten, wie es war, als seine Zunge begann, meine Lippen zu teilen, meinen Mund zu erforschen, sich wieder zurückzog, nur um sofort wieder in meinen nun halbgeöffneten Mund einzudringen, um mit meiner Zunge zu spielen. Ich könnte nicht wiedergeben, wie weich sich seine Lippen anfühlten und wie er damit unendlich zärtlich meinen Mund berührte, eine Berührung, die so leicht war, dass ich sie kaum spüren konnte, so dass ich mich ihm noch mehr entgegenreckte, nur um seinen warmen Atem zu fühlen, der sich mit meinem vermischte. Es wäre mir unmöglich, zu schildern, wie sich unsere Lippen fest aufeinander schlossen, während nur unsere Zungen zu tanzen schienen, sich gegenseitig zu kitzeln, zu streicheln begannen, ihre Bewegungen immer schneller wurden, bis sie schließlich voneinander abließen und nur noch unsere Lippen sich sanft liebkosten. Ich könnte es nicht beschreiben, wie behutsam und vorsichtig seine Lippen über meinen Mund strichen, wie seine Zunge tastend darüber wanderte und meine Zunge zu locken schien, solange, bis ich die Lippen leicht öffnete und wir unser Spiel wieder begannen. Ich wäre nicht fähig, zu berichten, wie unsere Zungen einen Rhythmus fanden, wie er abwartete, um sich an meine Bewegungen anzupassen, immer ein wenig langsamer, bis ich schließlich innehalten musste, unsere Lippen nur wenige Millimeter voneinander entfernt, doch noch nah genug, um die Hitze zu spüren, während wir beide abwarteten, bis unsere Zungen es nicht mehr aushielten und bereits wieder nacheinander zu tasten begannen.
Es ist unmöglich, das alles wahrheitsgetreu zu beschreiben und jedes Mal bemühe ich mich, bei vollem Bewusstsein zu bleiben, um zu fühlen, zu spüren und wahrzunehmen. Doch in den allerersten Augenblicken dieser wunderbaren Berührung ist mir das noch nie gelungen.

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Kommentare

Ms. Eve schrieb am 2006-05-03 19:15:53:
Liebe Bethie!

Vielen Dank für Ihre Komplimente, es freut mich, wenn ich Sie mit der Geschichte berühren konnte und Sie in der Lage waren, diese nachzuempfinden :-)
Vielleicht nehme ich dies als Anregung, noch eine _gewisse_ Fortsetztung zu schreiben.. mal guggen.
Liebe Grüße,

Ihr Evchen
bethie schrieb am 2006-05-02 15:07:05:
Ms. Eve,
Sie treffen den Nagel doch immer wieder genau auf den Kopf! +g+
Weckt alte, schöne, traumhafte und prickelnde Erinnerungen in mir.... = )Sie haben die Gabe für eine mitreißende Erzählweise, man ist sofort im Geschen drin. Schön!
Liebe Grüße und Küsse
Ms. Eve schrieb am 2006-04-17 15:38:44:
oh, danke! :-) jup, es macht spaß, sowas zu beschreiben (oder zumind. es zu versuchen), freut mich, wenn euch
das gefällt!
Tabea Bickel schrieb am 2006-04-16 14:47:10:
Ich habe auch schon solche Erfahrungen gemacht und bin sehr begeistert wie man solch eine unbeschreibliche Sitution beschreiben kann. Ich hätte das nicht so gut gekonnt. Lob an den Schreiber!
Leanyka schrieb am 2006-04-16 12:59:59:
Hi,
du hast Recht, Gefühle sind unbeschreiblich, aber man soll sie ja auch gar nicht beschreiben, sondern geschickt mit Worten spielen, damit der Leser sie nachempfinden kann und das ist dir gelungen.;-)
Leanyka

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