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Kategorien > Rache > Mord

Und der Hass starb nicht

von sina franke

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Wahrscheinlich hatte er die erdrückende Stille schon während des Schlafens wahrgenommen, denn er schreckte schon vor dem ersten Schuss auf.
Er hörte eine Frau beten und schreien, doch er konnte vor Angst nichts tun, außer in seinem Bett liegen bleiben. Und bevor ihm bewusst wurde, dass diese Frau seine Mutter war, fiel auch schon der nächste Schuss und ein stummer, ohrenbetäubender Schrei drang aus seinem Mund, ohne dass ihn jemand wahrnahm.
In seinem Inneren war alles taub, als er auf den Flur lief und seine Eltern leblos auf dem Boden fand. Das braune Augenpaar, welches ihm entgegenblickte, lähmte ihn und ließ ihn verstummen. Seine Augen waren tief wie die Finsternis und hell wie der Tag, als sich der Mann zu den andren wand, davon ging und ihn alleine ließ. Für immer alleine.
Diese Stille, die Paco damals gefühlt hatte, beherrschte nun sein Leben. In seinem Inneren war alles leer und tot.
Mit seinen Zehnjahren verstand er noch nicht ganz, was es bedeutete allein auf der Welt zu sein und wurde von seiner Tante aufgenommen. Er wohnte nur ein Dorf weiter, als bisher.
Doch er wuchs rasch heran und der Zorn und der Hass wuchs in ihm wie ein tollwütiges Tier. Endlich erfuhr er, dass diese drei Texaner Geldeintreiber waren und seine Eltern wegen hohen Schulden sterben mussten. Nicht nur seine Eltern sollten in den nächsten Jahren durch diese Texaner umkommen.
Und Paco schwor sich Rache, ewige Rache an jene, die sein Leben zerstört hatten. Ihm war schon an diesem Tag klar, dass er sie suchen würde, und jetzt, jetzt war seine Zeit gekommen. Die Zeit der erbarmungslosen Rache.

„Ich habe nie geliebt, verfolgt von Schmerz und Qual. Meine Träume beinhalteten nur diese Augen und ich, ich stand da und konnte nichts tun, während er mir ins Gesicht lachte. Ich habe versucht dich zu lieben, Maria. Aber wie hätte ich den Hass auf mich selbst vergessen können? Ich kann nicht mich selbst hassen und dann von mir verlangen das Gegenteil zu fühlen. Wie soll das bitte gehen?
Du warst ein stützender Punkt in meinem Leben, doch ich muss dich nun verlassen. Ich habe schon zu lange gewartet, denn diese Männer werden auch älter, und ich werde nicht zulassen, dass sie friedlich und ohne Geschrei sterben. Zu oft höre ich noch meine Mutter schreien, dass es mir fast das Herz zerreist.
Bitte mein Herz, verstehe das, verstehe, dass ich gehen muss. Ich muss meine Eltern und mein Leben rächen. Ich muss rächen, dass ich dich gefunden und dich wegen ihnen nicht lieben konnte. Sosehr ich es auch wollte. Warte nicht auf mich, denn dann könnte es sein, dass du für ewig wartest. Für immer ist eine zu lange Zeit für uns. Für ewig ist für immer und für immer ist bis zum eigenem Tode.
Sie haben mir mein Leben genommen und nun werde ich ihres an mich reisen.
Ich hoffe ich komme bald wieder und kann dich dann lieben, denn dann meine Maria, dann ist es für immer.“

Er hatte es schon geahnt, dass er sie hier finden würde. Die Sonne schien unerbitterlich vom klaren Himmel herab. Er stand an einer Mauer gelehnt und die Sonne schien ihm in den Rücken, als er drei Texaner auf sich zureiten sah. So lange hatte er gehasst, so lange hatte er rachsüchtig auf diesen Moment gewartet und nun würde er kommen. Sie kamen unmittelbar vor ihm zum stehen.
Sie sahen sich in die Augen und Paco sah diese Finsternis in den schwarzen Augen auflodern. Die Augen sind der Schlüssel zur Seele.
Die drei Texaner erkannten ihn nicht, da hob Paco ganz langsam die Hand.
Das Pferd des Texaner erschrak und wich aus. „Selbst dein Pferd weiß, was jetzt kommen wird.“
Ohne ein weiteres Wort erschoss er die drei Texaner, gab seinem Pferd die Sporen und ritt davon.
Doch er hatte keine Befriedigung erhalten. Keiner hatte geschriene, oder wie seine Mutter gebettelt. Sie hatten nicht wirklich gelitten. Und der Hass starb nicht, er vergrößerte sich nur in ihm.

„Ich habe es getan, Maria. Ich habe es wirklich getan. Ich habe mich gerächt. Doch jetzt merke ich, dass ich nun auch mich getötet habe. Sie haben nun drei Menschen auf dem Gewissen.
Es tut mir leid Maria, ich werde nicht mehr zurückkommen könne, denn keiner von ihnen hat geschriene. Niemand!“

Und wenn Paco genau hingehört hätte, dann er hätte er sie, Maria, seine große Liebe, schreien hören, als sie diesen Brief las. Und sich schwor, trotzdem Ewig auf ihn zu warten.

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Kommentare

krockki@googlemail.com schrieb am 2012-04-09 13:10:42:
Oha, wie cool ^^

Like it <3
Antonella schrieb am 2009-11-11 09:20:56:
Eine Wahnsinns Geschichte,es zeigt wirklich denn Schmerz Wut..und Hass,der Schluss dieser geschichte ist sehr traurig..:-( werden sie wohl zu einander finden,oder wird paco als verbitter Mann sterben?

Aber trotzdem sehr schön erzählt
benny schrieb am 2008-01-10 22:55:38:
hi erstma

wunderbare geschichte und auch sehr gut geschrieben und alles andere wurde ja schon gesagt ;)
freu mich auf jeden fall auf mehr von dir
bis die tage mal
Nachtmahr schrieb am 2007-12-25 21:57:12:
guten abend!

also, diese geschihcte musste ich auch noch einzeln kommentieren. erstmal: eine wahnsinns-idee, muss man neidlos anerkennen. in der ausführung auch sehr überzeugend, gut aufgebaut, durchdacht.
allerdings kommt mir der akt des tötens etwas zu kurz, denke, dass wenn jemand so lange auf seine rache wartet, er dann seine rache mit ... mehr genuss vollzieht, vllt die opfer leiden lässt und noch quält bevor er sie dann "erlöst". aber vllt sehe ich das auch aus einer... zu subjektiven warte aus :p
alles in allem aber dennoch eine wirklich gelungene und einnehmende kurzgeschichte, hoffe du machst weiter auf diesem niveau!
grüße
Johannes Beck schrieb am 2007-12-05 14:50:34:
wow. das ist definitiv eine deiner besten Geschichten. Vorallem die Idee mit den Briefen an Maria ist spitze. Außerdem hängt alles irgendwie in der Luft: man weiß nichts konkretes über Zeit und Ort, das macht die Geschichte umfassender und irgendwie bringt das das Geschehen einem näher (könnte ja sein, dass das gleich um die Ecke passiert...)
eine echt gelungene Geschichte
brummberr schrieb am 2007-11-27 19:21:15:
hi sina
eine wahnsinns geschichte und der schluss is super
glg hans
Hilfe? schrieb am 2007-11-15 21:26:49:
Hi, Sina,

klasse Geschichte.
Darüber, dass Hass nichts bringt.
Super, dass du geschrieben hast, dass er sich hasst, weil er nichts tat.
Ich glaube, das ist der Punkt.
Klasse beschrieben.

Liebe Grüße,
Samuel
Lilly schrieb am 2007-11-13 19:42:49:
SUPER!!!
Larissa schrieb am 2007-11-13 16:50:32:
Das Ende finde ich sehr taurig, aber die Geschichte ist toll geschrieben und es passt auch gut dazu.
sleepontrain schrieb am 2007-11-12 18:22:59:
schöne Geschichte, gefällt mir.

Komisch ich hatte eine ähnliche Idee für das 3.Kapitel von mir.
Mfg sleepontrain

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