Unendlichkeit 9
von
Yve
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Schweigend aß sie ihren Teller leer und entfernte sich mit einer leisen Entschuldigung vom Tisch. Oben ließ sie sich gestresst auf ihr Bett fallen und schloss für einige Sekunden die Augen. Was wollte Alexander ihr nur sagen vor dem Gasthaus? Aber das war ja eigentlich egal, er war verlobt, vergeben und außer Reichweite für sie. Sie fühlte sich so schrecklich leer und verlassen. Das musste Liebeskummer sein, sie musste lernen damit fertig zu werden und schließlich konnte Alexander nicht ihre erste und letzte Liebe sein. Seufzend lehnte sie sich zurück und schloss abermals ihre Augen.
Alexander ging ungeduldig auf und ab. Er wartete auf Marianne, die sich jedoch sehr viel Zeit ließ. Er konnte hier nicht so lange warten, also ging er vor die Tür und setzte sich dort auf eine Treppenstufe.
„Alexander!“
Als er ihren freudigen Ausruf hörte, sah er auf und erblickte ihr fröhliches und sehr glücklich scheinendes Gesicht. Es zerriss ihm förmlich das Herz, wenn er an das dachte, was er ihr mitteilen wollte. Gut gelaunt kam sie auf ihn zu und streichelte ihm besorgt über eine Wunde, die er sich bei der Rangelei mit Dominique eingehandelt hatte.
„Wie ist das denn passiert?“
„Das ist jetzt nicht von Belang.“
Wütend sah sie ihn an.
„Ich möchte es aber wissen.“
„Das ist bei einer Prügelei passiert, nichts weltbewegendes, also ich muss über etwas sehr wichtiges mit dir reden Marianne.“
Stürmisch ergriff sie seine Hand.
„Ja, ich muss auch mit dir sprechen, es geht um unsere Hochzeit.“
Interessiert sah er sie an.
„Ja?“
„Also, ich finde wir könnten langsam mit den Vorbereitungen anfangen, schließlich sind wir jetzt schon lange genug verlobt und meine Mutter drängelt auch schon. Marianne, wann wollt ihr denn endlich heiraten? Marianne du brauchst noch ein Kleid, dies, das, jenes.“
Erwartungsvoll sah sie nun ihn an. Trauer war ihm ins Gesicht geschrieben.
„Warum siehst du mich so betrübt an? Ich mache mir allmählich Sorgen.“
„Hör zu, Marianne…“
John trat aus der Tür und atmete tief ein. Seufzend stieß er die Luft aus.
„Ah, Marianne, schön, dass ihr euch wieder vertragen habt.“
Stolz trat er auf die beiden zu und legte seinem Sohn eine Hand auf die Schulter, dieser schüttelte sie genervt ab.
„Könntest du uns bitte alleine lassen? Ich muss mit Marianne reden.“
„Kommt doch rein und steht hier draußen nicht so rum, Maria könnte euch einen Tee kochen…“
„Hör auf damit.“
Alexander zischte seinen Vater die Worte wütend entgegen.
„Rede nicht in diesem Ton mit mir Alexander!“
„Komm Marianne wir gehen ins Haus.“
Verwirrt folgte sie ihm ins Haus.
„Seit wann gehst du so mit deinem Vater um?“
„Wir verstehen uns im Moment nun mal nicht so gut und jetzt muss ich dir ganz dringend etwas sagen. Es ist wirklich sehr wichtig für mich, Marianne, also hör genau zu und lass dich nicht ablenken, weder von meinem Vater noch von Maria, ich bitte dich.“
Er nahm ihr Gesicht in seine beiden Hände und wandte es seinem Gesicht zu, damit sie ihm in die Augen sah. Sie lächelte.
„Du machst mir Angst.“
Ein mildes Lächeln huschte nun auch über seine Gesichtszüge. Er stockte einen Moment als sie abermals lächelte und ihn mit großen, unschuldigen braunen Augen ansah.
Er konnte das einfach nicht, er konnte es ihr nicht sagen und es würde sowieso nichts bringen. Er erinnerte sich an das abweisende Verhalten von Johanna Deverell. Es war ganz klar, dass sie so abweisend war, weil er eine Verlobte hatte. Wahrscheinlich war sie nicht in ihn verliebt und wollte es nicht zu Missverständnissen kommen lassen.
„Lass uns nicht länger warten.“
Er nahm sie in die Arme und sie lachte glücklich. Traurig senkte er seinen Blick. Er mochte Marianne wirklich sehr, also konnte doch eigentlich nichts schief gehen, oder?
„Gut, je eher desto besser, oder?“
Nervös lachte er kurz auf. Sie nickte. Schnell beugte sie sich nach vorne und drückte ihm einen Kuss auf die Wange.
„Ich bin jetzt schon total glücklich.“
„Ich auch.“
Diese Lüge schien etwas tief in ihm zu zerreißen.
„Ich glaube ich brauche ein bisschen frische Luft, rede du doch schon mal mit meinem Vater und klärt alles ab, ja? Das ist nichts für mich.“
„Soll ich nicht mitkommen?“
„Ich bin doch gleich wieder da, ich will nur das Pferd versorgen.“
„In Ordnung.“
Mit schnellen Schritten verließ er das Haus. Das was er da eben unbedingt durchsetzen wollte mit Marianne fühlte sich abgrundtief falsch an. Nachdenklich entfernte er sich von seinem Haus und ging tiefer in den Wald hinein. Während er in Gedanken versunken war, trat er einige Stöcke aus dem Weg. An einem Baumstamm machte er Halt und setzte sich darauf. Der Schmutz du das Moos auf ihm waren nebensächlich. Resigniert stieß er einen Seufzer aus.
„Warum fühlt sich das alles so falsch an?“
„Weil du deine reizende Verlobte nicht liebst.“
Verwirrt sah er sich um. Diese Stimme kannte er doch. Schließlich erblickte er eine Silhouette im Schatten eines riesigen Baumes.
„Woher wissen Sie von meiner Verlobten?“
Ein herzhaftes Lachen ertönte.
„Sie ritt ohne Begleitung zu dir hoch zu deinem Haus. Sie war wirklich schwer zu übersehen und ihr Geruch…mmhmm…“
Wütend sprang Alexander auf.
„Was wollen Sie von mir? Und lassen Sie gefälligst meine Verlobte in Ruhe! Sie sind doch dieser Mann aus der Stadt.“
„Du hast wirklich ein sehr gutes Gedächtnis.“
„Kommen Sie gefälligst aus dem Schatten, damit ich Ihnen ins Gesicht sehen kann, wenn ich mit Ihnen rede.“
„Nein, ich glaube ich ziehe es vor hier im Schatten zu bleiben, aber komm du doch in den Schatten.“
Wieder lachte er. Wütend schritt Alexander auf den Mann zu und packte ihm am Kragen.
„Ihr Franzosen seit am Schlimmsten!“
„Du hast wirklich Temperament und das fange ich wirklich an, an dir zu mögen. Très mignon.“
„Bleib mir fern mit deinem Französisch und bleib ja fern von meiner Verlobten!“
Er lächelte.
„Das lässt sich einrichten, also soll ich mich wohl eher Johanna zuwenden.“
Er gab einen entzückten Laut von sich.
„Damit gebe ich mich auch zufrieden.“
Alexander war so unendlich provoziert, dass er dem Franzosen die Faust ins Gesicht schlug.
Dieser sank für einen Moment nieder, erhob sich jedoch anschließend darauf wieder.
„Du hast einen kräftigen Schlag drauf, wirklich, aber ich habe keine Lust mich schlagen zu lassen, noch nicht mal von dir, so niedlich du auch bist.“
Er strich sich über die Nase.
„Ich bin immer wieder froh darüber, dass alles so schnell heilt.“
Wieder lächelte er und dieses Mal entblößte er zwei, spitze Fangzähne.
Alexander wich einen Schritt zurück.
„Was zum Teufel bist du für eine Kreatur.“
Der Fremde schritt näher an ihn heran.
„Sag doch nicht Kreatur, das hört sich so abwertend an. Nenn mich doch einfach Magnus.“
Magnus wich mit unmenschlicher Geschwindigkeit zur Seite, als Alexander wieder zu schlagen wollte. Wo war er hin? Er stand hinter ihm und flüsterte ihm etwas ins Ohr…
„Damit du dich an mich erinnerst.“
Als Alexander diese Worte vernahm, stellten sich ihm sämtliche Haare auf.
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Kommentare
Leny schrieb am 2008-05-19 21:40:59:
Ich hab's mir irgendwie anders vorgestellt^^
also wie die Geschichte abläuft.^^
SCHREIB WEITAAAAAA
:-*
LG^^
andrea schrieb am 2008-05-19 14:46:55:
klasse. schreib bitte weiter. lg andrea
!!! schrieb am 2008-05-18 14:38:10:
Hey das wird ja immer spannender. Lass mich raten, Magnus ist ein Vampir, vorallem da du ja Vmpire liebst. :) Stimmts oder hab ich recht? Story ist toll!!!
lg
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