Unendlichkeit, Kapitel 4
von
Yve
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4. Der Ausritt
Es war bereits Abend, als Johanna ihr Zimmer verließ, um sich für die Nacht fertig zu machen und sich anschließend ins Bett zu begeben, als die Stimme ihrer Mutter nach oben drang.
,,Johanna, Schätzchen, du hast Besuch!
Die Stimme von Lilian klang dabei so erfreut, dass Johanna sich bereits denken konnte, wer da auf sie wartete. Es konnte nur Dominique de Chevallier sein. Da war sie sich sicher. Sie spielte mit dem Gedanken, einfach nicht zu antworten und ins Bett zu gehen. Vorher würde sie natürlich abschließen, aber dann gab sie sich einen Ruck und ging doch hinunter. Als sie ihn sah, wie selbstgefällig und eingenommen von sich selbst er da stand, ekelte es sie.
,,Ich wünsche einen schönen Abend Johanna.
,,Ja, vielen Dank, ebenfalls.
Während Dominique sie beobachtete und ihr dabei immer weiter auf die Pelle rückte, brachte ihre Mutter etwas zum Ausdruck, mal wieder.
,,Rate mal warum Dominique hier ist.
Johanna sah sie wütend an, sie hatte keine Lust auf die dämlichen Ratespiele ihrer Mutter.
,,Tut mir leid, aber ich fürchte ich werde nicht darauf kommen.
Lilian war sichtlich enttäuscht über die Reaktion ihrer Tochter, aber sie schien ihre gute Laune schnell wieder gefunden zu haben, denn sie strahlte bereits wieder über ihr ganzes Gesicht.
,,Er möchte dich zu einem Ausritt in den Wald abholen. Er möchte sich mit dir den Sonnenuntergang ansehen. Wie romantisch!
Schwärmend stand sie da und schien sich gar nicht mehr ein zu bekommen. Manchmal fragte Johanna sich, wer von ihnen beiden, die Erwachsene war und wer die Tochter. Aber das stand im Moment nicht zur Debatte, sie wollte nicht mit Dominique ausreiten.
,,Also, da ja heute so ein wunderschöner Tag war, habe ich mir gedacht, der Sonnenuntergang wird sicherlich noch schöner und musste sofort an dich denken.
Ein triumphierendes Lächeln zierte Dominiques Gesicht. Nein, nein, mit der Masche würde er nicht an sie herankommen. Das klappte vielleicht bei dem kläglichen Rest der Frauenwelt, aber nicht bei Johanna.
,,Da muss ich dich, so leid es mir tut, enttäuschen. Ich wollte soeben zu Bett gehen.
In diesem Moment geschah etwas Verheerendes. George Deverell, Johannas Vater, kam früher als gehofft nach Hause. Sie konnte Dominique vor ihrem Vater nicht so abweisen, das wusste sie. Sie hatte keine Chance. Ihr Vater wurde sehr schnell zornig und an die Folgen wollte Johanna lieber nicht denken. Sie hatte verloren. Lilian sah sie zufrieden an.
,,Na mein Liebling? Hattest du einen guten Tag?
,,Ja danke der Nachfrage. Oh guten Abend Dominique. Wie geht es deiner Mutter?
,,Guten Abend Sir, ja meiner Mutter geht es hervorragend.
Behutsam legte Lilian ihrem Mann die Hände auf die Schultern.
,,Weißt du Liebling, Dominique und Johanna wollten gerade ausreiten, um sich den Sonnenuntergang anzusehen.
,,Ja, das ist doch wunderbar.
Niedergeschlagen wandte Johanna sich zur Treppe.
,,Dann werde ich mal meine Reitsachen anziehen.
,,Ja aber beeil dich, sonst verpasst ihr den Sonnenuntergang.
Johanna ließ sich extra Zeit, gerade weil sie keine Lust hatte. Als sie endlich alles am Körper trug, band sie ihre Haare zusammen und begab sich abermals runter.
,,Ja das liegt in meinem Interesse Sir und keine Angst, ewig kann sie sich nicht dagegen sträuben.
Dominique lachte selig und ihr Vater schien sich prächtig mit ihm zu amüsieren. Sie unterhielten sich über Johanna, das wusste sie. Es ging um eine eventuelle Verlobung.
,,Also ich bin fertig.
Ihre Finger umklammerten fest das Geländer der Treppe. Ihre Fingernägel gruben sich in das Holz, sie hatte Schmerzen, aber das Gefühl war im Moment belanglos.
George räusperte sich.
,,Gut, bevor ich es noch vergesse. Nehmt bitte eine Waffe mit.
Nun sah Johanna ihren Vater entrüstet an. Eine Waffe? Was sollte sie denn mit einer Waffe anfangen, außer sich von Dominique zu entledigen? Aber das war sicherlich nicht im Interesse ihrer Eltern. Dominique übernahm die Frage für Johanna.
,,Warum denn eine Waffe?
Zögernd blickte Mr. Deverell seine Tochter an, er wollte sie nicht beunruhigen, aber dann brachte er die Sache auf den Punkt.
,,Es wurde eine Leiche im Wald gefunden. Übel zugerichtet. Es war eine Frau.
Johanna kam das nicht so kurios vor. Grade zu dieser Jahreszeit liefen viele Bären herum und da geschah es schon mal, dass jemand, der sich im Wald aufhielt, von einem getötet wurde.
,,Vater, zu dieser Jahreszeit gibt es viele Bären, vielleicht wurde sie von Einem beim Pilze sammeln oder irgendetwas anderem überrascht.
,,Nein, diese Leiche hat anders ausgesehen, so als hätte jemand sie woanders ausbluten lassen, um sie anschließend im Wald abzulegen.
Es würde schon nichts passieren, dachte Johanna, und wenn doch, dann müsste sie einfach nur schneller sein als Dominique.
,,Lass uns gehen Johanna.
Sie verließen das Haus und gingen auf die Stallungen zu. Während sie zwei Pferde zum Ausritt fertig machten, spielte sich Dominique ziemlich auf. Was sollte man schon von ihm anderes erwarten?
,,Keine Angst, ich werde dich beschützen, egal was passiert.
Johanna konnte sein Vorhaben nur belächeln.
,,Wir werden sehen.
Während sie am Feld entlang ritten, bewunderte Johanna ihre Umgebung. Den Sonnenuntergang hatten sie noch nicht verpasst, aber die Sonne war schon fast hinter dem Horizont verschwunden. Johanna atmete tief ein. Die Luft, sie war rein und mild. Es war noch warm am Abend und die Vögel zwitscherten noch und die Linden, die am Feldweg wuchsen, verströmten ein herrliches Aroma. Es war wundervoll.
Den ganzen Weg in den Wald, war Dominique sich nicht zu schaden, über sich selbst zu prahlen und Johanna gelegentlich Komplimente zu machen.
Die Sonne war schon längst untergegangen, als sie sich tief im Wald befanden.
Ich glaube wir haben uns verlaufen, Dominique
Dominique sah unsicher hin und her.
Nein, ich weiß schon wo es langgeht, wir sind bald wieder zu Hause.
Johanna schüttelte den Kopf.
Wir haben uns verlaufen und das weißt du auch!
Nein, hier lang.
Johanna verdrehte ihre Augen, aber folgte ihm dann doch. Es war dunkel, sehr dunkel und überall waren Bäume, nur Bäume, keine gewohnten Dinge. Der Wind rauschte gelegentlich in den Baumkronen und ließ die Blätter rascheln. Noch nicht einmal der Mond spendete Licht. Sie bewegten sich weiter durch die Bäume hindurch, doch es kam kein Ausgang in Sicht. Sie ritten einen Hügel hinauf. Johanna hielt ihr Pferd an und sah angestrengt nach unten in die Dunkelheit. Dominique hielt auch an.
Was ist denn Johanna?
Johanna kniff ihre Augen zusammen, um mehr erkennen zu können.
Da unten ist jemand und er verscharrt irgendetwas.
Nun schien Dominique seine Augen ebenfalls zusammen zu kneifen.
Ja, du hast Recht! Vielleicht weiß die Person ja, wie wir hier wieder herausfinden!
Dominique strahlte über das ganze Gesicht. Johanna wollte ihn aufhalten, ihr war nicht wohl zu mute bei der ganzen Sache, doch Dominique war schon
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Kommentare
Leny schrieb am 2007-12-09 16:57:46:
Omg O.o
die Geschichte ist ja der hamma!!!^^
bitte gaaaaanz schnell weita schreiben xD
Nacht schrieb am 2007-12-09 12:18:27:
Sehr gut geschrieben. Schreibe weiter.
jess schrieb am 2007-12-08 16:49:57:
jaaaaa!! bitte möglichst schnell das nächste kapitel!!!!^^
Sandra schrieb am 2007-12-07 22:59:05:
weeeeeeeiiiiiter :D
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