Geschichte einsenden Links & Rings AGBs Impressum
Kategorieauswahl
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln.
Suche


Kategorien > Aus dem Leben > Erinnerungen

Unser altes Haus

von Stephanie P.

1

Unser altes Haus

Als ich sieben Jahre alt war, wohnte ich mit meinen Eltern in einem schicken Haus. Es war mittelgroß, von außen eher normal, aber von innen strahlte es eine gewisse Präsenz aus, die den Wohlstand meiner Eltern verdeutlichte.
Meine Eltern waren verheiratet. Doch nach sieben Jahren, ist es verständlich, dass nicht immer alles glatt lief.
Es kam oft zu Streitigkeiten, die ich jedes Mal mitbekam. Selbst an Weihnachten, schenkten mir meine Eltern wenig Aufmerksamkeit. Ich bekam viele Geschenke, eigentlich immer die, die ich mir auch gewünscht hatte, aber glücklich war ich erst, als ich mit meinen Eltern zusammen war.
Doch dies kam nicht oft vor, da mein Vater sehr viel arbeitete.
„Meine Eltern werden sich nie trennen“ , sagte ich zu meiner besten Freundin.
Das konnte ich mir einfach nicht vorstellen. Schließlich war doch alles gut, bis auf die Auseinandersetzungen.
Doch die Beziehung zu meinem Vater schien auch nie wirklich gut gewesen zu sein.
Irgendwie wollte ich nie mit meinem Vater alleine sein. Ich hatte Angst vor ihm, obwohl er mir so viele Geschenke von seinen Reisen mitbrachte.
Eines Tages spielte ich mit meiner besten Freundin im Keller, als ich mich versteckte, sah ich farbiges Papier in einem Kanton. Ich fasste es an, es war Geld. Sofort suchte ich nach mehr. Als ich dies meiner besten Freundin mitteilte, spielten wir lange damit.
Als dann meine Mutter nach unten kam, um nach uns zu sehen, begriff sie erst gar nicht, wieso wir so lachten.
Sie nahm das ganze Geld mit nach oben und wir mussten raus aus dem Keller.
Als meine Freundin sich verabschiedete, ging ich zu Bett.
Ich konnte lange nicht einschlafen und lag einfach da. Plötzlich hörte ich, wie mein Vater nach Hause kam. Doch Aufstehen wollte ich nicht, es war schon viel zu spät.
Sie stritten die ganze Nacht lang und ich weinte dabei. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus und ging nach draußen, um den Streit zu beenden. „Sieh doch, du hast das arme Mädchen zum Weinen gebracht“ , sagte mein Vater. Im Schlafzimmer setzte ich mich auf seinen Schoß.
Meine Mutter verschwand in ein Hotel. Ich weinte immer noch.

Nach ein paar Monaten, ließen sich meine Eltern scheiden. Wir zogen in eine kleine Stadt und lebten in einer kleinen Wohnung.

Nach ein paar Jahren zogen wir wieder zurück und wohnten in der Nähe von unserem alten Haus.
Inzwischen war mein Vater gestorben. Zu Letzt sah ich ihn, als ich Vierzehn war. Damals wohnte er weit weg. Am Tag vor unserer Abreise, hatte er mich beschimpft.
Aus Wut stieg ich am Abreisetag nicht aus dem Wagen aus, um ihn zu verabschieden.
„Ich habe mich schon von ihm verabschiedet “, log ich.

Wieder zu Hause, wollte ich unbedingt wissen, wie es unserem alten Haus ging. Schließlich hatte ich meine Kindheit darin verbracht.
Von meiner Mutter erfuhr, dass vor uns eine Familie darin gewohnt hatte, wo der Vater sich umgebracht hatte.
Angeblich nicht in dem Haus, sondern in einem Hotel. Nach uns war ein älteres, englisches Paar eingezogen, wo der Mann plötzlich an einem Herzanfall starb.

Mir fiel auf, dass ich unser Haus lange nicht mehr gesehen hatte. Und so fuhr ich mit meinem Fahrrad los. Dort angekommen, sah ich wie alt es geworden war. Keiner schien es zu pflegen und der Garten sah sehr verwuchert aus.
Als ich näher ran trat, um einen Blick in mein altes Zimmer zu werfen, wehte der Wind durch meine Haare. Ich lächelte. Vor meinem geistigen Auge, sah ich ein kleines Mädchen mit blonden Haaren spielen, sie sah fast aus wie ich früher. Sie spielte mit ihren Puppen, als ihre Mutter mit ihrem Mann eintrat, stand das Mädchen auf und umarmte ihre Eltern. Sie schienen glücklich zu sein.
Ich wendete mich ab und stieg auf mein Fahrrad. Es war so, als würde mir das Haus etwas sagen wollen.
Doch als ich einen letzten Blick auf unser Haus wagte, fiel es mir ein.
Es wollte alleine sein, mit einer Familie, die es wirklich verdiente.



1

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.

Kommentar hinzufügen



Aufgrund des extremen Mißbrauchs der Kommentarfunktion sind wir leider gezwungen, die Kommentare ab sofort redaktionell zu überprüfen. Wir bitten um Ihr Verständnis.