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Kategorien > Fantasy > Meerjungfrauen

Unter dem Meer

von malli

1

Lara lief mit ihrem Freund am Strand entlang. Die Abendsonne schien den beiden ins Gesicht und der Wind zerzauste ihnen das Haar.
„Der Urlaub war wirklich eine gute Idee.“, sagte Kai und beugte sich zu Lara um ihr einen Kuss zu geben. Sie nickte glücklich, dann sahen sie gemeinsam aufs Meer hinaus, die Wellen schäumten am weißen Strand und am Horizont sahen sie die Sonne in einem bunten Farbenspiel im Wasser versinken.

Lara lag alleine im seichten Wasser; die Wellen umspielten ihr Haar und sie schaute in den Morgenhimmel. Es war kalt im Wasser, aber sie krallte ihre Finger in den Sand und ließ sich ganz in die Stille versinken.
Dann schwamm sie hinaus, sie tauchte und verschwand in der Ruhe des Meeres. Wie schön es war. Sie wollte gar nicht mehr weg.
Sie dachte an Kai, der jetzt gerade im Hotelzimmer ihre Koffer packte. Nur einmal hatte sie noch zum Meer gehen wollen. Allein.
Sie hielt die Luft an und versuchte unter Wasser etwas zu erkennen, als sie einen großen Fischschwanz sah. Haie, dachte Lara und strampelte sich an die Oberfläche. Hektisch sah sie sich um, schwamm dann zu einem Felsen, der aus dem Meer schaute und setzte sich außer Atem hin.
Etwas zupfte an ihren langen Haaren, Lara drehte sich um und schaute in das hübsche Gesicht eines jungen Mädchens.
Das Mädchen lachte und setzte sich zu Lara auf den Stein, doch dort, wo eigentlich die Beine des Mädchens hätten sein sollen, war ein funkelnder Fischschwanz.
Lara blickte in die blauen Augen des Mädchens und sah das Meer, sie wunderte sich über nichts, sie schien einfach zu sinken.
„Du bist dem Meer schon verfallen.“, flüsterte das Mädchen ganz dicht an Laras Ohr, während sie ihr mit einem Kamm durch das Haar fuhr. Lara nickte.
„Wie schön es erst unter Wasser ist!“, lachte das Mädchen mit glockenklarer Stimme. Lara betrachtete die schneeweiße Haut und das blonde Haar, in dem sich kleine Muscheln verfangen hatten.
„Fische in allen Farben, das kannst du dir nicht vorstellen! Und jeden Tag erleben wir neues unter dem Meer! Es ist wunderbar, du musst unbedingt die ganzen Tiere kennen lernen, die es dort gibt! Und wahre Schätze sind hier versteckt, willst du sie mit uns finden?“, die Meerjungrau hörte gar nicht mehr aus zu schwärmen und Lara hörte ihr ganz genau zu. Plötzlich kamen noch zwei weitere Mädchen angeschwommen, sie sprangen aus dem Wasser und spritzten Lara nass. Laut lachten sie und setzten sich dann zu den beiden.
„Seht nur, Danielle und Arabella, ich habe eine neue Freundin gefunden!“, sagte das Mädchen und umarmte Lara flüchtig.
„Komm doch mit uns!“, jubelten die Mädchen und sprangen alle drei ins Wasser.
Lara beobachtete sie beim herumtollen und lachte.
„Ja, ich möchte mitkommen!“, sagte sie.
Bevor die Mädchen Lara stürmisch unter Wasser zogen, sah diese noch einmal zum Strand. Hatte sie nicht etwas vergessen? Lara versuchte sich unter Wasser daran zu erinnern, doch bevor sie es geschafft hatte, verlor sie das Bewusstsein.

Ein paar Jahre später schwamm Lara mit Arabella an der Wasseroberfläche und sah zum Strand. Es war früh morgens, deshalb überraschte es sie, dass ein Mensch am Strand entlang lief.
„Lass uns näher!“, beschloss Lara und die beiden Freundinnen schwammen auf den Strand zu. „Die Menschen sind ja so gewöhnlich!“, schimpfte Lara und sah, dass es ein Mann war, der aufs Meer schaute.
„Pass auf, dass er uns nicht sieht!“, meinte Arabella und tauchte schnell weg, als sie glaubte, dass der junge Mann zu ihnen herüber sah.
„Ach was! Komm schon…er…ich weiß auch nicht…ich möchte noch näher…“, Lara schüttelte verwirrt den Kopf. Arabella hielt sie am Arm fest: „Das können wir nicht, sie dürfen uns nicht sehen!“
Doch Lara machte sich los und schwamm näher, als sie das Gesicht des Mannes sah, stockte sie und hielt inne. „Er erinnert mich an wen.“ Arabella sah hastig zu ihm hin und verdrehte die Augen: „Ach der Typ ist das, der kommt jeden Sommer hierher um nach seiner verschollenen Freundin zu suchen. Angeblich soll sie hier ertrunken sein, aber er kommt trotzdem jedes Jahr wieder. Pf, die ist doch längst Geschichte! Was glaubt er denn wo sie ist, bei den Meerjungfrauen?!“ Die beiden Mädchen lachten, aber Lara konnte sich nicht von dem Mann abwenden, bis er den Strand verließ.
Mit einem komischen Gefühl im Bauch schwammen die beiden vom Strand weg und Lara konnte den Mann nie mehr vergessen.

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Kommentare

Paula schrieb am 2009-11-15 13:07:02:
schön weiter so!!
taktfrequenz@gmx.de schrieb am 2008-12-06 10:26:34:
Eine melancholisch - traurige Geschichte, die ruhig ein wenig länger hätte sein können. Troztdem, traurig schön :-)
Janine schrieb am 2008-07-20 01:47:52:
Sehr schöne Geschichte. . .
Sehr schön;-)

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