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Verbundenheit
von
Jeiy
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(So, vorweg muss ich mich erst einmal bei zahra bedanken, denn ohne sie und ihre Geschichte 'Der Wille, meine freiheit' hätte ich diese Geschichte hier bestimmt niemals wieder gefunden! Ist echt gut, dass du eine Vampirgeschichte geschrieben hast, wirklich, danke! So, und nun zur Geschichte selbst: Es ist definitiv eine Kurzgeschichte, eine Fortsetzung wird es daher also eher nicht geben und sie war auch eher als ein 'Experiment' gedacht, sprich: Eine Geschichte erschaffen, in der KEINE Dialoge vorkommen. Es ist also alles nur durch Gefühle und wahrnehmungen ausgedrückt. Ich bin gespannt darauf, wie euch das gefallen wird ^^ Mfg Jeiy)
Da war wieder dieser Blick in deinen Augen. Dieser Ausdruck ungebändigter Freiheit, den ich noch nie zuvor bei jemand anderem gesehen hatte. Einem unkontrollierbaren Feuer gleich brannten sich diese Augen in meine Seele, hinterließen dort einen Abdruck, der sich tief in meinem Herzen verankerte.
Du standest vor dem großen Fenster in deinem Zimmer. Es war weit geöffnet und lud den warmen Sommerwind ein herein zu kommen. Ich konnte spüren, wie er sanft mit meinen Haaren spielte und dabei den Geruch tausender Blumen mit sich brachte.
Die Sonne ging gerade unter und tauchte die Welt in ihr rot glühendes Licht. Auch deine Augen waren von diesem rötlichen Leuchten erfüllt. Selbst deine schulterlangen, schwarzen Haare wirkten nun wie ein dunkles Feuer.
Ein warmes, freundliches Lächeln erschien auf deinem Gesicht. Ein Lächeln, das deine viel zu spitzen Eckzähne deutlich sichtbar machte.
Auch ich lächelte leicht und trat dann an deine Seite. Das lange, weinrote Kleid, welches ich trug, berührte dabei kaum den Boden. Mein Blick schweifte über die tief unter mir liegenden Häuser. Jedes einzelne Dach leuchtete nun wie ein riesiges Signalfeuer, das mit jeder verstrichenen Sekunde kleiner und schwächer wurde. Fasziniert betrachtete ich dieses Lichterschauspiel, bis ich schließlich deine sanfte Berührung spüren konnte.
Deine Finger strichen vorsichtig über meinen Arm, den das Ärmellose Kleid vollkommen unbedeckt ließ und ich wandte mich dir augenblicklich zu.
Noch immer lag dieses träumerische Lächeln auf deinen Lippen, welches dich zweifelsohne zu einem der hübschesten Männer überhaupt machte. Ich musste lächeln bei dem Gedanken daran.
Noch einmal glitt mein Blick über die Stadt, die man aus diesem Fenster heraus so gut überschauen konnte, doch das leuchtende Rot der Dämmerung war bereits verschwunden. Die Sonne war untergegangen und hatte die Welt nun der Dunkelheit der Nacht überlassen.
Ich schaute wieder in deine Augen und ich war froh noch immer dieses tiefe Glühen erkennen zu können. Deine Augen waren noch immer blutrot, obwohl jegliches Licht bereits erloschen war.
Eine plötzliche Böe pfiff durch das spärlich eingerichtete Zimmer und ließ meine langen, dunkelbraunen Haare im Wind flattern, sodass mir die eigentlich glatten Haarsträhnen wirr ins Gesicht hingen.
Doch ich störte mich nicht an ihnen und auch dich interessierte mein Aussehen nun nicht länger. Der Alltag, in dem wir beide unsere Rollen zu spielen hatten, war nun endlich vorbei. Vorbei war das falsche Lachen, das geheuchelte Interesse und die vorgetäuschte Liebe zu anderen Personen, die wir eigentlich abgrundtief hassten. Vorbei war das Leben als Mensch, der in einem goldenen Käfig gefangen war.
Langsam beugtest du dich nun zu mir herunter. Deine Hände umschlossen sanft mein Gesicht und automatisch schloss ich die Augen, als ich deinen Atem auf meiner Wange spüren konnte.
Dein Kuss war für mich jedes Mal wie eine Berauschung der Sinne. Jedes Mal explodierte förmlich ein Feuer in mir, tief in meinem Herzen und jedes Mal verlor ich mich mehr und mehr in der Liebe, die ich dir gegenüber empfand.
Du beendetes den Kuss und ich spürte mit noch immer geschlossenen Augen, wie dein Mund allmählich zu meinem Hals herab glitt.
Ich zuckte nicht zusammen, als sich deine langen, scharfen Zähne durch meine Haut bohrten und ich bewegte mich auch nicht, als warmes Blut meinen Hals herab lief. Ich blieb einfach stehen und genoss das Gefühl der tiefen Verbundenheit, das mich jedes Mal überkam, wenn du mein Blut trankst.
Dann, als du dich wieder von mir löstest, öffnete ich meine Augen schließlich wieder.
Du warst noch immer leicht zu mir herunter gebeugt. Deine roten Augen befanden sich nun auf gleicher Höhe mit den meinen und ich konnte Blut sehen, das aus deinem Mundwinkel herauslief und eine feine, dunkelrote Linie auf dein Kinn zeichnete. Es war mein Blut, das wusste ich.
Wieder lächeltest du und die ohnehin schon übernatürlich symmetrischen und feinen Gesichtszüge wirkten nun noch unwiderstehlicher auf mich.
Ich beobachtete, wie du deinen Kopf leicht schräg legtest und wartete auf den auffordernd freundlichen Blick, den du mir jedes Mal zuwarfst.
Das Lächeln auf meinem Gesicht wurde offener und ich öffnete leicht den Mund. Meine Zunge fuhr über meine beiden, messerscharfen Eckzähne und im nächsten Moment durchbohrte ich mit diesen deinen Hals. Dein Blut war warm und es schmeckte nach Eisen. Doch da war auch wieder dieser unbeschreibliche Geschmack dabei, den scheinbar einzig und allein nur du besaßest.
Ja, denn kein anderer Mensch hatte jemals so außergewöhnlich geschmeckt, wie du!
Ich löste meine Zähne wieder von dir und nun lief auch mir dein Blut über das Gesicht. Dein Blick war noch immer auf mich gerichtet und ich wusste, dass du nun dasselbe dachtest wie ich. Wir waren nun wieder miteinander verbunden. Unser Blut hatte sich erneut miteinander vermischt. Es war ein Zeichen dafür, dass wir zusammen gehörten. Ein Zeichen, das starker war, als es jemals ein Wort sein könnte.
Und nun…nun würde die Jagd beginnen. Die Jagd auf das, was wir zum Überleben brauchten. Das Blut von lebendigen Menschen!
Das Lächeln auf deinem Gesicht wurde dunkler und auch mein Blick veränderte sich allmählich.
Kein Mensch da draußen wusste, wer wir beide wirklich waren. Niemand kannte dieses zweite, dunkle Ich, das wir jede Nacht offenbarten.
Wir waren tagsüber nicht mehr als zwei adlige Menschen, die durch nichts anderes, als ihre außergewöhnliche Schönheit auffielen. Zwei Menschen, die so gut wie gar nichts miteinander zu tun hatten.
Doch nachts, nachts zeigten wir der schlafenden Welt unser wahres Gesicht. Wir, zwei der letzten Vampire, die durch Blut und Liebe miteinander verbunden waren. So lange, bis man uns irgendwann einen Pflock durch unser Herz stoßen würde. Doch bis dahin würde sicherlich noch viel Blut fließen…
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Kommentare
Jeiy schrieb am 2009-03-09 15:03:56:
Hallo malli,
Ich muss sagen, ich bin wirklich positiv überrascht nach längerer Zeit mal wieder einen Kommentar bei meinen Geschichten zu finden ^^ Und es freut mich natürlich umso mehr, dass auch dir diese Kurzgeschichte gefallen hat. Was du mit dem 'Du' bzw. 'Er' meinst kann ich gut nachvollziehen. Normalerweise schreibe ich ja auch immer in der 'Er' oder 'sie' Perspektive, aber das hier sollte, wie bereits erwähnt, ja lediglich ein Experiment werden ^^ Und da es sich ja auch nur um eine Kurzgeschichte handelt, habe ich auch nicht vor sie weiter zu schreiben. Dass dabei einige fragen natürlich offen bleiben, war auch gewollt. Um der Fantasie und den Interpretationsmöglichkeiten der Leser freie Bahn zu lassen, so zu sagen ^^
Aber wie auch immer, ich freue mich, dass dir meine kleine Geschichte gefallen hat und wenn sich mir die Gelegenheit bietet, werde ich sicherlich auch mal bei deinen Vampirgeschichten reinschauen ^^
Mfg
Jeiy
malli schrieb am 2009-02-24 11:15:31:
Ich finde deine Geschichte sehr interessant und du hast einen außergewöhnlichen Erzählstil.
Zum Beispiel der Satz "in Blut und Liebe" vereint ist echt gut gelungen
Mich stört aber ein wenig, dass du immer in der "Du" schreibst - vllt wäre es spannender, wenn du "Er" geschrieben hättest - weißt du was ich meine...
Dass "Du" bedeutet schließlich, dass sie es ihm erzählt, aber welches interesse hätte er daran, wenn sie ihm diese nächtliche Prozedur beschreibt?
Ansonsten war ich sehr überrascht, dass beide noch Blut im Körper haben; aber das gehört schließlich zur Freiheit der Autoren! ;)
Auf jeden Fall hast du das toll gemacht und könntest jetzt eine ganze "Welt" erschaffen; dann könnten Fragen geklärt werden wie zB "Wieso dürfen sich die beiden nicht in der Öffentlichkeit lieben?" ; "Was ist mit den anderen Vampiren passiert? und "Gibt es Grenzen, Verbote und/oder Gefahren in ihrem Alltag?"
Nochmal : Super gemacht! :)
Würde mich freuen, wenn du auch mal meine Vampirgeschichten lesen würdest ;)
lg
malli
Jeiy schrieb am 2008-05-05 16:47:32:
Vielen Dank auch dir Bonita!
Ja, du hast recht, gewöhnungdbedürftig ist das alles wirklich, aber wie bereits gesagt: Es war eine Art Experiment und dafür ist es, denke ich, ganz gut gelungen ^^
Freut mich, dass euch diese Kurzgeschichte allen so gefällt!
Mfg
Jeiy
Bonita schrieb am 2008-05-01 20:48:52:
Ich schließ mich da voll und ganz den Anderen an. Es ist zwar ein bisschen gewöhnungsbedürftig (so ohne Dialoge und in durchgehender Ich-Perspektive), aber dennoch sehr gut gelungen!!!
LG
Bonita
Jeiy schrieb am 2008-03-09 10:38:51:
Das freut mich Anariel!
Ein so positives Komment von dir ist mir ja echt viel wert! Echt schön, dass ich die Gefühle und die Stimmung dieser Geschichte so gut rüberbringen konnte!
Kurzgeschichten haben eben manchmal auch Vorteile gegenüber längeren ^^
Mfg
Jeiy
Anariel schrieb am 2008-03-08 18:31:38:
Ah, sehr schön geschrieben.
Das herauslassen der Dialoge hast du sehr schön hinbekommen, läßt sich auch gut bei Kurzgeschichten machen, finde ich.
Die Storie ist dir auch gut gelungen, hat einen so zeitlosen Efekt und man kann sich schön reindenken.
Wirklich sehr schön.
Mit liebem Gruße
Anariel
Jeiy schrieb am 2008-03-08 16:29:46:
Hallo Araf,
es freut mich wirklich, dass mir die Beschreibungen so gut gelungen sind und dass ich die Gefühle meiner Charaktere rüberbringen konnte!
Du hast recht, eine Fortsetzung würde hier wirklich nicht gerade gut sein und daher werde ich es auch dabei belassen!
Vielen Dank für dein Kommi ^^
Mfg
Jeiy
Jeiy schrieb am 2008-03-08 14:00:53:
Hi zahra,
Vielen Dank, freut mich, dass dir meine kleine Geschichte gefällt ^^
Zu deiner Frage: Ja, ich liebe Dämonen!! (hab ja selbst genug Geschichten über sie ^^), allerdings sehe ich sie meistens nie in diesem dunklen Licht, wie es viele andere tun, sprich hässlich, durchtrieben und einfach nur böse...nein, bei mir sind sie fast immer ganz anders! Was ich auch gut finde ^^
Wenn deine nächste Geschichte tatsächlich über Dämonen handelt werde ich sie mir natürlich auch einmal anschauen (Den Prolog habe ich schon gelesen, klingt spannend ^^) Also, dann bis denne!
Mfg
Jeiy
Araf schrieb am 2008-03-08 12:00:29:
Hallo
Wunderschöne Kurzgeschichte. Ich bin ehrlich gesagt froh, dass es keine Fortsetzung geben wird, denn dann würde man das Gefühl der Unendlichkeit, das bei deiner Erzählung aufkommt verlieren. Zwei Vampire, in tiefer Verbundenheit... ich liebe solche Geschichten :)
Es stört mich auch keineswegs, dass keine wörtliche Rede vorkommt, aus der Ich-Perspektive kann man sich genug dazu denken. Gefühle kommen genug vor, ebenso wie Beschreibung der Umgebung. Besonders hat mir dabei der Ausblick auf die Stadt gefallen.
Eine echt gelungene Geschichte.
LG Araf
zhara schrieb am 2008-03-07 22:39:37:
Oh, oh, oh wie schön. eine Geschichte für sich in der man sich den Rest denken muss. Soetwas liebe ich ja. Ich liebe es zu denken und du hast mir einen Perfektem Grund geliefert. Danke Jeiy. Die Story ist super geworden und schön das ich dich daran erinnert habe. Überrings, du magst doch Dämonen, oder? Meine nächste Geschichte, Lügen, wird von welchen Handeln, aber mehr verrate ich nicht.
Deine nachdenkliche zhara
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