Verflochten 16
von
Yve
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Ich versuchte mir jedes Buch genau anzusehen. Es waren zum größten Teil Aufzeichnungen und Dokumente über die Verfolgung und Tötung von Vampiren und anderen Wesen.
„Warum zeichnen die hier auf wie und wann und wo Vampire umgebracht wurden?“
Jonathan zuckte mit den Schultern und betrachtete weiterhin seine Finger.
„Weißt du was ich mich schon die ganze Zeit frage?“
„Nein“, Jonathan war anscheinend noch immer sehr desinteressiert. „Du könntest es mir aber sagen.“
Ich legte einen Zeigefinger an meine Lippen.
„Ich frage mich, warum keiner dieses Haus bisher entdeckt hat. Ich habe auch noch keine Anzeichen auf eine Stadt oder ein Dorf gesehen.“
Jonathan kicherte vergnügt.
„Was ist denn daran so lustig?“, fragte ich ein bisschen verärgert.
Jonathan stand auf und strich sich durchs Haar.
„Ich fass es nicht, die haben dir hier tatsächlich nichts erzählt?“, fragte er mich verwundert.
Ich schüttelte mit meinem Kopf.
„Nein haben sie nicht, was haben sie mir denn nicht erzählt?“
„Wir befinden uns innerhalb einer gigantischen Barriere, durch die kein Mensch so leicht kommen dürfte. Du müsstest sie eigentlich durchschritten haben und die Andersartigkeit hätte dir auch auffallen müssen“, erklärte er schlichtweg. Der erwartete doch jetzt nicht im Ernst, dass ich das verstand oder?
„Das verstehe ich irgendwie nicht“, gab ich schließlich zu.
„Das hier wo wir uns befinden, das kann kein Mensch sehen und das befindet sich auch auf keiner Landkarte. Man kann sagen, wenn jemand eigentlich hier durchfahren müsste, überspringt er es ohne es zu wissen oder mitzubekommen. Ich frage mich wirklich wie Daniel dich hier her bekommen hat, das wäre eigentlich nicht möglich.“
Jonathan schien zu überlegen.
„Es sei denn du bist kein Mensch.“
Ich fing unwillkürlich an zu lachen.
„Du bist ja lustig! Ich bin ein Mensch! Ich bin kein Vampir und auch kein Werwolf, das wäre mir doch sofort aufgefallen!“, ich klopfte ihm auf die Schulter und widmete mich wieder den Büchern.
„Das stimmt.“
Ich und kein Mensch! Das ich nicht lachte. Nach einer geschlagenen Stunde, in der ich nichts gefunden hatte, gab ich schließlich auf. Alles nur Aufzeichnungen und Geschichtsbücher. Das war wirklich deprimierend und langweilig.
„Lass uns was anderes machen, das hier ist langweilig geworden“, ich seufzte und ließ mich ebenfalls in einen Sessel sinken.
„Ich hab dir gleich gesagt, dass du hier nichts finden wirst.“
„Ja, ja. Erzähl doch mal ein bisschen was über dich Jonathan! Wie wurdest du zu einem Werwolf?“, interessiert fixierte ich ihn.
„Meine Verwandlung ist jetzt schon ein paar Jährchen her. Es ist ungefähr im Jahr 1900 passiert, irgendwie so in dem Dreh.“
Das nannte er also ein paar Jährchen.
„Ich lebte mit meinen Eltern und Geschwistern auf einer Farm und seit geraumer Zeit wurde uns regelmäßig Vieh gerissen. Du kannst dir gar nicht vorstellen wie furchtbar die Tiere zugerichtet waren. Zerfetzt, zum Teil auch nur ausgeweidet. Ich weiß noch, dass ich mich beim ersten Anblick furchtbar übergeben musste. Alle haben sie mich ausgelacht“, Jonathan lächelte traurig. „Sie haben sich über mich lustig gemacht. Eines Nachts, es war Vollmond, was für ein Zufall, zogen mich mein älterer Bruder und ein Freund von ihm auf. Ich würde mich nicht trauen Wache bei den Ställen zu halten. Ich wollte mir das nicht gefallen lassen und nun ja da holte ich mir ein Gewehr und ging für diese Nacht mit meinem Vater, meinem Bruder und dessen Freund zu den Ställen. Es war stockfinster, der Vollmond war von schweren Regenwolken verhangen. Ich lehnte müde an einer Wand und war gerade dabei einzunicken, als ich einen Schrei hörte. Du glaubst gar nicht wie hellwach ich mit einem Schlag wieder war. Ich hatte solche Angst, als ich um die Ecke lugte. Was ich in dieser Nacht sah, werde ich wohl meinen Lebtag nicht mehr vergessen.“
„War es ein Werwolf?“, fragte ich gespannt.
Jonathan atmete tief ein bevor er weiter erzählte.
„Nein, das war kein Werwolf. Es war ein Vampir, der dem Werwolf auf den Versen war, der regelmäßig unser Vieh riss. Er brachte sie alle um. Meinen Vater, meinen Bruder und dessen Freund. Er schlitzte ihnen die Kehle auf, trank ihr Blut, mit dem letzten vergnügte er sich gerade ein bisschen, als ich um die Ecke kam. Ich werde niemals den ängstlichen Blick meines Bruders Charles vergessen. Ich war wie angewurzelt. Charles schrie um Hilfe, aber er hatte einen schnellen Tod, der Vampir brach ihm das Genick und wollte sich nun mir widmen. Ich hatte das Gewehr erhoben und versuchte auf ihn zu zielen, aber meine Hände zitterten furchtbar und so schoss ich daneben, ich hätte ihn sowieso nicht erwischt. Auch der Vampir machte sich über mich lustig. Er kam immer näher und näher und schließlich war er bei mir angekommen und ich konnte meinen Blick einfach nicht von den Augen dieser Kreatur abwenden. Sie waren so unglaublich schön und strahlten förmlich. Er wollte sich auf mich stürzen und sonst was mit mir anstellen, aber da war auf einmal noch etwas. Ein tiefes Grollen war hinter dem Vampir zu hören und als er sich umdrehte sah ich den Werwolf. Er war furchtbar hässlich und seine Zähne waren furchtbar lang. Er riss sein Maul zu einem ohrenbetäubenden Brüllen auf. Die beiden kämpften gegeneinander. Der Werwolf überlebte und verwandelte sich zurück. Er machte mir ein Angebot und ich nahm an und was das Angebot war, kannst du dir ja denken“, beendete er schließlich die Erzählstunde.
„Du gingst mit ihm und wurdest auch zu einem Werwolf um gegen Vampire zu kämpfen.“
„Ja so kann man es beschreiben“, nun lächelte Jonathan wieder.
„Aber was ich nicht verstehe, warum bist du dann hier unter all den Vampiren?“, hakte ich nach.
„Werwölfe sind auch nicht so unschuldig wie man bei dieser Geschichte denken kann. Ich sage nur die Bestie von Frankreich. Und was ich dir noch sagen möchte, kann ich nicht, da sie uns alle hören können.“
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Kommentare
foxyfire@gmx.net schrieb am 2009-06-01 01:33:11:
egal wie lange es schon her ist seit du geschrieben hast.. bitte schreib weiter.. ich hab den ganzen abend dran gesessen gerade, weil ich einfach nicht aufhören konnte zu lesen. bitte bitte... das ist so spannend. ich mag echt gern weiterlesen..
Lilly schrieb am 2008-09-25 18:37:14:
Fehlt da nicht etwas.... eben wurde sie noch gebissen und war verletzt und jetzt sitzt sie munter in der Bibliothek????
Hast du etwa etwas vergessen??
LG Lilly
jenny schrieb am 2008-09-24 14:21:48:
das kapier ich grad nicht so ganz, im letzten teil wurd sie gebissen und du gehst kein stück darauf ein????? doof...
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