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Kategorien > Historisches > Liebe

Vergeltung 1

von Lilly

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Für „kleine Taube“,
damit du fliegen lernst!!



Prolog

Da ist ein Licht in der ewigen Dunkelheit!
Auch wenn die Nacht so schwarz ist wie der Abgrund vieler Seelen,
brennt dort ein Licht strahlend hell.

Gott, bitte zeige mir den Weg dorthin,
damit ich weiß, wohin ich gehen muss.

Da ist ein Weinen in der Ferne.
Dieses Weinen kommt tief aus dem Innern,
es ist, als würde eine Seele nach einer Antwort zergehen.
Der Weinende fragt: Warum?
Fleht um eine Antwort,
doch erhält er nur ein Schweigen,
dessen Aussage nicht kräftiger hätte sein können

Da ist ein Traum in ferner Zukunft,
in dessen Dunkelheit brennt ein Licht strahlend hell,
auch wenn die Nacht in diesem Traum so Finster ist wie der Abgrund vieler Seelen.

Oh Gott, bitte zeige mir doch den Weg,
damit ich weiß wohin ich gehen muss,
damit ich erkenne wohin ich gehöre!

__________________________________________________________________________

Schottland 1078



Die Klinge hielt nur wenige Millimeter vor seinem verschwitzten Hals an. Schnell pochte seine Halsschlagader oberhalb des kalten und blutigen Metalls und sein Atem raste unvorstellbar. Es viel ihm unsagbar schwer, auch nur etwas des hecktisch erworbenen Sauerstoffs, in seinen langsam zu schmerzen beginnenden Lungen zu halten. Sein Blick war starr nach oben auf seinen Bezwinger gerichtet und seine Pupillen glasig vor Gewissheit, jetzt und hier sterben zu müssen.
Hatte er sich dies doch viel einfacher vorgestellt. Er wollte nur seinem König gehorchen, ihm wie immer und eh und jeh gefallen. Er glaubte die Burg, die er nun schon seit unzähligen Monaten belagerte, geschwächt zu haben. Immer wieder trugen sie kleinere Kämpfe aus, die seine überzahl an Männer fast immer gewannen und sie schnitten ihnen gekonnt die Versorgung ab. Brannten ihre Felder nieder und schlachteten das Vieh, an das sie heran kamen.
Er hatte die jetzige Situation wohl vollkommen falsch eingeschätzt und der Druck, der ihm von seinem König gemacht wurde, trieb ihn zu einer falschen und überhasteten Entscheidung. Jetzt schien sein Leben zu Ende zu sein, nun war alles nichts mehr Wert. Nichts was er erreicht hatte, welche Schlachten er auch immer gewonnen hatte, welche Ehre er trug, war hier mehr von Bedeutung. Es endete jetzt und hier, mit einem einzigen und letzten Schlag!
Der Krieger vor ihm war jung, der jüngste und letzte Sohn seines Gegners, den er vor wenigen Minuten mit einem gezielten Hieb getötet hatte.
In einem Kampf, der nur Minuten dauerte, tötete er einen langjährigen Feind der englischen Krone, einen alten und gebrechlichen Mann, von Krankheiten gezeichnet…, doch an seinem wütenden und jüngsten Sohn, scheiterte er kläglich.


Wie ein römischer Gott stand William MacMahon schwerfällig atmend vor dem Mörder seines Vaters und seiner beiden älteren Brüder. Er war verschwitzt und mit dem Blut der Bastarde beschmiert, die er heute getötet hatte ohne darüber nach zu denken. Er war in einem Rausch gefangen, der für sein jetziges Opfer unweigerlich auch den Tot bedeuten würde. Seine Augen leuchteten gefährlich und sein Brustkorb hob und senkte sich mühsam. Die Hand die sein Schwert führte war unwahrscheinlich ruhig. Doch sein Herz schlug laut und schnell gegen seine Brust.
„Einen alten und kranken Mann zu töten ist keine Kunst“, begann er zur Überraschung des vor ihm knieenden Mannes:“ Ein Kind…“, es viel ihm unglaublich schwer weiter zu reden, doch er atmete tief durch und sprach nur bleiern zu Ende.“Ein Kind zu töten noch weniger“, damit meinte er seine fünfzehnjährige Schwester, die von einem englischen Soldaten geschändet wurde und sich dann, aus dieser unbeschreiblichen Schmach heraus, aus dem Fenster stürzte:“ Doch mich… mich habt Ihr wohl verkannt, Mylord.“
Seine Stimme war leise, tief und zum Ende hin ganz fest, wie aus Stein gemeißelt.
„Ich werde mich rechen…, ich werde sie alle rechen, jeden einzelnen von ihnen.“
Seine Klinge entfernte sich langsame von seinem Hals, für den alles entscheidenden Schlag. Ein Schlag, der nun die Pein der letzten Monate beenden würde. Ein Schlag, der seiner Rache eigentlich nicht im Entferntesten gerecht werden würde. Ein Schlag, der das alles niemals aufwiegen könnte.
Sein Opfer zitterte am ganzen Leib, bewusst jetzt dem gerechten Tot entgegen zu treten und wissend, für seine und die Sünden seiner Männer gerade stehen zu müssen.
Viele Augen beobachteten den Krieger. Sie warteten geduldig darauf, dass er es endlich beendete. Doch zu all ihrem sichtlichen Entsetzen, senkte er auf einmal völlig unvermittelt wieder sein Schwert und die Klinge berührte mit einem leisen Geräusch den steinigen Boden.
„Was tust du, herrgott…? Bring es endlich zu Ende, Will.“
Doch er hörte nicht die fordernde Stimme seines alten Freundes Allan Stue und er sah nicht die verstörten Blick seiner Krieger um sich herum, die nur wollten, das er ihn endlich tötete. Stattdessen fiel er kraftlos auf seine Knie und sah diesem englischen Mörder, diesem Bastard offen ins Gesicht, während dieser noch immer unsicher zu Boden starrte.
MacMahon war müde, hungrig und zutiefst traurig über den Verlust seiner gesamten Familie. Er war nun allein! Jetzt lastete alles auf seinen Schultern und eigentlich war er für solche Dinge nicht der Richtige, noch nicht, er liebte seinen Frieden. Zumindest dachte er das immer und dies war für ihn auch kein Grund traurig oder niedergeschlagen zu sein, weil er immer hinter seinen Brüdern anstand, denn er hatte Freiheiten und die genoss er ungemein. Er war mit seinem bisherigen Leben zufrieden, doch dies war nun alles zu Ende und irrelevant. Er war nun ein Laird, der Herr über dieses Land, über diese Männer und er würde alles geben, seine ganze Kraft, seinen Mut und seinen Verstand um dies alles zu Beschützen und wenn es sein müsste, selbst sein Leben!
Eine kleine Wunde klaffte über seinem linken Auge unter der Braue und das Blut lief an seiner Nase entlang, hinunter zu seinem unrasierten Kinn. Das Blut kitzelte auf seiner kühlen Haut, brannte in seinem Auge und hinterließ ein leichtes ziehen, als es langsam begann zu trocknen. Eine zweite Wunde versteckte er unter seinem schwarz - rot Karierten Plaid. Er spürte wie der warme Lebenssaft über seinen Bauch rann und langsam auf seiner Haut zu gerinnen begann.
„Ich werde…“, es viel ihm unsagbar schwer diese Worte zu formen, er musste sich kurz unterbrechen, tief durch Atmen um seine Gedanken im Hass nicht zu verlieren, bevor er zu Ende Sprach:“ Ich werde Euch am Leben lassen.“
Jetzt sah der Totgeglaubte in das Gesicht seines Bezwingers und erkannte wie viel Kraft ihn diese Worte gekostet hatten. Hoffnung keimte in ihm auf. Würde er seine Familie doch wieder sehen, würde er nach Hause kehren können? Würde er seinem Schicksal noch einmal entkommen?
Doch schnell wurde dieser kleine Funken Hoffnung wieder erstickt, in dem der schottische Krieger weiter sprach:“ Ich lasse Euch am Leben…“,

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Kommentare

Regenbogenkönigin (Luna) schrieb am 2008-09-10 19:52:19:
Hallo Lilly,

Ich habe endlich die Zeit gefunden, mal wieder bei "Storyparadies" vorbeizuschauen, dass freut mich total und habe
hier diese Geschichte entdeckt. Der Anfang ist der Hammer! Ich hoffe das du bald weiterschreibst inzwischen werde
ich meiner Freundin "kleine Taube" dies mal vorlesen.

Mal sehen wie sich alles noch entwickeln wird bin schon gespannt, freue mich riesig auf die Fortsetzung, und hoffe,
dass sie gut ausgeht. Doch jetzt schau ich mal ob der Freund von kleine Taube da ist. Ganz mal nebenbei, denn
Namen Andreas findet sie sehr schön. vielleicht kannst du diesen ja noch einbauen irgendwo, ich weiss aber nicht
von welchem Land dieser Name stammt. Aber trotzdem, sie wollte mal das dieser Name einem ihrer
Hauptpersohnen gehört.in einer historischen Liebesgeschichte. Die für ihn auch gut endet.

Es grüsst dich herzlichst
Luna (Regenbogenkönigin)

P.S. Diesen Namen finde ich auch sehr schön, ich glaube ich nenne dann später eines meiner Kinder so...
Melchen schrieb am 2008-09-10 11:08:07:
Sehr cool... ich freu mich schon auf eine Fortsetzung
bitte schreib schnell weiter

lg melchen
Lucy schrieb am 2008-09-09 23:14:23:
ENDLICH!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! JUHU!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
endlich hast du wieder eine deiner grandiosen historischen Geschichter geschrieben. Ich bin gefesselt und beeindruckt und ich hoffe, dass du uns nicht all zu lange auf eine Fortsetzung warten lässt, denn ich lecke mir jetzt schon die Finger nach viel viel mehr.
DANKE für all das hier
Lucy
Nori schrieb am 2008-09-09 22:51:46:
H A M M E R!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!bitte schreib schnell weeeeeeeeeeeeeeeeiter:D:D
Leny schrieb am 2008-09-09 22:49:41:
SUPa^^

ENDLICH WIEDA NE NEUE STORY VON DIA +FREU+

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