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Kategorien > Romane > Leseprobe

Verlaufen, Prinzessin?

von Klara H

1

Am Abend zog ich mein feinstes rosa Kleid an, holte Rebekka in ihrem Zimmer ab und wir gingen zusammen hinunter in den Speisesaal. Den Unbekannten Blonden sah ich nicht.
Nach dem Essen ging ich nochmals hinaus in den Garten, um ein wenig frische Luft zu schnappen. Im Haus war es furchtbar stickig. Ich trat in den Hof. Eine kalte Abendbrise wehte mir ins Gesicht. In diesem Kleid konnte man ja kaum Luft holen.
Obwohl es schon Abend war, arbeiteten noch eine ganze Menge Leute hier im Hof. Ich setzte mich auf eine Bank und schaute ihnen dabei zu wie sie Wasser holten, Pferde striegelten, Hecken schnitten und den Hof fegten. Und plötzlich sah ich ihn. Er war es- unverkennbar! Und er war ein Bediensteter- ebenfalls unverkennbar. Selbst im dunklen Schatten des Stalles, den er gerade ausmistete, erkannte man ihn. Wer prägt sich auch nicht den ungehobelten Kerl ein, der das beste Kleid zerreißt?!
Noch traute ich mich nicht zu ihm hinzugehen und ihn wegen der Sache heute Nachmittag zur Rede zu stellen. Also wartete ich.
Ich wusste nicht, wie lange ich dort saß. Der kleine Hof leerte sich allmählich. Ich war geduldig und wurde schließlich dafür belohnt: Schon bald waren nur noch wir beide draußen! Er schien meine Anwesenheit gar nicht wahrzunehmen. So etwas konnte ich nicht ausstehen! Immerhin war ich keine bedeutungslose Bedienstete, sondern adlig!
Es wurde dunkel, aber niemand kam hinaus, um mich zu holen. Irgendwann legte der Bedienstete alles ordentlich zur Seite und ging vom Hof.
Ich war unentschlossen. Warum sollte ich ihm nachgehen? Wer war er denn schon?! Doch letztlich siegte meine Neugier und ich folgte ihm. Schließlich nähte sich mein Kleid nicht selbst wieder zusammen!
Der Fremde führte mich durch noch kleinere Höfe, unbekannte Gänge und enge Zimmer. Und immer noch schien er mich nicht zu bemerken, bis-
„Warum folgst du mir, Prinzessin?“
Völlig verdattert blieb ich stehen. Ich kam mir mit einem Mal so dumm vor!
„Ähm“, stotterte ich und suchte angestrengt nach einer guten Ausrede. Wenn er sich doch nur mal zu mir umdrehen würde!
„Ich will wissen“, fing ich an, immer noch zögernd. Warum nicht einfach die Wahrheit?
„Ich will wissen, ob du der bist, der ich denke, der du bist. Wenn ja, dann bist du der ungehobelte Kerl, der mich heute Nachmittag umgerannt und mein bestes Kleid zerrissen hat!“
„Oh nein“, sagte er spöttisch. „Wie tragisch!“ Und endlich drehte er sich um und ich sah sein Gesicht im flackernden Licht einiger Kerzen.
Zischend sog ich die Luft ein und versuchte einen Schrei zu unterdrücken. Er hatte ein hageres, wettergegerbtes Gesicht mit hohlen Wangenknochen. Sein Mund war schmal, doch es lag ein kleines Lächeln darauf. Seine Nase war so gerade, wie man es sich nur vorstellen kann und seine grau-blauen Augen waren groß und strahlten mich mit Erfahrung und Wissen an. Wissen, welches ich nicht kannte.
Doch das, was mich so schockierte, war etwas anderes: Eine große Narbe, die quer über sein Gesicht lief.
„Allerdings!“, erwiderte ich und versuchte den Schrecken auf meinem Gesicht zu verbergen. „Sehr tragisch!“
„Ein Kleid, von wie vielen?“, fragte der Stallbursche und sein Lächeln wurde breiter, seine Augen jedoch sahen mich plötzlich mit eisiger Kälte und Verachtung an.
So etwas ließ ich mir nicht bieten. Nicht von so jemandem wie ihm!
„Mehr als du je besitzen wirst!“, antwortete ich so herablassend, wie ich nur konnte. „Meinst du wirklich mir würden Kleider stehen?“ Erst jetzt nahm ich den beißenden Spott in seiner Stimme wahr. Beleidigt und in meiner Würde verletzt, machte ich auf dem Absatz kehrt und marschierte davon. Sein raues Gelächter klang mir noch lange in den Ohren.
Was hatte ich damit erreicht? Ich hatte eindeutig zu viel freie Zeit...

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Kommentare

soleil schrieb am 2009-10-07 13:32:22:
hi,
also ich stimme sufergirl nicht so zu,
da dieser textausschnitt ja nur eine leseprobe ist.
schön geschreiben und ich würde mich freuen,
wenn du mehr von dieser gewschichte einsendest

lg
Surfergirl schrieb am 2009-10-03 12:41:24:
Hi Klara H.

wie versprochen werde ich mir auch deine weiteren geschriebenen Werke durchlesen !
Zu diesem muss ich sagen war der Anfang sehr vielversprechend, aber das Ende dafür um so entäuschender.....

ich muss sagen ein nicht geradezu origineller und doch schön geschrieben, so dass man gerne weiterliest, doch ab der Konversation zwischen Prinzessin und Stallbursche verliert sich die Geschichte und ich als Leser war auch sehr enttäuscht über ihren Verlauf von dem ich mir mehr erhofft hatte.....

Zudem ist unklar was die Erkenntnis der Prinzessin im letzten Satz nun als Aussage zur Geschichte zu bedeuten hat.....

Es wird in einem der Eindruck erweckt, dass du entweder den Faden der Geschichte in Laufe der Konversation verloren hast oder das dir die Lust verging und dass das dein notdürftiges Ende ist....

mfg und ich bin gespannt auf weiteres !!!

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