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Kategorien > Romane > Liebe

Verlaufen, Prinzessin? (1)

von Klara H

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unterhielten. Als ich eintrat, und sah, dass sie angeregt über den neuesten Tratsch redeten, warf ich den beiden einen missbilligenden Blick zu, vor allem Kate. Von meinem Bruder war ich solches Benehmen ja schließlich schon gewohnt. Als sie meinen Blick sah, verstummte die Zofe sofort. Lewis drehte sich zu mir um und seufzte tief. „Warum benimmst du dich so?“, fragte er mit ruhiger Stimme. Erst antwortete ich nicht, doch dann sagte ich fast genauso gelassen: „Das Gleiche könnte ich dich fragen.“ Er zeigte auf sich und Kate. „Ich unterhalte mich nur mit Kate.“ Nun sah ich mich gezwungen aus reiner Höflichkeit zu antworten. Angetan war ich von dieser Art Gespräch absolut nicht!
„Und ich versuche nur, mich an die Regeln zu halten. Und weil du das auch tun solltest, erinnere ich dich an sie.“ Lewis stand blitzschnell von seinem Stuhl auf. Er schaute mich verzweifelt an und ich versuchte, einen kühlen Blick aufzusetzen. „Was tue ich denn Verbotenes?“, fragte er. „Bitte sag es mir, denn ich weiß es nicht!“ Das reichte mir! Ich nahm mir ein Buch vom Schreibtisch und ging hinaus. Sollte er doch machen, was er wollte. Wenn er nicht sah, welche Fehler er beging.
Ich setzte mich hinaus in den Garten und las. Zwar konnte ich nicht besonders gut lesen, aber wenigstens lenkte das Lesen mich ab und so musste ich nicht mehr über Kate oder meinen Bruder nachdenken. Beide waren es nicht wert, sich über sie Gedanken zu machen.
Die Zeit verging schnell und ehe ich mich versah, saß ich schon wieder in meinem Zimmer vor dem großen Spiegel. Wieder kämmte Kate mir die Haare und wieder hatte ich ein rosa Kleid an. Jetzt war es mit langen Ärmeln, ein wenig altmodisch, und mit einem weißen Spitzenkragen. Mein Lieblingskleid war es nicht, aber Kate meinte, es würde Sir Henry bestimmt gefallen.
Es war schon Nachmittag und es war an der Zeit, hinunter zu gehen. Gleich als ich den kleinen Saal betrat, erblickte ich meine Eltern und drei Personen, die ich nicht kannte, von denen ich aber glaubte zu wissen, wer sie waren: Sir Henry Burns und seine Eltern. Ich ging mit eleganten Schritten zu Ihnen und machte einen kleinen Knicks vor jedem. Als letztes stand ich vor Sir Henry. Er war gut einen Kopf größer als ich, hatte kurzes, fast schwarzes, Haar und ein hübsches Gesicht. Ich lächelte ihn vorsichtig an und er lächelte freundlich zurück und sagte leise: „Lady Priscilla, es ist mir eine Ehre, Sie kennen zu lernen.“ Ich senkte den Kopf und lief rot an. Er war ja ein richtiger Gentleman!
„Wie wäre es, wenn wir uns eine Weile in den Garten setzen?“, schlug Sir Joseph schließlich vor und wir gingen hinaus.
Während unsere Eltern auf einer Bank saßen und sich unterhielten, gingen Sir Henry und ich spazieren. „Heute ist ein wirklich schöner Tag“, sagte Sir Henry plötzlich und weil ich keine passende Antwort darauf hatte, nickte ich nur, lächelte brav weiter und bewunderte die Rosen am Wegrand. „Das sind schöne Rosen!“, bemerkte mein Begleiter nach einer Weile. Er pflückte vorsichtig eine Blüte ab und hielt sie vor mich. „Für die schönste Frau der Welt!“ Ich lächelte und nahm die Rose entgegen. Er war nett. Er war wirklich nett und charmant und auch noch gutaussehend!
Während wir zurückgingen, redeten wir über dies und das. Ich erfuhr zum Beispiel, dass er eine hohe Stellung in der Armee des Königs in London hatte. Ihn beeindruckte wohl sehr, dass ich gerne las. Offenbar schloss er daraus, dass ich sehr belesen sei. Ich wollte ihn nicht enttäuschen und beschloss daher, nichts davon zu erzählen, dass meine Lesekünste sich sehr beschränkten.
Abends aßen wir noch zusammen, dann war es Zeit für die Burns, zu gehen. Sir Henry verabschiedete sich bei mir, mit den Worten: „Auf ein Wiedersehen!“ Dann ging er und ich sah ihm mit einem unverkennbaren Glücksgefühl hinterher.
Am späteren Abend, als ich in meinem Himmelbett lag, dachte ich über den Tag nach. Er war mir so kurz vorgekommen. Und das sollte die erste Begegnung mit meinem Verlobten gewesen sein?

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Kommentare

lu schrieb am 2009-10-19 16:31:25:
Freue mich auf eine Fortetzung

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