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Kategorien > Romane > Liebe

Verlaufen, Prinzessin? (3)

von Klara H

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Erst jetzt fiel mir auf, dass ich noch nie in einer Großstadt gewesen war. Schon gar nicht in so einer wie London. Natürlich hatte ich immer die neueste Mode daher und was im Königshaus geschah sprach sich auch oft und schnell herum. Aber mehr auch nicht und so war die Vorfreude groß. Sie war zwar große, konnte aber doch nicht die Überraschung und Neugier verbergen, wenn wir durch ein Bauerndorf fuhren. Ich konnte nicht verbergen, wie spannend ich es fand. „Stell dir da mal vor, Kate“, sagte ich zu meiner Zofe und sah verträumt einer alten Frau beim Wasser holen zu „Die Leute hier müssen ganz alleine das Wasser aus einem Dorfbrunnen holen.“ „Sehr spaßig!“, erwiderte Kate und wieder schwang ein sarkastischer Unterton in ihrer Stimme. „Glauben Sie mir, Lady Priscilla. Ich kenne das und es ist nicht halb so lustig, wie es für Sie den Anschein hat.“ Wahrscheinlich denkt ihr jetzt, ich sei ein dummes, naives Mädchen, das keine Ahnung vom richtigen Leben hat. Aber wenn ihr mir das sagen würdet, müsste ich euch, auch wenn ich es nie im Leben zugeben würde, recht geben. Ich war als Adlige aufgewachsen und war immer das brave, kleine Mädchen gewesen. Für alle, außer für Lewis. In seinen Augen war ich die naive, verwöhnte, dumme, nervige Schwester. Ich war absolut zufrieden mit meinem Leben. Ich hatte Sachen, die sich das einfache Volk im Leben nicht leisten kann. Für diesen Preis nehme ich es an, ein wenig naiv und verwöhnt zu sein. Wer würde das auch nicht tun?
Schon nach kurzer Zeit schlief ich in der ruckelnden und furchtbar stickigen Kutsche ein. Wovon ich träumte? Fragt mich etwas Leichteres!
„Lady Priscilla!“
Langsam öffnete ich die Augen und sah Kates Gesicht vor mir. „Lady Priscilla“, sagte sie vorsichtig, „Schauen sie mal aus dem Fenster. Wir sind gleich da!“ Rasch richtete ich mich auf und sah aus dem kleinen Kutschenfenster. Wir waren endlich in London angekommen!
Sir Henrys Familie gehörte, seit man sich erinnern kann, dem Adel an. Schon sein Urgroßvater diente dem englischen König. Vor vierundzwanzig Jahren gebar Lady Katherine Burns ihren ersten und einzigen Sohn Henry, nach seinem Vater benannt. Bereits mit acht Jahren konnte Sir Henry flüssig lesen und in Schönstschrift schreiben und mit zwanzig trat er in die Dienste des Königs. Vor einem Jahr, schließlich, wurde er zum Berater seiner königlichen Majestät. Eine Traumlaufbahn!
Der Landsitz der Familie Burns lag kurz vor London, was hieß, dass ich die Großstadt bisher noch nicht zu Gesicht bekommen hatte. Das Haus war ein Traum! Oh, Verzeihung! Hatte ich gerade Haus gesagt? Ich meine natürlich das Schloss. Schon alleine von außen sah es imposanter aus, als alles, was ich bisher gesehen hatte. Es hatte drei Stockwerke und war schon ohne den Garten dahinter doppelt so groß wie unser Landhaus zu Hause. Die Kutsche fuhr den breiten Kiesweg zu dem kleinen Schloss hoch und hielt vor den großen Flügeltüren. Während wir ausstiegen, öffnete sich das Portal und eine ältere Frau trat heraus, um uns Willkommen zu heißen.
„Lady Priscilla Norrington?“, fragte sie mit einem freundlichen Lächeln. „Ich bin die Haushälterin der Familie Burns, Miss Johnson. Wir haben Sie schon erwartet und hoffen, Sie hatten eine angenehme Reise.“
„Wo ist Sir Henry?“, fragte ich verwundert, ohne besonders auf sie zu achten. Miss Johnson versuchte nicht zu lachen. „Er ist sehr froh, dass Sie da sind, aber er muss arbeiten. Er ist im Palast Seiner Majestät und wird erst heute Abend zurückkommen. Wenn Sie mir bitte folgen würden, damit ich Ihnen das Haus zeigen kann?“
Das Haus der Burns war nicht nur von außen überwältigend. Ritterrüstungen, wertvolle Bilder und lange Teppiche schmückten die Gänge aus und das Zimmer, welches für mich und Kate hergerichtet worden war, sah wunderschön aus. Ich hatte ein riesiges Bett, eine hübsche Kommode, einen geräumigen Kleiderschrank und allerlei Kleinkram als Dekoration und Ausschmückung. Das Zimmer war in rosa gehalten und daneben befand sich ein Waschraum.
„Ich glaube, hier könnte ich es eine Weile aushalten“, meinte ich hochnäsig zu Kate. „Das meine ich aber auch“, nuschelte sie und ich tat so, als ich hätte ich es nicht gehört. Darin bin ich wirklich gut!
Den Rest des Tages saß ich mit meiner Zofe im Zimmer. Während ich an einem meiner Bilder weitermalte (etwas, was ich einigermaßen konnte), fing sie an eine Geschichte zu erzählen, die mich allerdings absolut nicht ansprach, weshalb ich irgendwann aufhörte, zuzuhören. Gegen Nachmittag schlief ich dann wieder ein. Ich schlief die ganze Nacht durch und Kate weckte mich erst am späten Morgen des nächsten Tages. „Kate“, murmelte ich verschlafen und rieb mir den Schlaf aus den Augen. „Es ist schon Morgen? Warum hast du mich gestern Abend nicht geweckt?“ „Sir Henry meinte ich solle Sie schlafen lassen“, erklärte meine Zofe und lief rot an. „Sir Henry?“, fragte ich sie erschrocken und hüpfte aus dem Bett. „Sir Henry war hier und du hast mich nicht geweckt?“ Kate versuchte erst gar nicht, mir alles zu erklären. Dafür kannte sie mich viel zu gut.
Kate half mir beim anziehen und versprach mir als Wiedergutmachung, heute mit mir nach London zu gehen (meine Überredungskunst half anfangs natürlich etwas nach). Eine halbe Stunde später brachte Kate mir mein Frühstück. Es war ganz annehmbar!
Wieder fragte ich nach meinem Verlobten, aber Sir Henry war schon früh aufgebrochen. Also versuchte ich wieder, mich zu beschäftigen, oder besser gesagt: Kate versuchte mich zu unterhalten. Ich las einige Kapitel aus dem Buch, was sie mir in die Hand gedrückt hatte, ich malte für kurze Zeit und spielte sogar ein Kartenspiel mit meiner Zofe. Als mir schließlich auch diese Beschäftigung langweilig wurde (mit Lewis machte es einfach wesentlich mehr Spaß) überredete ich Kate, mit mir in den Garten zu gehen. Die Sonne schien und der Garten war ein Paradies. Wir hatten gar nicht genügend Zeit, um ihn ganz zu erkunden! Tausend verschiedene Arten von Blumen, Bäumen, Büschen und sogar Gräsern. Alles ordentlich geschnitten.
Schon bald gab es Mittagessen und mir wurde erlaubt, es im Garten einzunehmen. Wieder brachte mir Kate das Tablett mit Essen, aber dieses Mal gab es zum Nachtisch eine schlechte Nachricht. „Wir werden heute nicht nach London fahren.“ Ich blinzelte. „Wie bitte?“ fragte ich und legte meine „Das meinst du doch nicht ernst“ –Miene auf. „Sie haben ganz richtig gehört, Lady Priscilla. Wir werden heute nicht nach London fahren“, sagte Kate. Gerade als ich etwas einwenden wollte, fügte sie noch schnell hinzu: „Wir werden heute nicht nach London fahren und auch nicht in absehbarer Zeit. Miss hält für keine gute Idee. Ich übrigens auch nicht!“ Wieder blinzelte ich verständnislos. Diese Nachricht verschlug mir tatsächlich die Sprache. „Miss Johnson hält das für keine gute Idee!“ Was ist das denn für eine hinterhältige Ausrede?! Ich konnte es nicht fassen. Einer der Gründe warum ich hier war: das berühmtberüchtigte London! Der Weg zur Erfüllung dieses Traums war gerade

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Kommentare

RVHoppyGFeeNarzisse297199513 schrieb am 2009-11-02 12:46:51:
coole geschichte... vielleicht bald als buch? =)
ich verstehe nur nicht, was die leseprobe damit zu tun hat. aber das kommt ja vielleicht noch...
Mell schrieb am 2009-11-01 21:12:39:
die geschichte ist echt supi.. cool währe, wenn die Prinzessin, abhauen würde oder irg sowas..

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