Verliebt in Schottland- Kapitel 2: Sesselkampf
von
Finni!
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Kapitel 2: Sesselkampf
Die Luft in der Fähre war stickig und roch nach aufdringlichem Parfüm.
Der Aufenthaltsraum war riesig, in der Mitte befanden sich Bar und Tanzfläche.
Gemütliche Sessel standen um runde Tische die fast alle besetzt waren.
Ich schaute mich nach einem freien Platz um.
Im hinteren Teil des fast runden Zimmers fand ich an einem der Panoramafenster eine freie Sitzgelegenheit.
Ich wuchtete meine Rucksack auf die Schulter und schlängelte mich zwischen Bustouristen an mein Ziel.
Die Aussicht war begeisternd und geistesabwesend stellte ich das Gepäck ab und lies mich in den Ohrensessel fallen.
„Entschuldigung“ drang eine männliche Stimme an mein Ohr „aber das ist mein Platz.“ Londoner Akzent, ganz klar- ein Britte.
Ich blickte in ein gebräuntes Gesicht eines Pornobrillenboys.
„Hier steht aber nirgendwo dein Name, oder?“ sagte ein anderer und trat hinter Pornobrillenträger.
Dieser drehte sich um und erschrak ein wenig, lies sich das jedoch nicht anmerken.
„Nein, aber ich hab ihn mir reserviert.“
„Soso... dann will ich mal ihre Reservierung sehen.“ Meinte er zu mir.
Ich schaute den anderen Mann zum ersten mal richtig an. Groß, schwarze Wuschelhaare und genauso gebräunt wie Pornobrille.
Ich musste grinsen.
Pornobrille fand das wahrscheinlich nicht lustig, er verzog das Gesicht.
„Sie sind gar nicht befugt meine privaten Unterlagen zu sehen.“ meinte der nur.
„Und Sie sind nicht befugt dieser Dame den Platz streitig zu machen. Weg gegangen- Platz gefangen!“ Mein Verteidiger zuckte bedauernd mit den Schultern.
„Schon gut, habs kapiert...Schöne Reise noch.“ meinte Pornobrille und mit angeknackstem Stolz marschierte er davon.
Der Schwarzhaarige streckte mir die Hand entgegen.
„William.“
Ich ergriff sie überrascht
„Anna!“ antwortete ich mit einem verdutzten grinsen.
„Was dagegen?“ fragte William und deutete auf den Platz mir gegenüber.
„Nein!“ antwortete ich und schaute wieder aus dem Fenster.
William folgte meinem Blick.
„Tolle Aussicht, was?“
„ja, wirklich wunderschön...“ antwortete ich gedankenverloren und schaute kurz zu ihm. Grüne Augen. Strahlend Grüne Augen. Ich konnte mich kaum abwenden.
„Die sind toll nicht? Hab ich von meiner Mutter geerbt.“
Ich schaute sofort weg.
„Tut mir leid, ich wollte nicht...“ stammelte ich.
„Nicht starren?“ fragte er und lachte. Aufrichtig.
„Macht nix, das tun alle. Wo hast du eigentlich deine Augen her?“
„Von meinem Vater.“
„Vor dem du jetzt wegläufst?“ Er schaute mich an.
„Tut mir leid, wollte dir nicht zu nahe treten!“
Ich hatte zu erschrocken geschaut. Wie konnte ein Mensch nur innerhalb so kurzer Zeit einen anderen durchschauen?
„Nein, ich laufe nicht weg...“ ich hielt kurz inner, überlegte.
„Doch, tu ich. Vor meiner Vergangenheit.“
Die Fähre legte ab.
„Jetzt gibt wohl kein zurück mehr...“ sagte Will und schaute mich grinsend an.
„Lust auf nen Drink oder was zu Essen?“
Er bestellte Rührei und bestand darauf mir was auszugeben. Ich nahm das gleich wie er.
Wir unterhielten und nach unserem Abendessen. Über oberflächliche Dinge. William hatte genug Menschenkenntnisse um nicht weiter zu fragen.
„Dann schlaf gut.“ Sagte William und drehte seinen Kopf zur Seite.
Seine Augen ruhten trotzdem auf mir.
„Gute Nacht“ sagte auch ich und schloss die Augen.
Um uns herum hörte ich Gemurmel. Touristen unterhielten sich über die Sehenswürdigkeiten und die Route, das Personal an der Bar rief sich gegenseitig auf Englisch Anweisungen zu und Musik ertönte aus den Lautsprechern.
An schlaf war nicht zu denken. Auch wenn es still gewesen wäre.
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