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Kategorien > Love Story´s > Liebe

Verlorene Liebe 1

von Neo

Gedankenverloren stand Stabsunteroffizier Michael Delventhal vor dem Mannschaftsheim der Kaserne und wartete darauf, dass die Rekruten des Ausbildungszuges mit dem Essen fertig wurden. Ein kurzes Betätigen des Lichtschalters seiner Uhr verriet ihm, dass es 06:10 Uhr war und die Ersten auch gleich fertig sein mussten. Seine Blicke schweiften ausdruckslos über den dunklen, fast weißen Kasernenbereich, der die Nacht über gefroren war. Wie er diese Kälte hasste. Sein Autothermometer zeigte heute Morgen -6,5 °C an und seine Stimmung war nicht nur durch die Kälte auf einem Tiefpunkt angelangt, den er schon seit Jahren nicht mehr hatte, sondern durch eine Frau, die er über alles liebte. Es war noch gar nicht lange her, gerade mal eine Woche, da hatte seine Freundin Janina mit ihm Schluss gemacht. Er wusste noch genau, wie es war. Es war ein Sonntag und irgendwie hatte er schon die ganze Woche übergedacht, dass irgendetwas nicht stimmte mit ihr. Sie verhielt sich merkwürdig. Nicht so liebevoll und kuschelig wie sie es sonst war. Es war anders, irgendwie ein merkwürdiges Gefühl und Sonntag setzte sie dann seinem Glück ein Ende.
Heute war Montag und seine Stimmung war noch schlechter als vor dem Wochenende. Freitag noch versuchte er sein Privatleben wieder in den Griff zu kriegen und für Samstag stand auch ein Geburtstag an. Im Anschluss in die Disko, um wieder einmal mit Freunden zu feiern. Alles hätte so schön sein können, doch im Nachhinein ärgerte er sich überhaupt da gewesen zu sein, denn seine Ex - Freundin war auch da. Das an sich war nicht weiter schlimm, er hatte sich vorgenommen sie zu ignorieren, sie wie eine Fremde zu behandeln und das klappte eine Weile auch ganz gut. Er hatte viele Freunde getroffen und eine Menge Spaß gehabt mit den Leuten, mit denen er da war.
Doch als er gerade seine Runde im oberen Bereich der Disko drehte und von der Fassade auf die Tanzfläche schaute, wäre er fast durchgedreht vor Wut und auf die Tanzfläche gestürmt.
>Guten Morgen Herr Stabsunteroffizier! < wurde er von einem Gefreiten aus seiner Träumerei geholt, der gerade auf dem Weg zur Küche war.
>Guten Morgen! < grüßte er knapp zurück um danach auch gleich wieder in seinen Gedanken zu versinken.
Er stand oben auf der Fassade und musste mit ansehen, wie seine Ex - Freundin einen anderen küsste. Gewaltige Wut und Trauer stieg in ihm auf, die Frau, welche er innig liebte, die Frau, für die er alles getan hätte, die Frau, für die er gestorben wäre, küsste jetzt einen anderen. Die Trennung war gerade mal eine Woche her und sie hatte schon den Nächsten. So hingebungsvoll lag sie ihm in den Armen, so lieb und sanft, so wunderschön und unvergesslich. Sie küsste ihn so leidenschaftlich und ausdauernd, tanzte eng um ihn herum und ihre gesamte Aufmerksamkeit galt nur ihm.
Bestimmt fünf Minuten starrte er von der Fassade auf die Tanzfläche und dachte daran, wie sie noch vor drei Wochen in seinen Armen lag. Wie sie ihm ins Ohr flüsterte, dass sie ihn lieben würde, wie sie ihn zärtlich küsste und ihn fest in den Arm nahm. Er wusste noch wie er in dem Moment dachte, wie sehr er sie lieben würde und dass er sie nie mehr verlieren wollte. Was hatte er bloß verbrochen, um so behandelt zu werden? Er hatte sie stets nur mit Liebe behandelt, bei allem was er tat und sie trat ihn mit den Füßen.
02:00 Uhr war es etwa und sein Abend war gelaufen. Noch zwei Stunden wartete er, da seine Leute noch nicht nach Hause wollten. Seine Stimmung war dahin und er fühlte nur noch eine sinnlose Leere in sich. Ein Gefühl von Lustlosigkeit und tiefer Trauer beherrschte ihn. Es war alles so ungerecht und sinnlos. Warum musste sie ihm das antun? Warum nur? Warum nur musste sie ihm so sehr weh tun? Warum hing sein Herz bloß so sehr an ihr?
>Herr Stabsunteroffizier? < riss ihn ein Schütze aus seinen Gedanken.
>Ja? <
>Kann ich Sie mal sprechen? Ist etwas Privates. <
>Kommen Sie am besten gleich mal auf unser Dienstzimmer, dann können wir darüber in Ruhe reden, ja? <
>Jawohl. < mit diesen Worten wandte er sich wieder ab.
Wieder zu den Soldaten gerichtet, die mittlerweile alle fertig waren mit dem Essen und noch eine rauchten befahl er wieder mit gefasster Stimme >So Männer, Kippen aus und antreten! <
Auf dem Weg zurück zur Unterkunft führte er seine Soldaten im Gleichschritt zurück und der einzige Gedanke, der ihm noch kam, war: "Janina, ich liebe dich!"


Kommentare

Franci schrieb am 2006-05-30 16:11:39:
wow....cool zu lesen, mache mich jetzt gleich auf die suche nach der fortsetzung!!
Neo schrieb:
Danke, sie kommt auch von Herzen. *traurigsei*

...
Neo schrieb:
Nochmal danke. Es gibt auch noch eine Fortsetzung dazu. "Verlorene Liebe2" Lest sie doch bitte auch mal und sagt mir eure Meinung dazu.
Herr_Penaten@web.de schrieb:
Eine schöne Geschichte, wenn auch recht traurig. Liest sich aber sehr schön, weil du sehr anschaulich schreibst.
Kurzum: Gute Story - nicht zu lang für den Plot und schon gar nicht langweilig. Weiter so.

- Stephen Kall
LobeliaBeutlin@msn.com schrieb:
Das ist so traurig, aber dennoch süß! Du hast talent! Weiter so!
mfg, Nathalie
luna_mac_aran@gmx.at schrieb:
stimmt, sehr traurig. man... äh..frau fühlt mit.
toll, du erzählst sehr gut, kommst dem herzen der leser sehr nah, nutze es.
kotorie_x@web.de schrieb:
Ich find die Geschichte einfach klasse auch traurig aber sie ist dir gut gelungen!=) Ist die Geschichte Wahr ist das dir passiert wenn ich fragen darf? Schreibst du auch Bücher?
hexemadlen@web.de schrieb:
Sie ist total gut! Sehr anschaulich und abwechslungsreich geschrieben und nie langweilig! Fettes Lob!
Neo schrieb:
Ja, sie beruht auf einer wahren Begebenheit. *Leider*
BastianOlpp@web.de schrieb:
mach was aus deinem talent und vergeude es nicht an eine undankbare wie sie! wobei leid ja die beste inspiration die ich kenne.
Neo schrieb:
Das ist wohl war... Aber ich habe sie überwunden und bin wieder glücklich verliebt. :-)

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