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Kategorien > Love Story´s > Liebe

Verlorene Liebe 2

von Neo

Mit einer Tasse Kaffee in der Hand saß Stabsunteroffizier Michael Delventhal vor sich hin starrend im Gruppenführerbüro des Ausbilundszuges und grübelte über sein derzeit total schief gelaufenen Privatleben nach. Vor ihm stand auf seinem Schreibtisch sein Laptop, dessen Bildschirmschoner ihm bestätigte, was er schon die ganze Zeit über vermutete, aufgrund seines knurrenden Magens. Von einer Ecke in die andere schweifte wippend die Zeit über den Bildschirm und sagte ihm, dass es 11:12 Uhr war und es bald Mittag gab. Der Rest seiner Kameraden war gerade damit beschäftigt die Rekruten auszubilden und er war mit seiner Ausbildungsvorbereitung eben fertig geworden, um am Nachmittag ebenfalls den Zug ausbilden zu können.
Die ganze Zeit über beschäftigten ihn allerdings immer wieder die selben Fragen, was ihn sehr an der ordnungsgemäßen Ausführung seines Dienstes hinderte. Warum? Was war falsch gelaufen? Was hatte er falsch gemacht und warum konnte er diese Frau nicht vergessen?
Sie war so wundervoll und schön, so lieb und süß, so verspielt und unvergesslich. Eine Frau wie sie zu verlieren, hatte eine tiefe Wunde in sein Herz geschlagen. Jeder Moment, den ihn seine Arbeit nicht beschäftigte, ließ ihn an sie denken. Wie schön die Zeit mit ihr war. Wie wundervoll sie stets roch, wie süß sie war, wie schön der Sex mit ihr war und wie gut sie ihn immer zum Lachen brachte. Wenn er mit ihr zusammen war, war sein Leben perfekt. Weder Zweifel, noch Trauer, noch Trübsinn, noch Lustlosigkeit. Es war einfach nur wunderschön mit ihr zu Kuscheln, mit ihr in einem Bett zu schlafen und sich wohl zu fühlen, wenn sie sich an einen schmiegte. Gemeinsam mit ihr in die Sauna zu fahren, gemeinsam mit ihr zu schwimmen oder gemeinsam mit ihr Essen zu gehen.
Warum nur musste sie das alles kaputt machen? Hatte er ihr nicht stets zu verstehen gegeben, wie sehr er sie lieben würde oder wie viel sie ihm bedeutete? Was lief in den letzten drei Wochen falsch? War es seine Krankheit, die ihn vor drei Wochen zu Hause hielt und er zwei Wochen lang nicht sehr viel mit ihr unternehmen konnte? Wäre er noch mit ihr zusammen, wäre er nicht krank geworden? Was wäre wenn? Fragen über Fragen. Das brachte ihn noch um den Verstand.
Das klingeln des Telefons riss ihn aus seinen Gedanken.
>Ausbildungszug, Stabsunteroffizier Delventhal! < sagte er mit kräftiger Stimme in den Hörer, um seine Trauer zu überspielen.
Es war Unteroffizier Weiß, der zwei Innendienstkranke brauchte um ein Fahrzeug vor der Kompanie abzuladen.
>Kein Problem, ich schicke sie dir gleich rüber. < Mit diesen Worten beendete er das Gespräch und nachdem er zwei Schützen rüber geschickt hatte, saß er wieder grübelnd vor seinem Laptop.
Die ganze Woche über schon ging ihm das Bild vom Wochenende aus der Disko nicht mehr aus dem Kopf. Es war so schrecklich mit anzusehen, so schmerzhaft und traurig, zu sehen, wie sie in den Armen von diesem anderen lag. Was hatte der, was er nicht hatte? Küsste er besser? War er lieber zu ihr als er? War er besser im Bett? Massierte er besser? Oder konnte man mit ihm besser reden? Oder sah er einfach nur besser aus? Alleine der Gedanke daran, dass sie jetzt mit jemand anderem schlief, machte ihn unvorstellbar traurig.
Diese Fragen quälten ihn und er wusste einfach keine Antwort. Wenn er sie einfach fragen würde, würde er auch keine Antwort bekommen. Sie würde ohnehin nur das antworten, was sie immer antwortete, dass sie es nicht wüsste und dass sie nicht weiß was sie will. Wie immer. Bei solchen Sachen hatte er noch nie eine zufriedenstellende Antwort von ihr bekommen.
Plötzlich ging die Tür auf und Oberfeldwebel Lilienthal kam, wie immer, grinsend, fröhlich vor sich hin pfeifend zur Tür rein >Ey Delventhal, weißt du wo Volters ist? <
>Der wollte vorhin noch ein paar Sachen beim Urlaubssachbearbeiter klären und deinen DA-Nachweis hat er auch mitgenommen! <
>Achso, alles klar. < freute er sich und verließ gutgelaunt wie immer den Raum.
So fröhlich wie er, wäre er auch gerne. Doch er hatte momentan nichts worauf er sich freuen konnte. Er war so traurig und hatte noch nicht einmal die Motivation hinter einer Frau her zu sein, mit der er sich am Samstag sehr nett unterhalten hatte, obwohl er genau wusste, dass er die Handynummer ihrer Schwester hatte und er so bestimmt auch ihre Nummer bekommen hätte. Er wollte keine andere Frau. Er wollte nur seine Janina zurück, die Frau, die er über alles liebte. Er wollte mit ihr kuscheln, sie in den Armen halten und sie küssen. Warum nur hat sie ihm das angetan?

Fortsetzung folgt...

Kommentare

Carmen schrieb:
So was habe ich auch schon erlebt.*schnief* Wirklich traurig die Geschichte.
Ist aber echt gut geschrieben. Mach weiter so. :-)
delventhal@t-online.de schrieb:
Hallo, wie kommst du gerade auf Michael Delventhal.Interessanterweise heiße ich so? Gruß Michael Delventhal
silver-omega@arcor.de schrieb:
OG (UA) Delventhal??????? Damals zumindestens?(2001)

Neo

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