Verlorene Liebe 3
von
Neo
Es war ein wolkenverhangender Samstagnachmittag an dem Micheal Delventhal in seinem Arbeitszimmer saß und bestimmt den liebevollsten Abschiedsbriefes seines Lebens in den Händen hielt. Ein wundervoller Geruch ging von diesem Brief aus, es war ihr Geruch, nicht der, den er von ihr kannte, aber er wusste noch sehr genau, wie er ihn zusammen mit ihr in einem Laden entdeckt hatte. Er war so wundervoll und verführerisch, so traurig und hoffnungslos. Ein Duft der ihm sagte, eine solche Frau würde er niemals für sich gewinnen können. Ein Duft, der ihn stets an sie erinnern würde.
Er hatte den Brief gestern Abend in seinem Briefkasten gefunden, als er nach einem langen Tag endlich nach Hause kam. Er wurde persönlich von ihr vorbei gebracht und der Duft dieses Briefes stieg ihm sofort in die Nase. Er hatte den Brief jetzt bestimmt schon dreimal gelesen und er konnte nicht gerade behaupten, dass ihm der Inhalt sehr zusagen würde. Er war eine Mischung aus, "Es tut mir so leid", "Du bist ein toller Mensch", " Du bedeutest mir total viel" und "Ich kann aber trotzdem nicht mit dir zusammen sein". Eben einer dieser Briefe, die mit viel Liebe geschrieben wurden, um einen lieben Menschen nicht zu verletzen, dem man aber trotzdem sagen muss, dass man ihn nicht mehr liebt. Es muss unheimlich schwer sein, einen solchen Brief zu schreiben. Dieser hier war eigentlich sehr gut gelungen, fand Stefan, aber er machte ihn dennoch unbeschreiblich traurig.
Sie schrieb, dass sie gerne einen Hebel umlegen würde, um ihn endlich lieben zu können, damit sie Liebe empfindet wenn sie ihn umarmte, wenn sie ihn küsste und wenn sie mit ihm schlief. Ob sie wusste, wie viel Liebe er dabei empfand? So endlos viel Liebe, so endlos viel Glück und so endlos viel Hoffnung. Doch ihr Herz hatte sich gegen ihn entschieden und diese Worte schlugen auf ihn ein wie Hammerschläge, so entsetzlich und traurig.
Weiterhin schrieb sie was für ein wundervoller Mensch er war, wie viel schönes sie mit ihm erlebt hatte und was er ihr alles gegeben hatte. Das war richtig, er hatte sein Herz für sie weit geöffnet, so weit, dass sie alles mit ihm machen konnte und er ärgerte sich, sich so in ihr verloren zu haben. Ein Fehler den er so schnell nicht wieder machen würde. So schnell würde er keiner Frau wieder Liebe schenken. Er wollte nicht noch einmal so tief sinken. Da müsste schon jemand ganz besonderes kommen. Nur zu seinem Leidwesen war sie so etwas ganz besonderes und es viel ihm sehr schwer sie einfach zu vergessen.
Sie würde sich so gerne in ihn verlieben stand weiterhin in dem Text, aber ihr fehlte einfach das Herzklopfen einer jungen Beziehung, die schweißigen Hände und die Schmetterlinge im Bauch. Was hatte er bloß falsch gemacht, um das nicht bei ihr auszulösen? Sah er so schlecht aus? Hatte er sich nicht genug um sie gekümmert? Viel eher ließ die ganze Sache den Schluss zu, dass sie Sex mit Liebe vertauscht hatte. Er konnte sich noch gut daran erinnern, als sie einmal kurz zwei Wochen sich getrennt hatten und wie hingebungsvoll der Sex danach mit ihr war, als sie sich wieder versöhnt hatten. Wie sie "Ich liebe dich!" sagte, während sie mit einander schliefen. Er dachte damals wirklich, dass dies ernst gemeint war. Doch jetzt wusste er, was es bedeutet, wenn Frauen so etwas während des Sexes sagte. Es war nicht viel mehr Wert als eine von den damaligen 1000 Lire - Banknote.
Nichts desto Trotz tat ihr die ganze Sache unheimlich Leid und sie hätte ihn auch sehr gerne glücklich gemacht und auch so gerne in ihn verliebt. Es schien alles so ernst gemeint zu sein in ihrem Brief. Weder hass, noch Arroganz, noch Gehässigkeit. Es war einfach nur ein sehr liebevoller Brief, in dem sie ihm versuchte zu erklären, was sie empfand. Ob er es verstanden hatte? Wahrscheinlich schon und er wusste was sie meinte, doch niemals würde er sie vergessen, höchstens verdrängen. Das war eine Tatsache, die sich nur schwer kontrollieren lies. Es heißt, die Zeit würde alle Wunden heilen, doch wenn er sie wieder sehen würde, würde die alten Narben in seinem Herzen platzen. Es war so traurig und das einzige was er tun konnte, was er auch schon die ganze Zeit tat, war sich in seine Arbeit zu stürzen, um nicht mehr an sie denken zu müssen. Das klappte mal besser, mal schlechter, meistens eher schlechter, aber im Laufe der Zeit würde es hoffentlich besser werden. Doch bis dahin würde noch eine sehr lange Zeit verstreichen müssen.
Michael sah zum Fenster raus und sah wie viele kleine Schneeflocken zu Boden fielen und während er den Brief nun schon zum vierten Mal durchgelesen hatte, war es klar für ihn. Diese Frau hatte er verloren und er würde sie niemals wieder zurück gewinnen, obwohl er ihr so viel Liebe entgegen brachte. Er konnte nur hoffen, dass sie niemals das durchmachen müsste, was er durchmachte. So viel Leid, Trauer und Hoffnungslosigkeit könnte er niemandem wünschen, nicht einmal ihr, der Frau, die ihn so schwer enttäuscht hatte und die Frau, welche er noch immer über alles liebte.
(Diese drei Geschichten beruhen auf einer wahren Begebenheit. Nur mit geänderten Namen.)
Kommentare
Neo schrieb am 2008-02-25 22:27:21:
Hallo,
habe schon eine Weile nicht mehr die Kommentare hier zu meinen Geschichten gelesen.^^ Eine Weile ist gut. Ist ja schon fast drei Jahre her. Ein wunder das sie noch keiner gelöscht hat.
Danke an alle, die mit mir fühlen oder fühlten. Heute sehe ich das ganze allerdings nicht mehr ganz so dramatisch. Ich kann sie heute viel besser verstehen als damals.
Doch vergessen werde ich sie nie. Selbst nach all den Jahren würde ich heute sagen, dass sie die einzige ist, die ich jemals aufrichtig geliebt habe... Eine verlorene Liebe vergisst man nie... Sei es ein Duft oder oder ein Gedanke der die Erinnerung an sie wieder zu Tage führt oder nur ein Bild, welches man in einer verstaubten Ablage gefunden hat. Sie wird zeitlebens da sein. Auch wenn man nur noch alle paar Jahre an sie denkt.
Der Autor
katrin schrieb am 2007-01-30 23:46:46:
hey neo ich kann dich sehr gut verstehen wie sehr sowas wehtut. ich mache dass selbe durch nur dass ich dazu ein kind von dieser beziehung habe. es tut so verdammt weh dass man nicht mehr en noch aus weiß.dieser schmerz ist unerträglich doch man muss über diesen schmerz reden dann wird es mit der zeit besser es dauert aber es wird besser glaube mir alles gute
Tanyp schrieb am 2006-09-04 12:39:58:
Hey die geschichten sind echt traurig, mir geht es zwar nicht gleich, aber ich bin auch am boden zerstört, ich hatte einen freund, wir liebten uns über alles ( und ich ihn immer noch) wir waren so glücklich uns konnte niemand trennen, doch dann kam die nachricht ich muss wegziehen, das war die hölle für uns, doch nach einer weile entschloss er sich mit mir zu gehen und sich in meiner gegend eine ausbildung zu suchen, wir suchten wie verückt doch er bekam einfach nichts, wir gingen diese ferien 2 wochen nach frankreich und 3 tage nach dem urlaub hat er schluss gemacht, ich hab ärger mit seinen kollegen und er weis nicht wer ihm wichtiger ist diekollegen oder ich? 2 wochen sagte er er brauch zeit, und ich bin ganz alleine ichhab hie rnoch niemanden kennengelernt und er hat mich einfach im stich gelassen, was soll ich tun fast 3 wochen sind vorbei und ich muss immernoch jeden tag an ihn denken, mein leben macht ohne ihn keinen sinn mehr, ich brauche ihn und er ist jetzt wieder in sein heimart Ort zurück, das heißt dann wohl es ist vorbei???!!!!was soll ich tun???? könnt ihr mir helfen?????
Sparkie; schrieb am 2006-04-06 21:55:25:
Ist es Liebe, Angst zu haben jemanden zu verlieren?
Oder ist es nur die Abhängigkeit bzw. die Angst davor allein zu sein?
Zu deinen Geschichten: Ich finde sie sehr gut geschriben man liest sie mit Neugierde und so sollte es auch sein!
Über deine anderen Geschichten hatten wir ja bereits gesprochen.
Viellecht findest du bald die Frau mit der du ein Happy End erlebst! Oder hast du sie bereits kennengelernt ?? =-)
(eine Freundin)
A.1987@web.de schrieb:
Ich finde die drei Geschichten total schön. Hast du eine Situation von denen selbst erfahren? Ich finde nämlich, das es so rüberkommt.
Neo schrieb:
Ja, alle drei Geschichten spielen in der zweiten Woche nach der Trennung mit meiner Freundin. ;-(
Ich musste sie einfach schreiben, um meinen Schmerz besser zu überwinden...
bewithyou.de schrieb:
Hallo Neo,
bin durch Zufall auf diese Seite und deine Geschichte gestoßen.
Je weiter ich gelesen habe desto mehr Parallelen zu meinem Schicksal musste ich feststellen.
Ich mache gearde fast das Selbe durch :(
Ich werde versuchen meine Geschichte auch mal in Worte zu fassen, vielleicht hilft das ja.
kotorie_x@web.de schrieb:
Wow die Geschichte ist einfach gut ziemlich traurig. wie lang is das jetzt her? hast du noch kontakt zu ihr oder so? musst du nich beantworten wenn du nich willst...
nutellaweib@aol.com schrieb:
EINFACH und genial, ganz viel lob an dich
prinzessinlya@yahoo.de schrieb:
Das ist eine der schönsten Geschichten die ich je gelesen habe, so schön emotional ausgedrückt und einfach liebevoll und gefühlvoll beschrieben einfach wunderschön, trotz des extrem traurigen themas.
Neo schrieb:
Ja, aus Trauer enstehen die schönsten Geschichten...;-(
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