Verspielt!
von
Tiamat
1
2
Verspielt!
Ich weis nicht warum mir so unbehaglich erst als ich das Zimmer betrat doch als ich Platz genommen hatte und sie sich setzte schien das Gefühl langsam zu
verschwinden.
Vor nicht mal einer halben Stunde bin ich zu ihr aufgebrochen, sie wollte mich sehen weil es ihr ganz offensichtlich echt beschissen ging. Mein Ziel war natürlich ihr zu helfen oder es zumindest zu versuchen doch nicht nur deswegen bin ich gekommen schon alleine der Gedanke sie zu sehen wäre Grund genug gewesen.
Langsam fing sie an ihre Geschichte zu erzählen und die Gründe warum es ihr so schlecht ging. Es schien um einiges komplizierter zu sein als ich dachte und
deswegen viel es mir schwer irgendetwas Sinnvolles
zu sagen. Ich fing an mich nervös im Zimmer umzusehen doch in meinem Kopf überschlugen sich nach und nach die Gedanken. Sie erzählte mir von einer gerade zu ende gegangenen Beziehung und von jemanden den sie liebte der aber
zu dumm war es zu merken. Ihr ging es immer schlechter während ich darüber
nachdachte wie ich Trost spenden konnte. Es machte mich viel zu nervös, ich achtete viel zu sehr auf den Fernseher der die ganze Zeit über lief und auf sie wie sie auf dem Computer saß und mit dem Menschen schrieb der sie verletzt hatte.
Mein Blick schweifte hektisch an der Wand entlang, dabei las ich mir die Texte durch die dort geschrieben standen. Noch immer hüllte ich mich in Schweigen.
Nach einiger Zeit zog ich mir den Pullover aus, es war verdamm heiß hier drinnen aber ich war unter anderem sehr aufgewühlt und verwirrt und stand auf. Was passierte mit mir? Ich versuchte meine Unsicherheit zu verdrängen.
Es passierte nicht das erste Mal das es mir schlecht ging wen es bei ihr genau so war. Waren wir in dieser kurzen Zeit etwa so sehr zusammengewachsene oder versuchte ich mir alles nur einzureden? Vielleicht war es auch die Tatsache, dass sie mir so viel bedeutete sie es aber nicht merkte.
Ich wollte gerade damit beginnen auf und ab zu gehen doch ich stoppte sofort und betrachtete kurz den Vogelkäfig der am Fensterbrett stand. Nein, mir durfte es jetzt nicht schlecht gehen doch ich bekam den Gedanken heute die letzte Möglichkeit zu haben ihr wichtige Dinge zu sagen aber die Situation sprach dagegen irgendetwas in der Art zu tun
>> Was hält dich noch hier? << Diese Frage hat sie mir an diesem Abend einfach viel zu oft gestellt doch kein Einziges mal konnte ich darauf Antworten. Nur wegen dir bleib ich, weil ich gerne bei dir bin, weil ich mich wohl fühle wenn du in meiner Nähe bist und ich möchte versuchen dir zu Helfen all das zu überstehen, diese Gedanken schossen mir doch den Kopf doch irgendwo blieben sie hängen und verfingen sich mit so vielen anderen Dingen, dass ich nichts davon aussprechen konnte. Irgendwann setzte sie sich zu mir. Hin und wieder schlug ich ein anderes Thema ein in der Hoffnung irgendetwas Sinnvolles tun zu können.
Man merkte teilweise das sie etwas getrunken hatte, am liebsten hätte ich sie, selbst wenn es nur für wenige Sekunden gewesen wären, in den Arm genommen denn nach über einer Stunde kam es mir so vor als könnte ich kaum helfen. Nach einiger Zeit setzte sie sich wieder vor den Computer.
>> Schreib ihm doch das du jemand anderen liebst. << sagte ich zu ihr doch sie wollte ihn nicht verletzten. Damit konnte ich einfach nichts anfangen. Sie hatte vor längerer Zeit schon eine Vermutung in mir geweckt die immer mehr zur Realität wurde und in der Angst alles noch schlimmer zu machen blieb ich stumm und stand erneut auf. Irgendwie war es schon komisch das ich wieder auf und ab gehen wollte, das tat ich immer wenn es mir gerade scheiße ging doch es wollte heute nicht sein.
Schließlich bin ich doch nicht gekommen um mich schlecht zu fühlen ich bin doch hier um jemanden zu helfen der mir sehr viel bedeutet. Aber warum setzte ich mich dann wieder und sagte nichts?
Sie möchte nicht alleine sein und deswegen wieder mit dem Menschen zusammen kommen den sie nicht liebt aber nicht verletzten will. Alleine bei dem Gedanken
daran schlug mein Herz schneller aber gleichzeitig wusste ich nicht was ich davon halten sollte. Wenn sie das Zimmer aus irgendeinem Grund verließ beschimpfte ich mich selbst wegen meiner eigenen Feigheit, gleichzeitig Versuchte ich meine Gedanken zu ordnen was fast unmöglich schien.
Es durfte einfach nicht so weit kommen, doch wie sollte ich es verhindern? Nach und nach kam ich mir immer unwichtiger vor.
So verging die Zeit und wieder fragte sie mich was mich noch hier behielte, sie fügte hinzu das sie es nicht gedacht hätte das ich es so lange neben ihr aushalte doch ich sagte ein weiteres mal nichts darauf. Warum wich ich ihr so aus? Ich hatte keinen Grund dazu, es wollte mir einfach nicht in meinen Kopf, immer wieder schrie ich innerlich mit mir selbst in der Hoffnung, dass sich irgendetwas tat. So mussten drei Stunden Vergangen sein.
Der Fernseher war mittlerweile abgeschaltet worden und man hörte nur hin und wieder die kleinen Vögeln die schrille Töne von sich gaben.
Die Stille war mir äußerst unangenehm, ich betrachtete die unzähligen Bilder die an der Wand befestigt waren. Sie wusste, dass irgendetwas mit mir nicht stimmt doch ich versuchte fast schon verzweifelt davon abzulenken wir saßen nicht wegen mir hier aber trotzdem schien ich Trost zu suchen ohne zu wissen warum.
Vielleicht merkte ich dass ich an der momentanen Situation nichts ändern konnte dennoch blieb ich weil die einzige Person die mich zurzeit ein wenig innerlich aufmuntern konnte die war die so niedergeschlagen vor mir saß.
Eine weitere Stunde verging. Es lag oft ein langes Schweigen ihm Raum und die kurzen Gespräche die währenddessen entstanden wirkten dumpf und unwichtig.
Es war nicht nur einmal an diesem Abend passiert das sie Dinge aussprach die ich mir wenige Sekunden zuvor Gedacht hatte. Konnte ich mich daran erinnern jemals einen solchen Menschen kennen gelernt zu haben?
Ich versuchte plötzlich darauf zu achten mich nicht zu verraten in dem ich abwesend auf nur einen bestimmten Punkt starrte.
Sie schien so etwas sofort zu durchschauen. Ich kam nun zu einem Punkt an dem es mich ankotzte das ich die letzten Stunden nichts sagen konnte was
man als Trost bezeichnen konnte. Sie hin und wieder kurz aufzumuntern war vielleicht eine Möglichkeit doch das war nicht das was sie hören wollte doch
nachdem ich 5 stunden hier saß realisierte ich endlich das ich nicht fähig war etwas dagegen zu tun.
Alle meine Gedanken hatten sich irgendwie in meinem Kopf verfangen und überschlagen so dass ich endlich merkte dass es bald Zeit war aufzubrechen. Mehrmals bot sie mir einen Schlafplatz an und ich dachte mir, dass es vielleicht besser wäre bei ihr zu bleiben aber hätte es denn Sinn gemacht, vor was in aller Welt hatte ich Angst? Ich habe mir Vorwürfe gemacht und gleichzeitig wurde meine Sorge sie noch mal an diesen Typen zu verlieren immer größer.
Nun konnte ich
1
2
Kommentare
Li Lu schrieb am 2007-01-29 21:18:23:
Irgendwie eine sehr traurige Geschicht. Manchmal ist es nicht leicht.
Der Text ist toll.
Mir sind nur ein paar wiederhohlungen aufgefallen die den Text etwas zu sehr in die länge ziehen.
Kommentar hinzufügen