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Kategorien > Fantasy > Dämonen

Verwandlung - Die Geschichte einer Dämonin

von Anariel, die Nomadin

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Anmerkung der Autorin: Und wieder einmal hat sich eine kleine seltsame Geschichte aus dem Schatten heraus geschlichen und sich in meine Gedanken ergossen. Diesesmal ist hierzu keine Fortsetzung gedacht, liese sich aber sicher machen. Wenn ihr unbedingt eine haben wollt, dann sagt mir das. Ich hoffe sie gefällt euch dennoch.

Es grüßt eine Nomadin)




Ich stehe draußen.
Um mich herum gibt es nichts als Finsternis und den Mond, der Funken aus dem gefrorenen Schnee schlägt.
Es ist kalt.
Winter, eisiger, kalter, weißer Winter!
Ich mag ihn nicht mehr, den Winter, den ach so kalten Winter. Obwohl seine Tage im Sonnenlicht so einen wunderschönen, reinen Zauber über die Welt legen. Aber es sind auch nicht die Tage, die mir so zu schaffen machen. Es sind diese unendlich langen Nächte. Diese so langen, kalten, schrecklich stillen Nächte.
Ja diese eisige Winternächte.
Dann kommen die Erinnerungen zurück.
Und mit ihnen die Trauer.

Es war eine dieser langen, kalten Nächte in der du mich verlassen hast.
Nein, nicht freiwillig. Gezwungen hat man dich, Dir einfach so dein Leben entrissen! Ja sie haben dich getötet, dich umgebracht, dein Lebensblut vergossen. Als ich dich endlich gefunden habe, war es schon zu spät. Du hast noch gelebt, aber der Krankenwagen brauchte viel zu lange. Es fühlte sich wie eine Ewigkeit für mich an.
Eine ganze Ewigkeit, in der Dunkelheit, der eisigen Kälte.
Du bist für immer gegangen, in meinen Armen verblutet. Ein Teil von mir hast mit dir genommen. Ein Teil von mir ist mit dir gestorben. Ich fühlte irgendwann die Kälte nicht mehr und die Dunkelheit hat einen weg in mich hinein gefunden.
Nein, ich habe sie hineingelassen, mich hingegeben, denn hassen war einfacher.
Ja, es war einfacher sich zu rächen und was ich tun wollte, das würde mich auf ewig verändert. Es würde einen Teil von mir für immer verdunkelt. Das wusste ich, aber dieses Wissen konnte mich nicht aufhalten. Ich hatte mich doch schon verändert, unumkehrbar. Ich hatte meine große Liebe verloren. Er würde nie mehr wieder zu mir zurückkommen.
Ich hatte nicht vor am Ende meiner Rache noch lange zu leben, denn dann, danach würde der Schmerz kommen, die Trauer. Und ich wusste , das sie mich zerstören würde.
Ja ich wusste es. Ich würde daran zerbrechen. Also gab ich mich der roten Wut hin und ließ sie wirken. Wartete, denn die rote Wut ist blind und ich wollte mit vollen Bewusstsein mein Werk tun. Die rote, heiße Wut ist blind, sie blendet. Sie ist hat keine Strategie, keinen Plan, sie reagiert nur. Aber wenn diese Wut erst einmal abkühlte und tiefer in mich sank, ja dann würde aus der roten, heißen Wut die kalte, schwarze werden. Die kalte, schwarze Wut hat Geduld, sie plant und ist auf ihre Weise noch viel grausamer. Es ist nicht schwierig, man muss nur seine Wut festhalten, sie tief in sich hinein sinken lassen und warten, ja warten bis sie kalt und schwarz wird. Es braucht nur Zeit und genügend Wut. So lernt man hassen.
Ja, hatte ich zuerst lieben gelernt, so lernte ich nun hassen. Ich ließ mir ein ganzes Jahr Zeit und der hass in mir wuchs und fraß einen weiteren Teil von mir auf.
Dieser Teil von mir erstarrte schlicht, erfror in dem Eis, das ich um mein Herz gelegt hatte.
Und dann kam der Tag und ich kam wie ein schwarzer Racheengel über sie, die mir meine Liebe nahmen. Ihr Leid ergötzte mein erfrorenes Herz und ihre Schmerzen waren mir Wonne. Ich ließ sie langsam, ganz langsam sterben.
Als es endlich vorüber war, fühlte ich mich leer. Als hätte mich die Rache vollends ausgebrannt. Jetzt hatte ich noch nicht einmal mehr meinen Hass. Ich wartete auf den Schmerz, doch als er kam, war ich erstaunt. Denn er war nur halb so heftig, als ich dachte.
Da erst erkannte ich, das ich ein ganzes Jahr schon an diesem Schmerz gelitten hatte und ihn dazu benutzte meinen Hass zu nähren. Da erst begriff ich, das die kalte, schwarze Wut nicht nur Zeit und Geduld brauchte, sondern auch Schmerz.
Schlimmer war jedoch die Trauer, die ich jetzt erst zuließ und die sich wie ein schweres Tuch auf meine Schultern legte. Mich niederdrückte, als wiege sie Tonnen. Aber ich nahm sie an, sie würde mir helfen.
Ich hatte meine Rache und nun war es Zeit, es zu einem Ende zu führen.
Ich wusste von dem Tag an dem ich die Dunkelheit in mich ließ, das ich nie mehr wieder so leben würde wie zuvor. Ich war kaum mehr menschlich und ich wollte diesen Rest an Menschlichkeit nun ein würdiges Ende bereiten.
Mein einziger Wunsch nun war, es nur noch zu beenden. Ein Leben beenden, das so nicht mehr lebenswert war für mich, ohne dich und einem Herz so hart wie Stein.
Ich wählte ein Messer und setzte beinahe emotionslos die Schnitte. Ich war leer, alles was mich einst ausgemacht hatte, war verbrannt in der roten Wut und erfroren in der schwarzen. Es war nichts mehr da. Der meiner Selbst verglühte in der ekstatischen Rache. Dem letzten Feuer, das in mir aufloderte. Danach gab es nur kalte, graue Leere. Meine Seelenlandschaft hatte sich in eine steinige, eisbedeckte Einöde verwandelt. Es gab nichts mehr, wofür sich das leben lohnen würde. Also schnitt ich die Adern meiner Arme in langen Schnitten auf und vergoss mein eigenes Lebensblut. Sah dem roten Strom zu, wie in den reinen, weißen Schnee floss. Dann gab es nur noch tiefe Dunkelheit und zum ersten mal, seit über einem Jahr fühlte ich mich wieder geborgen.
Ich starb und starb doch nicht.
Zuviel meiner Menschlichkeit hatte ich hergegeben und nun war zu wenig noch übrig um wirklich sterben zu können. Als ich wieder aufwachte, meine Augen verwundert öffnete, erblickte ich eine neue Welt. Warum war ich nicht tot? Und weshalb sah ich plötzlich so gut in der Dunkelheit der Nacht? Was war geschehen? Ich fühlte mich so unendlich leer. Verstört und verwirrt ging ich den einsamen Weg entlang und gelangte schließlich in die Stadt. Es war späte Nacht. Die Straßen waren leer, dunkel und erfüllt von düsteren Schatten, die mein Blick mühelos durchdrang.
Das Spiegelbild im ersten Schaufenster, an dem ich vorbeikam zeigte mir endlich, was aus mir geworden war.
Meine Haut war fast so weiß wie der Schnee und mein langes Haar hatte seine Farbe von dunkelblond in Pechschwarz geändert. Meine Augen waren dunkel geworden und es gab kein Licht mehr darin. Meine Fingernägel, rot lackiert waren lang und hart. Sie ähnelten eher Krallen. Aber am meisten erschreckte mich die nunmehr kalte, hartgeschliffene Schönheit meines Gesichts. Ich war schon zuvor eine schöne Frau gewesen. Doch nun war alles, das in meinen Gesicht jemals weiche Züge aufwies verschwunden. Es war die kalte Schönheit einer zur Eis erstarrten Maske!
Noch immer war diese seltsame Leere in mir, die jegliche Gefühlsregung sofort verschlingen zu schien. So hielt sich mein Schreck auch nicht lange.
Noch immer hatte ich das seltsame Gefühl, nicht mehr Substanz aufzuweisen als ein Gespenst oder eine Erscheinung. Aber ich war real, hatte noch immer einen Körper, wie mein Spiegelbild mir deutlich vor

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Kommentare

livia schrieb am 2008-04-28 20:24:46:
hi erstma,
also ich schließe mich den andren an, die geschichte is echt der hammer.. ich kann mich wirklich gut in sie hinein versetzen, hatte auch mal so ne verfuckte phase.. aba naja... jedes dämmergefühl geht mal vorbei.. hihi
jetz bin ich wieder vol funny xDD
also dann bis dannöö..
lg
The Shadow schrieb am 2008-03-22 16:32:58:
Hallo Anariel,

bin jetzt auf diese Geschichte in deiner langen Liste gestoßen.
also du hast es echt gut drauf aus der Ich-Perspektive zu schreiben, das mal vorneweg.
Die Geschichte ist gleichzeitig ein wenig traurig, aber in erster Linie unheimlich. Da läuft es einem doch kalt über die Schulter. Das Ende ist einfach nur toll.

LG The Shadow
Anariel schrieb am 2008-02-08 18:08:56:
Hallo mareike,

freut mich, das es dir gefällt. Schön, endlich bekommtmal jemand Gänsehaut.,)

Es grüßt
Anariel
Mareike schrieb am 2008-02-07 23:45:07:
OOOhhh......!
Da bekomm ich echte Gänsehaut.
Wie Jeiy finde ich deine Beschreibungen der roten und der schwarzen Wut gut. Das Ende ist einfach nur GENIAL!
Klar könnte man eine gute Fortsetzung schreiben, aber wie Jeiy schon sagte, so wie die Story ist, bleibt sie einem im Gedächtnis und läßt echt viel Platz für eigene Interpretationen. Ich bin mit Alucard einer Meinung, keine Fortsetzung! So wie es ist, ist es genial!

LG Mareike
Anariel schrieb am 2008-02-07 22:53:49:
Ach vergessen habe:

Wer gerne eine dämonisch fortsetzungsgeschichte von mir lesen möchte, der ist herzlich von mir eingeladen meine Geschichte "Engel der Nacht", und/oder "Sternenwölfin" zu lesen. Beides hier auf Storieparadies zu finden.

Ich wünsche euch allen "interessante" Träume
Eure Nomadin
Anariel
Anariel schrieb am 2008-02-07 22:33:43:
Hallo Dragoneye,

freut mich,das dir meine kleine, seltsame Geschichte, sowie mein Schriebstil gefällt. Hmm...ich hab sie mir jetzt nochmals selbst einige Male durchgelesen (habe natürlich wieder einma ein paar Ecken gefunden, die ich eventuell noch ein wenig nachschleife, als rein vom Ausdruck her) und bin zu dem Schluss gekommen, das ich es der Fantasie meiner Leser überlasse, diese Geschichte weiterzuspinnen. Ich werde also keine Fortsetzung schreiben.

Huhu Alucard,

also so wie du schreibst, musstes du glatt nach Worte ringen.
ich denke, DAS ist das größte Kommliment, das man als Autor erhalten kann.
Es freut mich sehr, das dir diese Geschichte so gut zu gefallen scheint und es freut mich Außerdem, das der Schluss so gut ankommt.



Nun denn, da ich keine Fortsetzung zu schreiben gedenken, jedenfalls zu dieser Gesdchichte, gebe ich die Gestalt meiner Rachedämonin frei!
Sollte sich jemand dazu berufen fühlen, IHR eine Geschichte zu schreiben, dann kann er das gerne tun. sollte es so sein, dann würde ich mcih über Infos diesbezüglich sehr freuen, will ich doch in diesem Fall nur zu gerne wissen was aus IHR wird.

Mit lieben Nachtgrüßen
Eine Nomadin zwischen den Welten
Anariel
Alucard schrieb am 2008-02-07 17:34:51:
schön, schön. Klasse. Ja..... gefällt mir, und es ist schön zu sehen.. egal... toll, ja... nein eine fortsetzung würde nicht passen... so ist es viel... genialer... ^^
liebe Grüße Raphael
Dragoneye schrieb am 2008-02-07 10:13:11:
Hallo Anariel,

deine Geschichte ist echt der Hammer. Auch dein Schreibstil gefällt mir gut.
Wenn du eine Fortsetzung schreiben würdest wäre ich sehr neugierig was passieren würde, aber
ich stimme Jeiy zu, das deine Geschichte auch sehr gut dafür geeignet ist seine Fantasy spielen zu lassen.

Gruß Dragoneye
Anariel schrieb am 2008-02-06 14:17:27:
Hallo Jeiy,

Von wegen hinter mir, ich stecke mittendrin. Meine Musen sind momentan hyperaktiv.-lach-
Freut mich das dir meine kleine Dämonengeschichte gefällt.
Nun ich habe ja auch so eine Vorliebe für Dämonen, seltsame Wesen und überhaupt für so zweispältige Persönlichkeiten. daläßt sich so schön mit "spielen". ;)

Ja es haben sich mal wieder einige Verschreiber eingeschlichen. Passiert schon mal und im Original sind die Fehler bereits, soweit ich sie fand, ausgemerzt.

Nun, wie ich schon oben schrieb, eigentlich ist der Text als Kurzgeschichte gedacht und ich denke ich belassse es auch dabei. Eventuell werde ich den Charakter nocheinmal heranziehen und als Nebenfigur in eine meiner längeren Geschichten auftreten lassen. Weiß ich noch nicht.
Naja, jetzt hoff ich erst mal, das noch weitere Meinungen reinkommen.

Nochmal danke für dein treues und schnelles Kommentieren.

Mit lieben Grüßen
Anariel
Jeiy schrieb am 2008-02-05 18:39:34:
Hi Anariel!
Wieder einmal eine kreative Phase hinter dir? ^^
Nun, also ich find diese Gesachichte wirklich sehr interessant. Deine Beschreibungen der roten und schwarzen Wut fand ich wirklich gut und auch das Ende war echt super. Außerdem liebe ich Dämonen!!( egal ob es nun Rachedämonen sind oder andere ^^)
Ein paar Rechtschreibfehler sind zwar drin, aber das stört mich ehrlich gesagt nur wenig.
Hm, ich bin jetzt aber echt am überlegen, ob man diese Geschichte wirklich weiter schreiben sollte. Wenn man sie nämlich so, wie sie jetzt ist lässt, gibt sie einem viel mehr Freiraum für eigene Gedanken und Interpretationen und sie bleibt einem auch gut im Gedächtnis, währenddessen man sicherlich natürlich auch eine gute Fortsetzung davon schreiben könnte, klar, aber wie gesagt: Ich bin mir da echt nicht sicher....
Tja, dann überlass ich diese Entscheidung wohl mal besser dir und allen anderen, die diese Geschichte auch lesen!
mfg
Jeiy

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