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Verwandlung - Die Geschichte einer Dämonin
von
Anariel, die Nomadin
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Augen führte.
Ein Geräusch riss mich aus meiner Betrachtung. Langsam wandte ich mich von meinem Spiegelbild ab und ließ den Blick schweifen. Als das Geräusch wiederkehrte identifizierte ich es als den Schrei einer Frau. Zum ersten mal regte sich etwas in mir und drängte mich sachte dem nachzugehen. Ich gab diesem Drang nach und folgte den mittlerweile verzweifelt klingenden Schreien.
Sie führten mich zu einer Nebengasse und ich sah nun auch den Grund für die Schreie. Vier junge Männer hatten eine dunkelhaarige Frau dort hineingezerrt und versuchten sie nun zu vergewaltigen. Einer der vier bemerkte mich, blaffte mich an und kam dann schließlich gemein grinsen auf mich zu. Ich wusste, das er dachte, das ich eine noch viel verlockender Beute war, als die Frau, die sie schon hatten. Überraschender Weise empfand ich keine Angst. Ich fragte mich warum.
Heute weiß ich warum, aber damals faszinierte mich dieses Rätsel.
Ich fühlte überhaupt nichts. Da war keine Wut, obwohl ich doch auf diese miesen Kerle hätte wütend sein müssen. Ich empfand keine angst, obwohl der Mann noch immer auf mich zukam und sein Gesicht Bände sprach. Da war überhaupt nichts.
Als der junge Mann direkt vor mir stand, ganz nahe, stieß ich meine rechte Hand nach vorne. Die ausgestreckten Finger durchdrangen Kleidung, Haut, Fleisch und Knochen, als wären sie nichts weiter als weicher Schnee. Ich zog sie zurück und der Junge starrte mich einen überaus überraschten Gesichtsausdruck sein Herz an, das ich in der Hand hielt. Es schlug genau noch zwei Mal, dann war es still. Der Möchtegernvergewaltiger brach zusammen und blieb dann reglos liegen, immer noch diesen überraschten Ausdruck im Gesicht.
Nun endlich kehrte so etwas wie Gefühle in mich zurück, aber keines davon war mehr menschlich. Gleichzeitig entfaltete sich Wissen in mir und Macht. Tiefe, dunkle, kalte Macht.
Ein eisiges, böses Lächeln breitete sich auf meinen Gesicht aus, als ich langsam in die kleine Sackgasse trat, wo die drei Freunde meines ersten Opfers mir voller Angst entgegenstarrte.
Als ich die Gassen wieder verließ, blieben eine Leiche mit herausgerissenem Herzen, drei zerfetzte Körper und eine schockierte junge Frau, die gar nicht wusste wie viel Glück sie gehabt hatte, zurück.
Als ich mir die Hände in einem fast zugefrorenen Brunnen wusch und dabei die Kälte kaum wahrnahm, berührte mich es schon nicht mehr.
Als ich dem Mann das Herz nahm hatte ich begriffen, das ich mich verwandelt hatte. Von nun an war ich der Inbegriff der Rache, ein Rachedämon!
Seither streife ich ziel und zeitlos durch diese Welt. Es gibt andere wie mich, manchmal treffe ich eine Schwester. Es berührt mich genauso wenig, wie meine Opfer es können. Ich fühle nicht mehr wie ein Mensch, es gibt keine Liebe, keinen Hass, keine Freude und keine Angst mehr in meinem kaltem Herzen. Ich kenne kein Leid mehr und Mitleid oder Mitgefühl sind nur noch leere Worte. Nur die Trauer ist geblieben und der Hunger nach Rache!
Ich stehe draußen, es ist kalt.
Doch ich spüre diese Kälte nicht.
Um mich herum ist das Silberlicht eines kalten, alten Mondes und die Finsternis einer eisigen Winternacht.
Es ist jetzt acht Jahre her und ich habe keinen Augenblick davon vergessen.
Ob ich sterben kann?
Ich weiß es nicht, aber ich nehme einmal an, das auch für mich irgendwann die Zeit kommen wird und ich meinem Schöpfer gegenüberstehen werde. Wer das ist, das wisst ihr ja.
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Kommentare
livia schrieb am 2008-04-28 20:24:46:
hi erstma,
also ich schließe mich den andren an, die geschichte is echt der hammer.. ich kann mich wirklich gut in sie hinein versetzen, hatte auch mal so ne verfuckte phase.. aba naja... jedes dämmergefühl geht mal vorbei.. hihi
jetz bin ich wieder vol funny xDD
also dann bis dannöö..
lg
The Shadow schrieb am 2008-03-22 16:32:58:
Hallo Anariel,
bin jetzt auf diese Geschichte in deiner langen Liste gestoßen.
also du hast es echt gut drauf aus der Ich-Perspektive zu schreiben, das mal vorneweg.
Die Geschichte ist gleichzeitig ein wenig traurig, aber in erster Linie unheimlich. Da läuft es einem doch kalt über die Schulter. Das Ende ist einfach nur toll.
LG The Shadow
Anariel schrieb am 2008-02-08 18:08:56:
Hallo mareike,
freut mich, das es dir gefällt. Schön, endlich bekommtmal jemand Gänsehaut.,)
Es grüßt
Anariel
Mareike schrieb am 2008-02-07 23:45:07:
OOOhhh......!
Da bekomm ich echte Gänsehaut.
Wie Jeiy finde ich deine Beschreibungen der roten und der schwarzen Wut gut. Das Ende ist einfach nur GENIAL!
Klar könnte man eine gute Fortsetzung schreiben, aber wie Jeiy schon sagte, so wie die Story ist, bleibt sie einem im Gedächtnis und läßt echt viel Platz für eigene Interpretationen. Ich bin mit Alucard einer Meinung, keine Fortsetzung! So wie es ist, ist es genial!
LG Mareike
Anariel schrieb am 2008-02-07 22:53:49:
Ach vergessen habe:
Wer gerne eine dämonisch fortsetzungsgeschichte von mir lesen möchte, der ist herzlich von mir eingeladen meine Geschichte "Engel der Nacht", und/oder "Sternenwölfin" zu lesen. Beides hier auf Storieparadies zu finden.
Ich wünsche euch allen "interessante" Träume
Eure Nomadin
Anariel
Anariel schrieb am 2008-02-07 22:33:43:
Hallo Dragoneye,
freut mich,das dir meine kleine, seltsame Geschichte, sowie mein Schriebstil gefällt. Hmm...ich hab sie mir jetzt nochmals selbst einige Male durchgelesen (habe natürlich wieder einma ein paar Ecken gefunden, die ich eventuell noch ein wenig nachschleife, als rein vom Ausdruck her) und bin zu dem Schluss gekommen, das ich es der Fantasie meiner Leser überlasse, diese Geschichte weiterzuspinnen. Ich werde also keine Fortsetzung schreiben.
Huhu Alucard,
also so wie du schreibst, musstes du glatt nach Worte ringen.
ich denke, DAS ist das größte Kommliment, das man als Autor erhalten kann.
Es freut mich sehr, das dir diese Geschichte so gut zu gefallen scheint und es freut mich Außerdem, das der Schluss so gut ankommt.
Nun denn, da ich keine Fortsetzung zu schreiben gedenken, jedenfalls zu dieser Gesdchichte, gebe ich die Gestalt meiner Rachedämonin frei!
Sollte sich jemand dazu berufen fühlen, IHR eine Geschichte zu schreiben, dann kann er das gerne tun. sollte es so sein, dann würde ich mcih über Infos diesbezüglich sehr freuen, will ich doch in diesem Fall nur zu gerne wissen was aus IHR wird.
Mit lieben Nachtgrüßen
Eine Nomadin zwischen den Welten
Anariel
Alucard schrieb am 2008-02-07 17:34:51:
schön, schön. Klasse. Ja..... gefällt mir, und es ist schön zu sehen.. egal... toll, ja... nein eine fortsetzung würde nicht passen... so ist es viel... genialer... ^^
liebe Grüße Raphael
Dragoneye schrieb am 2008-02-07 10:13:11:
Hallo Anariel,
deine Geschichte ist echt der Hammer. Auch dein Schreibstil gefällt mir gut.
Wenn du eine Fortsetzung schreiben würdest wäre ich sehr neugierig was passieren würde, aber
ich stimme Jeiy zu, das deine Geschichte auch sehr gut dafür geeignet ist seine Fantasy spielen zu lassen.
Gruß Dragoneye
Anariel schrieb am 2008-02-06 14:17:27:
Hallo Jeiy,
Von wegen hinter mir, ich stecke mittendrin. Meine Musen sind momentan hyperaktiv.-lach-
Freut mich das dir meine kleine Dämonengeschichte gefällt.
Nun ich habe ja auch so eine Vorliebe für Dämonen, seltsame Wesen und überhaupt für so zweispältige Persönlichkeiten. daläßt sich so schön mit "spielen". ;)
Ja es haben sich mal wieder einige Verschreiber eingeschlichen. Passiert schon mal und im Original sind die Fehler bereits, soweit ich sie fand, ausgemerzt.
Nun, wie ich schon oben schrieb, eigentlich ist der Text als Kurzgeschichte gedacht und ich denke ich belassse es auch dabei. Eventuell werde ich den Charakter nocheinmal heranziehen und als Nebenfigur in eine meiner längeren Geschichten auftreten lassen. Weiß ich noch nicht.
Naja, jetzt hoff ich erst mal, das noch weitere Meinungen reinkommen.
Nochmal danke für dein treues und schnelles Kommentieren.
Mit lieben Grüßen
Anariel
Jeiy schrieb am 2008-02-05 18:39:34:
Hi Anariel!
Wieder einmal eine kreative Phase hinter dir? ^^
Nun, also ich find diese Gesachichte wirklich sehr interessant. Deine Beschreibungen der roten und schwarzen Wut fand ich wirklich gut und auch das Ende war echt super. Außerdem liebe ich Dämonen!!( egal ob es nun Rachedämonen sind oder andere ^^)
Ein paar Rechtschreibfehler sind zwar drin, aber das stört mich ehrlich gesagt nur wenig.
Hm, ich bin jetzt aber echt am überlegen, ob man diese Geschichte wirklich weiter schreiben sollte. Wenn man sie nämlich so, wie sie jetzt ist lässt, gibt sie einem viel mehr Freiraum für eigene Gedanken und Interpretationen und sie bleibt einem auch gut im Gedächtnis, währenddessen man sicherlich natürlich auch eine gute Fortsetzung davon schreiben könnte, klar, aber wie gesagt: Ich bin mir da echt nicht sicher....
Tja, dann überlass ich diese Entscheidung wohl mal besser dir und allen anderen, die diese Geschichte auch lesen!
mfg
Jeiy
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