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Kategorien > Psycho > Verzweiflung

Verzweifelte Rache

von Heather

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Es war der 14te Juni. Dean Zentury, der an diesem Tag ziemlich schlecht gelaunt war, saß an der U-Bahn Station und wartete auf den nächsten Zug, der ihn nach Hause bringen sollte.
,,Wieder einmal verspätet!", murmelte er und er merkte wie er mit jedem Atemzug wütender wurde. ,,Und das gerade heute..." Er ballte die Hände zu Fäusten und versuchte seine Wut zu unterdrücken.
,,Haben sie irgendwas?", fragte auf einmal eine Stimme direkt neben ihm. Dean drehte sich um und schaute mit zusammengekniffenen Augen auf die Person rechts neben ihm. Es war eine junge Frau, die ihn mit weit aufgerissenen Augen, fragend ansah. Sie war ziemlich hübsch, hatte lange hellblonde Haare, blaue, glitzernde Augen und eine ziemlich schlanke Figur.
,,Genau wie Helena...", dachte Dean und in seinem Gesicht zeichnete sich tiefste Trauer ab. ..Sie sieht ihr so ähnlich."
Die Frau schaute ihn noch immer eindringlich an. Wenn Dean ehrlich war, dann hatte er jetzt nicht wirklich Lust auf Smaltalk, doch die Art und Weise wie sie ihn anstarrte, faszinierte ihn einfach nur. Es war genau dieses strahlende und glücklich wirkende Gesicht, dass er an Helena so geliebt hatte. Vielleicht war es auch einfach nur Einbildung, aber er fand, dass diese Frau genau wie Helena war. Sie hatte die gleiche Art zu reden und ihr ganzes Auftreten erinnerte ihn an seine große Liebe, die er nie wieder vergessen würde.
,,Äh, also.......", begann er und stockte dann. Einfach so drauf los zu reden und das auch noch mit einer völlig fremden Person, gehörte sicher nicht zu seinen Stärken. Ganz im Gegenteil. Es war ihm schrecklich Peinlich, dass er einfach nicht die richtigen Worte fand. Es war genau wie an dem Tag, als er Helena kennengelernt hatte. Damals fiel ihm auch nicht ein, was er einer so bezaubernden Frau erzählen könnte.
,,Ich bin nur sauer, dass die U-Bahn mal wieder Verspätung hat....", fuhr er fort und versuchte ihrem Blick stand zu halten, was ihm aber nur mäßig gelang. Verlegen schaute er sich immer wieder auf dem Bahnsteig um, in der Hoffnung irgendwie dieser Situation zu entfliehen.
,,Mein Freund hat mich vor kurzem verlassen", begann die Frau plötzlich zu erzählen und Dean klebte förmlich an ihren Lippen. ,,Er hat mich zweimal betrogen und trotzdem bin ich immer wieder zu ihm zurückgekehrt. Und vor 2 Tagen sagte er mir, dass er sich verliebt hat. In eine Arbeitskollegin von ihm. Können sie sich das vorstellen?"
Dean schüttelte mit dem Kopf und im nächsten Moment hätte er sich dafür ohrfeigen können. Sie hatte sicher mit irgendwelchen tröstenden Worten gerechnet, doch sicher nicht mit einem Kopfschütteln. Sie hatte ihm ihr Herz ausgeschüttet und er hakte die ganze Sache mit einer Geste ab, die anzunehmen ließ, dass es ihm eigentlich ziemlich egal war. Warum nur konnte er keine Gefühle mehr zeigen, seit Helena nicht mehr da war?
Die Frau begann zu schluchzen. Dean wäre am liebsten näher gerutscht und hätte sie in den Arm genommen. So wie er es immer bei Helena gemacht hatte Doch irgendwie konnte er einfach nicht. Irgendwas tief in seinem Herzen hielt ihn zurück und er konnte sich nicht dagegen wehren.
,,Ich kann sie gut verstehen!", erwiderte er. ,,Ich weiß genau wie es ist jemanden zu lieben, ihm immer wieder zu verzeihen und das nur um dann doch wieder enttäuscht zu werden."
Die Frau schaute ihn jetzt mit einem mitfühlenden Gesichtsausdruck an und wischte sich mit einer Hand schnell die Tränen aus dem Gesicht.
,,Aber wir müssen nach vorne sehen!", meinte sie. ,,Das Leben geht weiter, auch ohne die Liebe!"
Auf einmal ertönte eine Lautsprecherdurchsage, dass die U-Bahn in wenigen Minuten einfahren würde. Dean setzte sich langsam in Bewegung und auch seine Gesprächspartnerin richtete sich auf. Erst jetzt sah er, dass sie sogar die in etwa die selbe Größe wie Helena hatte und auch sonst sah sie ihr einfach zum Verwechseln ähnlich.
Ihm lief ein Schauer über den Rücken und er merkte wie er einen unerträglichen Haß auf diese Person entwickelte.
Er hörte das Geräusch der einfahrenden Bahn und dann ging alles ziemlich schnell.
Die Blonde Frau stand genau vor ihm und lächelte ihn immer noch aufmunternd an. Er würde dieses Gesicht nie wieder vergessen können.
Er hob eine Hand und berührte leicht ihre Schulter. Es war als würde sein gesamter Arm ein Eigenleben entwickeln und er konnte sich einfach nicht dagegen wehren. Er holte aus und versetzte der Frau, die immer noch ein breites Lächeln auf dem Gesicht hatte, einen leichten, aber effektvollen Schubs. Stolpernd fiel sie direkt auf das Gleis und nur wenige Sekunden später rauschte der Zug ein. Es war ein dumpfer Knall zu hören, als ihr Körper von dem Zug mitgerissen wurde und dann flogen einzelne Körperteile durch die Luft.
Die wenigen Leute, die noch auf dem Bahnsteig waren, versammelten sich zu einem Menschenhaufen und starrten auf das entsetzliche Szenario.
Dean jedoch entfernte sich von dem Ort des Geschehens und verließ, als wenn nichts gewesen wäre, die U-Bahn Station.
,,Der 14te Juni...", murmelte er immer wieder wie in Trance. ,,Der Tag an dem mich Helena verließ!"

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Kommentare

Mythoswolf schrieb am 2006-07-19 22:23:16:
Moinmoin =)

Na, da hast du ja wieder was gezaubert ;)
Ich mag deine Psychopathen *grins*
Im ersten Moment hab ich gedacht, er hätte sich die Frau vielelicht nur eingebildet, oder es sei der Geist von Helena.. aber du verstehst es wirklich immer wieder, den Leser - oder zumindest mich - zu überraschen. Diesen Stil musst du unbedingt beibehalten!
Großes Lob
Mythoswolf =)
Martin Bunk schrieb am 2006-07-18 20:23:46:
Das ist doch mal eine wirklich gelungene Psycho-Story. Besonders gefallen hat mir erst diese anfängliche Schüchternheit von Dean gepaart mit der Traurigkeit die er empfindet. Der Schluss ist dann wirklich überraschend und hat bei mir Gänsehaut verursacht. Auch der Ausdruck ist meiner Meinung nach sehr gut. Weiter so!

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