Viel zu spät
von
sina franke
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Erbarmungslos schien die Sonne auf die Welt herab. Die Welt, die gerade eben für mich aufgehört hatte sich zu drehen.
Der Regen hatte vor langem schon aufgehört und die nassen, verhängnisvollen Straßen waren wieder getrocknet. Viel zu spät. Zu spät waren die Wolken davon geschwebt, viel zu spät war die warme Sonne aus ihrem Versteck gekommen. Alles war viel zu spät geschehen.
Vie zu spät hatte er realisiert, dass er keine Chance mehr hatte, vielleicht hatte ich auch viel zu spät geschrieen. Obwohl ich mir in diesem Moment sicher war, dass es ein Todesschrei war, war ich doch wieder erwacht. Ich schon.
Und die Sonne blendet mich, während ich in sein unglaublich unverletztes und beruhigendes Gesicht schaue. Ich bin alleine und halte seine kalte Hand. Kann gar nicht daran denken, sie loszulassen. Niemals werde ich sie loslassen.
Bitte, öffne doch deine Augen, flehe ich ihn an. Bitte, bitte.
Alles war dunkel, die Wolken hatten den eben noch blauen Himmel verschluckt. Nur immer wieder erhellte ein beängstigender Blitz die Nacht am Tage. Vor Gewitter hatte ich schon immer angst, doch nicht, wenn er bei mir war. Die Straßen spiegelten die Scheinwerfer wieder und der Scheibenwischer quietschte.
Ich drücke seine Hand, doch sie erwidert meinen hilflosen Druck nicht. Seine Augen bleiben geschlossen und ich weiß, weiß es ganz genau, dass er sie nicht wieder öffnen wird.
Tränen der verlorenen Liebe laufen meine Wangen hinunter. Tränen, die ich nie wieder stillen könnte.
Ich flüstere ganz leise seinen Namen, oh bitter, erhöre mich doch. Das eindringliche Piepsten wurde abgeschaltet und die Ärzte waren kopfschüttelnd gegangen. Einfach so.
Ich kann ihn doch nicht einfach loslassen. Seine weichen Arme liegen regungslos dar. Sonst hatte er sie immer um mich geschlungen und jetzt bewegten sie sich nicht mehr. Nie mehr.
Ich lege mich neben ihn und küsse sein regungsloses Gesicht. Alles, wirklich alles will ich tun, dass es nur ein Traum ist. Bitte, sei doch nur ein Traum. Lass mich aufwachen!
Und ich sah, wie das Auto auf uns zugeschleudert kam. Was tat dieser Wahnsinnige da? Er würde uns noch umbringen. Die Scheinwerfer des Geisterfahrers kamen rasendschnell auf uns zu, und wir hatten es viel zu spät bemerkt.
„Kommen Sie, er wird jetzt fortgebracht.“
„Nein!“, ein verzweifelter Schrei wie ein Tier zerbrach die Totentille. Ich zuckte vor meinem eigenen Schrei zusammen.
„Nein, bitte. Er gehört mir. Er gehört für immer mir. Ich lasse ihn nicht los.“ Ich war wie bewusstlos, wusste nicht, was ich tun sollte. Nur eins wusste ich, ihn würde ich nie hergeben. Er hatte mir geschworen mich immer zu lieben. Für immer hatte er gesagt! Und jetzt? Was war aus diesem Versprechen geworden?
„Er hat es mir doch versprochen.“, versuche ich es ihnen zu erklären. Doch sie nehmen mich nur in den Arm. Worte, die niemals trösten könnten, treffen mein Ohr wie schmerzende Ohrfeige. Ich will all das nicht hören. Nichts wir jemals so, wie es einmal war. Nie wieder.
„Kommen Sie jetzt mit, wir geben Ihnen ein Beruhigungsmittel.“ Nein sie würde mich betäuben und ihn mir wegnehmen.
Ich schlage um mich, keiner würde ihn mir nehmen. „Er hat es mir doch versprochen!“ Einer der Ärzte packt mich unsanft und der andere bringt ihn hinaus. Ich schreie fürchterlich und ohrenbetäubend und kurz vor der Ohnmacht nichts machen zu könne, wird alles ganz klar.
„Wenn wir sterben, machen wir es dann zusammen? Halten wir uns dann an den Händen?“ „Das habe ich ihm versprochen!“ ,schreie ich, während ich mich losreise und der Bordstein immer schneller auf mich zurast.
Ich bin mir sicher, wir sehen uns bald mein Schatz. Wir haben es uns doch geschworen
Und dann ist alles schwarz.
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Kommentare
Stern schrieb am 2008-05-02 15:00:01:
Ich weiß gar nicht so genau was ich sagen soll, außer dass ich - wie immer - gleichzeitig erschüttert und begeistert bin.
Seltsame Kombination, aber irgendwie beschleichen mich diese Gefühle immer wenn ich etwas von dir lese. Du hast ein wahnsinniges Talent, einem das Gefühl zu geben, mittendrin und doch nur entfernter Beobachter zu sein.
Ich bin sehr stolz darauf, dass einem so talentierten Menschen wie dir meine kleinen Schreibversuche gefallen, das macht mir Mut für mehr ^^
Also, danke für all deine Kommentare, ich find dich super! (könnte ich mir eine Scheibe abschneiden, bitte? ^^)
sina franke schrieb am 2007-08-29 18:06:47:
ich danke euch von ganzem herzen -und das meine ich auch so- fuer eure aufbauende kritik...da ich immer an jeder geschichte an mir zweifle, finde ich es klasse, dass ihr sie bessere seht als ich.
zu freedom : ja sie stirbt, eher aus angst alleine zu sein...der tod exestiert nur fuer die hinterbliebenen...
naja nochmals viiiiiiiiiielen dank ich werde mich auch euren geschichten widmen
ganz liebe gruesse
sina
Freedom schrieb am 2007-08-28 00:09:51:
hi du
oh man...hammer geschichte...echt übel.......
so geschichten erinnern mich immer daran, wie vor zwei jahren eine klassenkameradin von mir gestorben ist......das war ein ziemlicher schock. dennoch muss das leben ja weiter gehen.....
eine frage noch: am schluß. da sagt sie ja, dass sie zusammen sein werden und der bordstein kommt auf sie zu. dann wird es schwarz. fällt sie nur in ohnmacht, oder stirbt sie auch???
das mit deiner geschichte die gelöscht wurde tut mir so leid!!! ich hoffe du kannst sie wieder herschaffen und stellst sie dann zum lesen frei ^^
grüße freedom
doyce schrieb am 2007-08-22 15:36:29:
finde deine geschichte auch gut. aber etwas zu deinem kommentar:
Man kann doch Sicherheitskopien von seinen Sachen, die man auf dem Computer schreibt, machen! Ich brenne
meine Geschichten z.B. immer auf CD und Diskette. ... Naja, machst du mittlerweile wahrscheinlich :)
Lg Thea
Mike Winterhalter schrieb am 2007-07-11 20:39:44:
Sehr gute Geschichte, flüssig geschrieben, guter Aufbau. Gefällt mir. Danke übrigens für Deinen Eintrag bei mir...würde mich mal interessieren was Du von meiner Geschichte "Abschied" hälst. Kommentar erwünscht.
sina franke schrieb am 2007-06-12 20:41:56:
lieber dr. soltberg
ich danke dir fuer diese wundervolle und aufbauende kritik. ich werde in 2 monaten 18 habe aber schon mit 13 angefangen buecher zu schreiben. als ich dann wirklich, ohne anzugeben, ein meisterwerk meines selbst hatte und es nach 1 jahr1 monat und wirklich genau 1tag zuende hatte, ging die festplatte kaputt. das ist jetzt 1 jahr her und ich habe bis vor kurzem dann aufgegeben zu schreiben.
ich hoffe insgeheim man kann sie irgendwann wiede rreparieren *g*
naja ich bedanke mich fuer deine kritik die mir was bedeutet
bis dann
liebe gruesse sina franke
Dr.Soltberg schrieb am 2007-06-10 21:49:42:
Wunderbar!
Das jonglieren mit rhethorischen Mitteln ist dir sehr gut gelungen.
Parallelismen, Anaphern, Alliterationen.
Ich benutze diese Mittel auch gern.
Die Geschichte ist dir wieder gelungen. Tiefschichtiges, emotionales Thema.
Nun interessiert mich dein Alter!
Zweifellos spricht intellgenz aus der Wahl deiner Adjektive.
Auf baldiges Wiederschreiben.
Dr.Soltberg
PS: Du hast ein Faible für Autounfälle, oder?
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