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Vollmondnacht

von Lilith

1

Das Schwarze Haar, fiel ihr in leichten Wellen den Rücken hinab, bis zu den Hüften.
Sie hatte grüne Augen die, wie sie meinte, stets glücklich blickten.

Das Leben das sie führte, glich dem von so vielen anderen auch. Sie verdiente ihr Geld in einer Anwaltskanzlei als Sekretärin.
Ihr Mann war ein erfolgreicher Anwalt und sie wohnten in einem großen Haus mit imposantem Garten. Über Geldsorgen mussten sie nicht einen Gedanken verschwenden. Nächstes Jahr wollten sie Nachwuchs zeugen. Es war ein wohlhabendes und harmonisches Leben, wie es sich jede Frau nur wünschen kann.
Sie war stets vernünftig und zielstrebig gewesen. Der Stolz ihrer Eltern.
Sie war anständig und wohlerzogen und ihr Leben verlief wie in einem Bilderbuch.
Mit einer Ausnahme.

Ihre Vergangenheit umfing sie wie ein dunkler Schleier, eine errinnerung tief verschlossen in ihrem Herzen. Eine Nacht von der sie niemandem ein sterbens Wörtchen erzählte. Eine Nacht, die sich bis heute schmerzhaft auf ihr Herz legt.

In dieser Nacht zweifelte sie das erste mal an ihrem achso vorzeigbarem Leben. Sie ging des nachts alleine nach draussen, ohne das Wissen ihres Mannes. Sie lief die Strasse entlang bis zu dem freien Feld, welches umrandet von einem großen Wald darlag.
Tränen liefen ihr über die Wangen, sie war unzufrieden mit ihrem Leben. Sie wollte mehr als ein gewöhnliches Leben. Sie wollte Abenteuer erleben und die ganze Welt sehen.
Als sie so über das Feld spazierte, hörte sie plötzlich ein motoren Geräusch. Ein Motorrad näherte sich ihr von hinten auf dem Feldweg.
Sie bekam es mit der Angst zu tun, wer jetzt mitten in der Nacht auf einem Feldweg motorrad fährt, konnte nichts gutes im Sinn haben. Sie überlegte in den Wald zu ihrer linken zu flüchten und sich dort zu verstecken. Doch es war zu spät, das Motorrad fuhr mit so hoher Geschwindigkeit das der Fahrer sie gesehen hätte wie sie weglief. So beschloss sie, ganz normal weiter zu gehen, in der Hoffnung das Motorrad würde an ihr vorbei fahren und sie nicht zur Kenntniss nehmen. Ihre Hoffnung wurde jedoch zerschlagen. Das Motorrad hielt unmittelbar neben ihr, und stellte sich ihr in den Weg.
Ihr Herz begann zu rasen, sie sah ihr Ende schon vor sich. Niemandwürde sie hier schreien hören, weglaufen brachte ihr nichts. Sie war wie auf einem Präsentierteller serviert.

Der Motorradfahrer nahm seinen Helm ab. Ein bildschönes, blasses Gesicht kam zum Vorschein. Seine dunklen Haare fielen ihm bis zu den Schultern.
Er musterte sie von oben bis unten, wie sie so dastand in ihrem weißen Nachthemd, die Arme fest um ihren Leib geschlungen. Ihre Augen waren voller Angst und sie zitterte stark.
" Was tut ein junges Ding wohl so allein des nachts auf einem einsamen Feldweg". Seine Worte durchbrachen die endlose Stille. Ihre Kehle war wie zugeschnürt, sie brachte keinen Laut hervor.
Er legte seinen Helm und die Handschuhe auf seinem Motorrad ab, und machte einen Schritt auf sie zu. Sie schaffte es ihre steif gewordenen Glieder zu bewegen und wich vor ihm zurück.
Blitzschnell packte er sie und zog sie an sich.
Ein spitzer Schrei entsprang ihrer Kehle. Zorn umspielte seine Züge und er schrie sie an: " Du kommst ganz allein hierher mitten in der nacht, bist du lebensmüde? Und jetzt erst verspürst su Angst und versuchst dich deinem Schicksal zu entziehen?"
Bei diesen Worten wurde sein Griff immer fester und er schüttelte sie.
" Du tust mir weh", rief sie mit verzweifelten Worten. Wieder traten Tränen in die Augen und sie schluchzte. Endlich löste er seinen Griff und trat einen Schritt von ihr zurück.
" Was suchst du hier, wozu bist du gekommen?"
" Ich mache nur einen nächtlichen Spaziergang."
" Selbst ein blinder würde merken das du lügst und ich sehe es in deinen Augen. Alos wieso bist du hier?"
" Das geht dich überhaupt nichts an, lass mich in ruhe."
Mit diesen Worten wollte sie an ihm vorbeigehen, doch er packte ihre Schultern und zog sie wieder an sich. Er roch an ihren Haaren, und schaute ihr tief in die Augen.
" Ich habe selten solch eine Schönheit wie dich zu Gesicht bekommen. Ich kann dich nicht mehr gehen lassen, es ist Schicksal das wir uns diese Nacht hier trafen."
Sein Blick fesselte sie, und so sehr sie auch versuchte wegzuschauen, sie konnte nicht.
Sie hatte zwar immer noch Angst, aber sie begann zu resignieren. Er würde sie nicht gehen lassen. Es hatte keinen Sinn sich zu wehren. Und sie musste zugeben das sie von ihm fasziniert war. Er zog sie ebenfalls auf magische weise an, trotz der Furcht die sie in seiner Gegenwart spürte. Als sie ihre Anspannung löste, ließ er sie los. Eine ganze Weile standen sie dar und blickten sich in die Augen. Dann hob er langsam seine Hand und legte sie bei ihr um den Nacken. Er beugte sich vor und küsste sie.
Es war wie eine Explosion in ihrem Inneren. Das letzte bisschen Angst verschwand und machte einer inneren Wärme platz. Plötzlich wollte sie ihn, sie wollte von ihm berührt werden, wollte das er sie nahm. Er legte sie auf die kalte Erde und schob langsam ihr Nachthemd nach oben.
Sie zog ihm seine Lederjacke aus und streifte ihm sein T-Shirt ab. Die ganze zeit über küssten sie sich leidenschaftlich. Als er in sie eindrang, überkam sie ein vorher nie gespürtes Glückgefühl. Noch nie in ihrem leben fühlte sie sich so lebendig.
Sie liebten sich unter hellem Vollmondschein eine endlos wirkende zeit.

Als sie vor ihrem Haus von seinem Motorrad steig, fragte er sie ob sie mit ihm kommen wollte.
Doch sie konnte nicht. Sie war nicht mutig genug alles aufzugeben und mit ihm zu gehen.
Und so fuhr er davon und sie sah ihn nie wieder.
Sie fühlte sich nie mehr in ihrem Leben so lebendig und so glücklich wie in jener Nacht.

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Kommentare

Harry schrieb am 2009-04-26 03:24:44:
Wouw, echt eine Kurzgeschichte zum Nachdenken. Klasse! Wie früher.
Harry
sina franke schrieb am 2007-10-26 15:04:45:
eine geschichte ueber glueck und geld? dass man geld vor glueck stellt? oder eine geschichte ueber eine kurze leidenschaftliche liebe, die niemand erfahren soll, da man ungluecklich mit seinem ehemann ist? sehr schoen geschrieben. gefeallt mir sehr. mach weiter so
sina

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