Geschichte einsenden Links & Rings AGBs Impressum
Kategorieauswahl
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln.
Suche


Kategorien > Fantasy > Drachen

Vom Aufgang zum Untergang - Teil 1: Todesschuss

von Wolfgang Koenig

1 2 3 4 5 6

Die Sonne ging gerade unter und tauchte die herrschaftliche Villa in einen dunklen Rot-Ton. Der wolkenlose Sommerhimmel hatte nun die gleiche Farbe.
Draußen war es still. Ab und an wehte gelegentlich ein angenehm abkühlender Wind durch die Äste der vielen Birken, die schon die ersten Blätter verloren.

Von Sekunde zu Sekunde wurde es nun immer dunkler. Im Anwesen wurde in einigen Zimmern Licht gemacht. Jetzt konnte man auch schwarze Schatten durch die Vorhänge hindurch in den Zimmern umherhuschen sehen. In den großen Fenstern wirkten diese schon fast verloren.

Als nun die ersten Sterne am Himmel zu sehen waren, kam eine prächtige, silberne Limousine auf den Privatparkplatz gefahren und reihte sich neben den anderen drei Luxusautos auf. Ein Fenster beleuchtete die vier Autos von innen her. Ein dunkler Schatten stieg aus dem Auto aus.

Die Gestalt verschloss den Wagen per Hand und ging, ein Lied pfeifend, und einem Koffer in der Hand zur Haustür. Kurz bevor die im Dunkeln liegende Person den Schlüssel in das Schloss der Tür bringen konnte, erhellten zwei verzierte Lampen neben der Haustür den Mann. Obwohl er beleuchtet war, erschien er immer noch fast komplett in schwarz. Er trug einen dunklen Nadelstreifenanzug und hatte rabenschwarze Haare.

Die Haustür wurde hektisch aufgerissen und eine lachende Frau fiel dem noch immer pfeifenden Mann um den Hals. Sie begrüßten sich ausgiebig mit Küssen bevor sie beide im Haus verschwanden und die zwei Wandlampen nicht ganz synchron wieder erloschen.

Kurze Zeit später sah man nun eine weitere Person als dunklen Schatten in den Fenstern des Anwesens umhergehen. Mittlerweile war es komplett dunkel geworden und man konnte den pechschwarzen Nachthimmel in seiner vollen Pracht erblicken. Es war Neumond, deshalb sah man nun wirklich nichts mehr, außer den Sternen und den hell erleuchteten Fenstern, die einen langen, Lichtschatten auf den Rasen und die vier Autos warfen.

Einige Zeit später fuhr ein weiterer Wagen leise hervor. Die Sterne waren nun nicht mehr zu sehen und es war ein frischer Wind aufgezogen, der das Motorengeräusch des Wagens übertönte. Der hellblaue Wagen hielt direkt vor der Haustür, der Motor lief immer noch. Die Schatten im Hause bemerkten scheinbar nichts.

Aus der Beifahrertür des Wagens stieg eine dunkle Masse heraus, unsichtbar im Dunkeln der Nacht. Nur ein wenig Licht von den Fenstern, welches die Umrisse der Person zu erkennen gaben, wiesen überhaupt auf eine Anwesenheit hin. Der dunkle Schatten stieg die wenigen Treppen hoch zur Haustür. Er klopfte.

Kurze Zeit später leuchteten wieder beide Lampen neben der Haustür auf, wieder nicht gleichzeitig. Nun konnte man genaueres von der Person erkennen. Sie trug einen langen, hellgrauen Mantel, einen gleichfarbigen Hut, der das Gesicht verdeckte. die linke Hand verbarg sich in einer Manteltasche, die Rechte hing bewegungslos gen Boden.

Der Wind wurde nun unangenehm stark. Die Äste der Birken knarrten bereits, doch man vernahm das laute Biegen nur als Andeutung, denn der Luftzug übertönte sämtliche Geräusche. Die Tür wurde von der gleichen Frau geöffnet. Sie fiel ihm aber nicht um den Hals, sie schaute ihn nur fragend an. Daraufhin nickte der Mann und zog seine linke Hand mitsamt einer Pistole aus der Manteltasche und zielte damit auf die Frau, deren erschrockenes Schreien im Winde verloren ging. Für einen Sekundenbruchteil schoss ein Lichtblitz aus der Pistole, die Frau fiel zu Boden. Nur der Wind, der zu einem Sturm anwuchs, war zu hören. Die Schatten in den Fenstern schienen jedoch den Knall der Pistole vernommen zu haben, zuckten zusammen und erstarrten.

Der Mann mit dem Mantel machte einen großen Schritt über die Leiche ins Haus hinein, immer noch mit erhobener Waffe. Nur Sekunden darauf erleuchtete ein weiterer Lichtblitz eines der Fenster in grellem Weiß, statt dem gewöhnlichen Gelb. Ein Schatten, der im Fenster stand, sank zusammen. Dieses Szenario wiederholte sich einige Male, von den lauten Windstößen übertönt. Schließlich rannte die Gestalt, etwas unter den Arm geklemmt, aus dem Haus wieder heraus, die Tür wurde weiterhin von der Leiche der Frau offengehalten.

Der Mann schwang sich auf den Beifahrersitz des Autos, welches mit Vollgas abfuhr. Die Fenster waren nun leer, ohne irgendeinen Schatten, der vorbeihuschte. Nach einiger Zeit im Sturm ging eine der beiden Lampen neben der Eingangstür schließlich aus.

Am darauffolgenden Morgen versammelten sich vier Personen an einem Frühstückstisch eines kleinen Hauses in einem gemütlichen Dörfchen, zwei Frauen, zwei Männer. Sie wünschten sich einander guten Appetit und begannen das Frühstück. Nur für wenige Sekunden schwiegen sie alle, damit beschäftigt, sich irgendwelche Nahrungsmittel aufzutischen. Als erstes sprach der Ältere der beiden Herren: „Herr Donbrovnik, seit Monaten kennen wir uns nun, aber sie sagten mir noch nicht, wie sie meine Tochter eigentlich kennenlernten.“, er nahm einen kräftigen Biss von seinem Wurstbrot.
Der angesprochene junge Herr schaute kurz mit einem liebenden Gesicht zu der jungen Frau zu seiner Rechten, dann schaute er wieder seinen Gegenüber an, während er Marmelade auf seinem Brot verteilte: „Wir kennen uns aus der Uni. Wir saßen während einer Theologie-Vorlesung, als wir noch studierten, nebeneinander. Wir langweilten uns ein wenig und begannen uns zu unterhalten. Wir machten Späße über den Professor. Wissen Sie, er ist fest davon überzeugt, dass die Apokalypse über uns hinein brechen wird. Um das zu beweisen, stellt er immer die unmöglichsten Theorien zusammen. Von den alten Schamanen bis hin zu Drachen und dem Sensenmann war alles dabei. Er ist halt ein merkwürdiger Mann…“

Der dicklichere Mann ihm gegenüber kaute weiterhin an seinem Wurstbrot: „Wieso studierten sie dann Theologie, Herr Donbrovnik, wenn sie Späße über derartige Professoren machten? Immerhin ist es doch Teil ihres Studiums gewesen!“
Donbrovnik runzelte die Stirn: „…naja, ich studierte Theologie nur nebenbei. Eigentlich beschäftigte ich mich mehr mit der Betriebswirtschaft. Mein Vater wollte das Theologiestudium.“
„Ihr Vater scheint sie sehr unter Druck zu setzen, oder?“
Die junge Frau neben Donbrovnik meldete sich nun auch zu Wort: „Papa! Jetzt durchbohr ihn doch nicht mit solchen Fragen!“
Donbrovnik legte seine Hand auf ihre Schulter: „Daniela, ist doch halb so wild.“
Das Telefon klingelte: „Ich gehe dran, esst ruhig weiter.“, die Frau neben dem dicklicheren Mann sprang auf.

Donbrovnik wandte sich wieder an Danielas Vater: „Mein Vater hat schon ein sehr bestimmendes Wesen, Herr Rublau, das stimmt. Aber genau das hat ihn immerhin zum Parteichef gemacht. Er hat nie nachgegeben.“
Der dickliche Herr Rublau lächelte: „Ich hab schon viel von ihm gehört, aber sie haben uns ihre Familie noch gar nicht vorgestellt. Ich bin natürlich geehrt, das meine Tochter den Sohn des Parteichefs als Verlobten hat. Ich schlage vor, dass wir am kommenden Sonntag mal ein Treffen

1 2 3 4 5 6

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.

Kommentar hinzufügen



Aufgrund des extremen Mißbrauchs der Kommentarfunktion sind wir leider gezwungen, die Kommentare ab sofort redaktionell zu überprüfen. Wir bitten um Ihr Verständnis.