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Kategorien > Freundschaft > Abhängigkeit

Vom Außenseiter zum Gruppenmensch

von Lenchen

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Vom Außenseiter zum Gruppenmensch


Daniela und Tanja gingen die Strassen entlang, sie waren mal wieder auf Shoppingtour. „lass uns da mal rein gehen. der Laden sieht ganz vernünftig aus.“ „ich weis nicht.“ „na komm schon.“ Danny zerrte ihre beste Freundin einfach mit. Danny war ein wildes Rockgirl, liebte Schlabberhosen und Tank-Tops, sie hatte dunkle, wild gelockte haare und ein freches Gesicht. Tanja war das genaue Gegenteil, sie hatte lange, glatte, blonde haare, liebte enge Jeans und enge T-Shirts mit weitem ausschnitt. Trotzdem waren die beiden allerbeste Freundinnen seit der 1. Klasse.
Danny kaufte sich einen neuen Nietengürtel und ein Lederarmband, dann war Tanja dran. So war es immer. Tanja kaufte sich eine silberne kette und ein neues T-Shirt, in einem laden für Tussis, wie Danny es nannte. Tanja störte das nicht, sie wusste wie ihre beste Freundin war und das sie ähnliches über die Lieblingsläden ihrer Freundin sagte.
Am nächsten morgen in der schule wartete Tanja vergeblich auf Daniela, sie erschien einfach nicht. So was war noch nie passiert, normalerweise sagte Daniela immer bescheid. >wo bleibt Danny? < Taja, wie sie von ihrer Freundin genannt wurde, machte sich sorgen und fragte sogar den Lehrer wo Daniela sei. Auch der wusste es nicht.
In den ersten stunden saß Tanja allein am Tisch, sie fühlte sich einsam. Auch in der pause war sie allein, noch nie war ihr aufgefallen, dass sie nur Danny hatte und sonst niemand. Gegen ende der pause bekam Tanja eine SMS von ihrer besten Freundin, in der stand das sie ihre Oma gestorben war und sie noch heute nach Lüneburg mussten. Tanja fühlte sich noch einsamer, sie wäre so gern bei ihrer besten Freundin gewesen und sie getröstet aber das ging ja nicht. Auch der Lehrer wusste mittlerweile bescheid.
Als Daniela am Morgen von ihrer Mutter geweckt wurde, sah sie ihr sofort an, dass etwas nicht stimmte. „Ma, is was?“ waren ihre ersten Worte gewesen. „Oma ist heute Nacht gestorben. Wir müssen noch heute nach Lüneburg.“ Sagte Danielas Mutter traurig. „kann…kann ich nicht bei Taja bleiben?“ „nein, du musst mit.“ Danny hatten die tränen in den Augen gestanden, teils wegen ihrer Oma, teils weil sie nicht in die schule zu Taja kann.
In der ganzen Wohnung hatte Chaos geherrscht, alle hatten schnell ihre Taschen gepackt und dann waren sie gefahren. Daniela hatte erst im Auto eine SMS an ihre Freundin schreiben können. Ihre Mutter hatte zum Schluss noch in aller eile eine Mail an ihren Klassenlehrer geschickt, damit er wusste was war.
Die fahrt schien endlos zu sein, es wurde kaum gesprochen und Danny hatte sich hinter der Musik versteckt, wie sie es immer tat wenn sie traurig war.
Für Tanja war es ein trostloser Schultag, sie litt mit ihrer besten Freundin, passte nicht wirklich auf und fühlte sich einsam. Erst jetzt war ihr aufgefallen, dass sie außer Danny keine Freundin hatte. Sie erinnerte sich noch das Jasmin sich um sie bemüht hatte, aber war das immer noch so.
Auch die nächsten 3 Tage waren geprägt von Traurigkeit und Einsamkeit. Tanja ging es immer schlechter und wollte nur noch zu Danny.
Daniela war mittlerweile auf der Beerdingung ihrer Oma gewesen. Es war sehr traurig und düster zugegangen. Daniela hatte sich nicht wohl gefühlt, sie mochte diese Stimmung nicht und vermisste ihre Freundin. Es waren zwar auch ihre beiden Cousinen und ihre drei Schwestern und zwei Brüder da, aber die waren alle 3-8 Jahre jünger. Den erwachsenen konnte sie ihre Gefühle auch nicht sagen, die würden nur stumm lächeln. Es war zum „aus- der- Haut- fahren“.
Am 4. Tag stand Tanja mit Jasmin auf dem Schulhof rum, endlich hatte sie neuen mut gefunden und sich ein wenig an die neue Situation gewöhnt. Jasmin war wie Tanja und sah auch fast genauso aus. Für Taja war es schön eine Freundin ihres gleichen gefunden zu haben, was Danny dazu sagen würde, stellte sie sich lieber nicht vor.
Tanja fühlte sich mit jedem Tag besser, jetzt war es Jasmin, die sie auf den Shoppingtouren begleitete und mit ihr eis essen ging.
Eine Woche nach dem Tod ihrer Oma, fuhr Danny und ihre Familie wieder nach hause. Danny war unheimlich froh wieder im heimischen Gewässer zu schwimmen. Sie wollte nur noch zu ihrer Freundin und sich den ganzen restlichen tag ausheulen. Doch Tanja war nicht da, hatte nicht auf sie gewartet, Danny erfuhr von ihrer Mutter, dass sie mit Jasmin in der Stadt sei.
Danny hätte am liebsten nur noch geweint. Ihre beste, allerbeste Freundin hing mit einer andren rum.
Daniela kam erst am nächsten morgen wieder aus ihrem Zimmer raus, um schlecht gelaunt in die schule zu fahren. Auf dem Schulhof wartete Tanja, neben ihr stand diese Zicke Jasmin. Aber war ihre Freundin nicht auch so eine Zicke?
„Danny“ „Taja“ die beiden vielen sich ungestüm und erfreut in die Arme. „wie schön dass du wieder da bist. Ich hab dich so vermisst.“ „und ich erst.“ Danny war erleichtert, es schien sich nichts an ihrer Freundschaft geändert zu haben. Jasmin wartete geduldig, bis Tanja sich wieder zu ihr wandte. „na kommt schon.“ Zu dritt gingen sie in das große graue Schulgebäude. Im Klassenzimmer wartete auf Daniela der nächste Schock. Wie selbstverständlich setzte sich Jasmin auf ihren platz. „Hey, wenn du es noch nicht bemerkt hast, das ist mein platz und du hast da nichts zu suchen.“ „äh, Tanja hat mir erlaubt hier zu sitzen.“ „aber nur solang Danny weg ist. Sorry Jas.“ Mischte sich Tanja ein, sie fühlte sich gar nicht gut, sie hatte eine neue Freundin gefunden und musste die jetzt so abservieren. Danny war zufrieden. Im unterricht dachte Daniela viel nach, es hatte nichts mit Geschichte zu tun. Sondern mit ihr, Taja und der blöden Jasmin. >was wenn Tanja Jasmin besser findet als mich? Wenn ich sich nun verliere? < Daniela machte sich irgendwie sorgen, doch in den nächsten zwei tagen sah es so aus als seien sie unbegründet gewesen. Tanja redete auch mit Jasmin, schien sie Danny allerdings nicht vorzuziehen. Doch musste Daniela auch feststellen, dass sie in der pause auch mal zu dritt oder in ganzen Gruppen rum hangen. Das war ihr am Anfang ganz und gar nicht recht. Sie wollte Taja nicht mit irgendwem teilen, doch sie merkte auch, dass ihre Freundin sie nie und nimmer teilen würde.
Tanja gefiel es in den kleinen Grüppchen, es war viel lustiger als früher und sie stellte fest dass es auch Danny nichts mehr ausmachte.

Die Geschichte soll nur zeigen, wie wichtig es ist, sich nicht nur auf eine Freundin zu versteifen, sondern offener zu sein für andre Menschen. Das muss mancher lernen, doch es ist wohl ein großer und wichtiger Schritt.

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