Vom Himmel
von
Lucie Li
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Eines Tages, als Gott in seinem Stuhl saß und die Menschen beobachtete, sagte er zum Teufel: "Ob wir nicht mal wieder eine riesige Überschwemmung einleiten sollten? Das treiben auf der Erde gleicht wieder dem von Sodom und Gomorra?" Die Menschen entwickelten sich in die Richtung, die eigentlich ganz das Gegenteil war, als Gott es sich vorstellte. Er wollte Frieden und Liebe, dass Lebewesen sich verstehen und alle dem Weltfrieden ein Stück näher kommen. Das Gegenteil war der Fall, die Gesellschaft von jedem Teil der Erde entwickelte sich in die gegenteilige Richtung und der Teufel hatte auch keine Lust mehr auf so viel Arbeit, Gott hatte noch nicht mal die Hälfte davon zu tun was der Teufel leistete, das wurde jetzt aber langsam zuviel und es war kein Ausgleich mehr vorhanden. "Meine Hölle wird langsam zu voll, es muss etwas geschehen." sagte der Teufel.
"Ich hatte letzte Nacht einen Traum, in diesem Traum gab es ein Geschöpf, was die Erde wieder etwas friedlicher und schöner gestalten konnte." Gott sah auf und antwortete: "So wie Jesus, mein Sohn, der den Menschen Gutes bringen sollte?"
"Naja," antwortete der Teufel, so ähnlich, nur in weiblicher Form." "Nein, nein," sagte Gott, "das würde ich nicht noch einmal verkraften. Das Projekt Jesus war völlig vergebens, die Menschen wollen keine Liebe und Verständlichkeit, Freude und ein schönes Leben, sieh sie dir doch an, wie jeder den anderen um seine materiellen Güter beneidet oder keinen großen Wert auf die Gesundheit legt. Viele Menschen die ein Amt bekleiden, deren Aufgabe es ist, sich anderen zu widmen, sich um sie zu kümmern oder einfach dem Wohle der Menschheit zu dienen, denken nur an den eigenen Vorteil oder wie es ihm wohl am Besten gehen könnte auf Kosten derer, die Hilfe brauchen. Und das ist nur ein kleines Beispiel. Nein, nein, Teufel, dein Traum mag schön gewesen sein, doch die Menschen wissen nicht zu schätzen was vom Himmel kommt, sie sehen es ja noch nicht einmal. Am Ende bringen sie es wieder um."
"Mein lieber Gott, wie redest du? Das kenne ich ja nicht von dir, das müssten eigentlich meine Worte sein. Doch ich sehne mich auch nach etwas Geborgenheit und Liebe und habe keinen Platz in meiner Hölle mehr. Es muss etwas geschehen." Gott sah den Teufel an und fragte: "Wollen wir nicht lieber würfeln?"
"Das würfeln können wir vergessen, es gibt ja keinen mehr, der wirklich etwas mit seinem Leben anfangen will und gegensätzliche Vorstellungen gibt es auch nicht mehr, sie wollen alle nur ihr Geld und Miesepetrigkeit," antwotete der Teufel.
So kann es nicht weitergehen, Jesus war wohl dein Projekt, jetzt ist es Zeit, dass ich eines bekomme.
Und so geschah es. Der Teufel ging in sein Labor und fing an, alles was er für sein Projekt benötigte, vorzubereiten. Als er alle Utensilien beisammen hatte, bat er Gott in sein Labor, um dem kommenden Geschehen beizuwohnen, allerdings brauchte er für sein Vorhaben noch eine winzige Kleinigkeit. "Gib mir eine Zelle von dir!" befahl der Teufel.
Gott sah ihn an und mit zuckender Schulter ließ er sich eine Zelle aus seinem Finger in ein Röhrchen saugen und der Teufel ließ es in ein Reagenzglas über einer Art Bunsenbrenner hineingleiten. Dann zog er sich selbst eine Zelle aus dem Finger und tat mit dieser das gleiche wie zuvor mit der Zelle Gottes. "Jetzt wirst du Zeuge einer himmlischen Befruchtung." sagte der Teufel mit einem schelmischen Grinsen.
Der Teufel hob seine Hände und begann, leise vor sich hin zu sprechen und Gott stand regungslos und mit keinem Funken Hoffnung neben ihm und harrte der Dinge die da kommen wollen. Der Teufel wurde immer lauter und lauter und irgenwann schrie er die Beschwörungsformeln in den Raum, dass wohl die ganze Welt es hören musste. Im Reagenzglas blubberte es unermüdlich vor sich hin, erst leichte Bläschen, dann immer heißer werdend, Rauch aufsteigend und immer lauter und heftiger blubbernde Blasen, mit den schönsten verschiedensten Farben, es war eigentlich ein wunderschönes Schauspiel, auch wenn es nichts bringen sollte, dachte Gott, es ist wirklich schön hier zuzusehen. Er kannte den Teufel, er glaubte auch nicht wirklich, dass dieser solche Energien einsetzte für eine Sache, die sich nicht lohnen sollte. Langsam aber Sicher fand Gott gefallen an den Vorgängen. Ja er war jetzt schon regelrecht begeistert und beide fingen an, einen Freudentanz zu veranstalten. Es war nicht das erste Mal, dass Gott vom Teufel auf andere Gedanken gebracht wurde und zu ausgelassener Freude neigte, nein, sie hatten sich in den letzten Jahrhunderten eine Art Zweckgemeinschaft aufgebaut und lebten diese immer mehr und fröhlicher. Nur in der letzten Zeit wurde beiden immer langweiliger und alles wurde trostloser, bis zu diesem Traum. Der Hoffnungsschimmer keimte auf, dass es so doch vielleicht zu etwas mehr Abwechslung im Universum kommt. Als das Reagenzglas purpur schimmerte und die letzten oben angekommenen Blasen fast über den Rand hinausschwappten, explodierte das Gemisch und eine kleine Zelle schwamm ganz unten in dem Glas mit einem Körnchen in der Mitte.
Warum, wieso, weshalb auch immer, es war ein kleines Zellchen entstanden. Wie bei Zellen so üblich, teilte diese sich ein und zweimal, immer wieder, bis eines Tages, keiner weiß wie lange es wirklich dauerte, da Zeit sehr relativ im Universum ist, ein Wesen vor ihnen stand.
Es war weiblich und strahlte voller Liebe ein riesiges Licht und unendliche Wärme aus. Beide waren den Tränen nahe. Ein Projekt, so viel Arbeit, die Beschwörungen und exakte Präzision bei der Arbeit. Das verlangt viel Energie und Nerven. Beide haben das eine ganze, lange Zeit investiert und ohne zu wissen, ob es wirklich klappt. Nun standen sie vor ihr und hatten ein unheimlich, unbeschreibliches Glücksgefühl in sich. Die Freude und die Gefühle überwältigten beide so sehr, dass sie wußten, das ist etwas ganz Besonderes. Ihnen fiel nichts wirklich ein, außer das Wort: Liebe
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Kommentare
Lucie Li schrieb am 2007-02-13 17:52:31:
hi henny,
ja, das ist die Rohfassung!
Ich werde die überarbeitete Version einstellen, vielleicht hättest du dann Lust, nochmal zu kommentieren.?
LG Lucie
henny schrieb am 2007-02-11 19:08:27:
sprachlich scheint es mir schludrig . die story ist schön
Lucie Li schrieb am 2007-01-26 08:44:16:
Ihr lieben Leute,
jetzt hab ich Tränen vor Rührung in der Augen.
Vielen Dank, ich werd mal Teil 2 einstellen, bin gespannt, ob er noch passt.
Liebe Grüße
Lucie
Basther schrieb am 2006-11-28 16:32:31:
Ich bin beeindruckt, sprachlos und (komischer Weise) voller Worte… hmmm
Die Harmonie von gut und böse und deren Entschluss die Welt zu verändern.
Beeindruckend.
Doch auch Traurig. Traurig, aber auch so wahr, dass die Menschen so sind wie du sie passend beschrieben hast.
Nicht alle, aber doch recht viele.
Aber wer weiß, vielleicht ist dies genau der Masterplan, den die Menschen brauchen
Hoffung, Liebe. Eine Person die alles ist und vom allen abstammt. Gutes und Böses!
Danke für diese Geschichte
Lebhafte, Sprunghafte Grüße
Basther
Leeloo schrieb am 2006-10-30 09:07:45:
*wow*
das ist wirklich eine wunder-volle Idee, die du da in so farbige und harmonische Worte eingebunden hast.
ich hoffe zwar nicht, dass es wirklich soweit kommt, das "keiner" mehr an das "gute" glaubt oder "alle schlecht" sind :-)
es ist in sich rund und wirklich toll zu lesen.
lg
Leeloo :o)
Lexa schrieb am 2006-10-28 00:48:35:
Du schreibst wie kein anderer, man kann lachen und gleichzeitig Tränen in den Augen haben vor Rührung, wunderschön. LG Lexa
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