Vom Lernen und Lehren
von
Klaus Zankl
* Es ist schon erstaunlich, wieviel Wissen sich der Mensch im Laufe seines
Bestehens angeeignet hat. Jedoch zeigt er sich in nichts phantasieloser, als
im Weitervermitteln seiner Kenntnisse. Dies führt mitunter sogar so weit,
daß an sich begabte Menschen eine weiterführende Schule verlassen müssen,
weil sie dem einfühlungslosen Unterricht nicht folgen können. Sie gelten
dann absurderweise als nicht talentiert genug. Falls sie sich aber trotzdem
weiterbilden möchten, bleibt ihnen nur noch das autodidaktische Studium,
welches viele derselben im übrigen bestehen. Ein weiteres und groteskes
Beispiel spiegelt sich ganz besonders deutlich in der Computerkunde wider:
der Rechner ist ein sehr extravaganter Schüler, denn er reagiert nicht auf
Beschimpfungen und ist nicht der Ausbildung verweisbar. Tatsächlich muß ihm
auch in Form seiner Sprache und im Sinne seiner Subjektivität alles ganz
genau erklärt werden, kleinste Unregelmäßigkeiten führen hier sofort zum
Mißerfolg, denn er macht genau das, was man ihm sagt, also auch die Fehler,
die aus den ungewollt übertragenen Unklarheiten oder Mehrdeutigkeiten
resultieren. Also bleibt nur der Weg, der seelenlosen Maschine mit möglichst
großem Vorstellungsvermögen und Hingabe zu begegnen, ein Weg, der im
allgemeinen beim gewöhnlichen Schüler keine Anwendung findet. Und was sehe
ich trotzdem bei abgeschlossenen Programmen, die am Ende auf den Systemen
laufen? Fehler, Fehler, Fehler! *
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